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Arboner Stadtparlament verhindert Verkauf der Künstlervilla

Die Stadt Arbon muss das über 100-jährige Künstlerhaus Max Burkhardt behalten. Das Parlament schickt die Vorlagen zum Verkauf und zur Übergabe im Baurecht bachab. Damit ist die Regierung wieder dort angelangt, wo sie bereits vor vier Jahren war.
Annina Flaig
Die Künstlervilla an der Rebenstrasse 33 steht unter Schutz. (Bild: David Grob)

Die Künstlervilla an der Rebenstrasse 33 steht unter Schutz. (Bild: David Grob)

«Ganz umsonst waren unsere Diskussionen nicht - immerhin wurde ein Verein wachgeküsst.» Das stellt Parlamentspräsident Riquet Heller (FDP) nach der Abstimmung ziemlich ernüchtert fest. Die vierstündige Parlamentssitzung mit hitzigen Diskussionen fand am Dienstagabend im Seeparksaal statt. Heller meint den Verein IG Haus Max Burkhardt, welcher seit 2014 gegen den Verkauf der von der Stadt geerbten und über 100 Jahre alten Künstlervilla Max Burkhardt - auch Sonnenblumenhaus genannt - ankämpft.

Vorwürfe aus dem Parlament

Schon vor vier Jahren wollte der Stadtrat den Verkauf des speziellen blauen Hauses an der Rebenstrasse 33 vorantreiben. Das Parlament hatte ihn dann sistiert. In der Zwischenzeit hat der Verein ein Konzept erarbeitet, wie das Haus in Eigenverantwortung einer Stiftung geführt werden soll. Der Stadtrat will die geschützte Künstlervilla aus finanziellen Gründen dennoch am liebsten verkaufen. Daraufhin zielt denn auch der erste Antrag vom Dienstagabend ab. Doch er hat keine Chance. So sagte beispielsweise Felix Heller (SP):

«Was der Stadtrat hier macht ist eine Zwängerei.»

«Jetzt ist der Verkauf nach langen Jahren endlich vom Tisch», sagt ein erleichterter Dominik Diezi, Vizepräsident des Vereins Haus Max Burkhardt. Er bezeichnet die Künstlervilla als "die Perle am Sonnenhügel", deren grosses Potenzial die Arboner Politik leider noch immer nicht erfasst habe. Im Parlament tritt er - bis auf eine Stimme - für die CVP/EVP-Fraktion ans Rednerpult und bittet seine Parlamentskollegen darum, der Abgabe im Baurecht zuzustimmen. Denn darum ging es nämlich im zweiten Antrag. Die vorberatende Kommission hatte auch diesen abgelehnt. Stattdessen zeigte sie Alternativen auf, wie die Stadt die Dachwohnung vermieten und der Verein gleichzeitig im Garten kulturelle Veranstaltungen durchführen könnte.

Nach Meinung von Stadtrat Patrick Hug (CVP) ist das nicht durchführbar. «Wären Sie bereit in einem Haus zu wohnen, in dessen Garten Veranstaltungen stattfinden?», fragt er die Parlamentarier. «Ich nicht. Aber Leute, die das kulturelle Leben mögen, sind sicher erfreut», antwortet Lukas Auer (CVP). Auch Roland Morgenegg (FDP) sagt:

«Eine Liegenschaft an derart guter Lage verkauft man nicht. Man gibt sie auch nicht im Baurecht ab, sondern man behält sie.»

«Den Betrieb durch die Stadt hatten wir die letzten zehn Jahre. Es hat nicht funktioniert. Wieso soll es jetzt funktionieren?», fragte Diezi. Nebst der CVP/EVP-Fraktion unterstützen auch Teile der SP/Gewerkschaften/Juso sowie der FDP/XMV-Fraktion die Abgabe im Baurecht. Als sich die Diskussion erschöpft, wird der zweite Antrag knapp bachab geschickt, mit 14 zu 11 Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Die Stadt sucht einen Mieter

Doch wie geht es jetzt weiter mit dem ehrenwerten Haus? «Wenn der Verein bestehen bleibt und seine Aktivitäten weiterführt, und wenn ein Mieter gefunden wird, der bereit ist, öffentliche Veranstaltungen zu akzeptieren, könnte dies ein Konzept sein, das umgesetzt wird», sagt Stadtpräsident Andreas Balg.

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