Arboner Stadtparlament debattiert wieder über die Künstervilla

Im Parlament geht es demnächst wieder um das Sonnenblumenhaus: Der Stadtrat will es veräussern oder im Baurecht der Stiftung übergeben. Doch beide Anträge haben schlechte Chancen.

Annina Flaig
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Das Sonnenblumenhaus steht unter Schutz. (Archivbild: Max Eichenberger)

Das Sonnenblumenhaus steht unter Schutz. (Archivbild: Max Eichenberger)

Mit diesem geschenkten blauen Haus hat sich die Stadt schon immer schwer getan: Das Stadtparlament hat bereits etliche Male über die Zukunft der unter den Namen Haus Max Burkhardt und Sonnenblumenhaus bekannten Jugendstilvilla an der Rebenstrasse 33 diskutiert.

Nun stellt der Stadtrat einen Rückkommensantrag. Und zwar will er zurückkommen auf den Entscheid vom 20. September 2016: Damals lehnte das Stadtparlament den Verkauf des Hauses ab. Stattdessen beauftragte es den Stadtrat, die Übergabe des Grundstücks sowie des Hauses an die noch zu gründende Stiftung Haus Max Burkhardt vorzubereiten.

Stadtrat will keine zusätzlichen Kulturräume

Zusammen mit den Vertretern des Vereins Haus Max Burkhardt hat der Stadtrat unterdessen den Baurechtsvertrag, die Stiftungsurkunde, das Organisationsreglement und die Leistungsvereinbarung der Stiftung Haus Max Burkhardt erarbeitet. Doch der Stadtrat ist nicht überzeugt. In der Botschaft an das Stadtparlament macht er deutlich, dass er keinen Bedarf sieht an weiteren Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen wie es das Sonnenblumenhaus bietet. Aus finanzieller Sicht berge das Sonnenblumenhaus, ob als Mietobjekt oder öffentlich genutzt, ein zu hohes Risiko. Der Stadtrat beantragt dem Parlament deshalb ihm an der nächsten Sitzung vom 18. September die Kompetenz für den Verkauf der Parzelle einzuräumen. Falls dem Verkauf nicht zugestimmt wird, beantragt er die Abgabe der Liegenschaft im Baurecht an die Stiftung.

Der Verein erreicht sein Hauptziel

Die Chancen des Stadtrates, mit seinem Rückkommensantrag durchzukommen, sind gering. Denn wie der Bericht nun zeigt, lehnt die vorbereitende Kommission beide Anträge mit sechs zu eins Stimmen deutlich ab. Stattdessen wurde die Variante wieder aufgegriffen, das Haus im Besitz der Stadt zu behalten. Unter anderem steht im Bericht:

«Das Atelier mit Garten kann dem Verein Max Burkhardt für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden und alles ist in einer Leistungsvereinbarung zu regeln.»

Für den Ausstellungswohnraum sei eine Zusammenarbeit mit der Stiftung «Ferien im Baudenkmal» denkbar.

Zumindest der Verkauf des Hauses dürfte damit endgültig vom Tisch sein. «Für den Verein ist das erfreulich», sagt Vizepräsident Dominik Diezi. Denn das Hauptziel sei es immer gewesen, das Haus als Gesamtkunstwerk zu erhalten. Was der Verein davon hält, dass nach Ansicht der Kommission nun anstelle einer Stiftung der Stadtrat das Haus in Eigenregie führen soll, wolle der Vorstand am Freitag beraten.

Das Konzept des Sonnenblumenhauses

1904 erbaute der Künstler Max Burkhardt das Sonnenblumenhaus. Durch Erblasserin Margareth Burkhardt fiel das Haus 2006 der Stadt zu. Es steht unter Schutz von Bund, Kanton und Stadt. 2014 beschloss der Stadtrat den Verkauf. Seither kämpft eine Interessengruppe gegen die Veräusserung der Künstlervilla. Sie hat ein Konzept ausgearbeitet, wie das Haus in Eigenverantwortung einer Stiftung geführt werden soll. Dieses beinhaltet unter anderem sogenannte Annexbauten im südlichen Parzellenteil, die vermietet werden. Aufgrund der Quersubventionen durch diese Neubauten soll der Unterhalt des Hauses sichergestellt werden. (afl)