Arboner Pergola-Debatte landet in Bern

Das Zuwarten im Falle der unbewilligten Bauten beim «Roten Kreuz» will nicht enden. Nun nimmt eine Eidgenössische Kommission die Konstruktion unter die Lupe.

Annina Flaig
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Für die Pergola im Schlossgarten fehlt die Bewilligung. (Bild: Annina Flaig)

Für die Pergola im Schlossgarten fehlt die Bewilligung. (Bild: Annina Flaig)

Der Eingang zum Kastaniengarten ist mit einem rot-weissen Band abgesperrt. Die Parkplätze vor dem Hotel und Restaurant «Rotes Kreuz» ebenso. Seit Oktober macht der Betrieb Winterpause. Zum See hin hat der Restaurantbetreiber Gionatan Capuano zwei Pergolas aufgestellt, ohne dafür eine Baubewilligung einzuholen (unsere Zeitung berichtete). Ein Jahr ist vergangen, seit der Stadtrat entschieden hat, dass zumindest die Pergola im Schlossgarten rückgebaut werden müsse. Doch die Konstruktion steht noch da.

Delegation aus Bern nimmt einen Augenschein

Seit mehr als fünf Monaten liegt der Ball beim Kanton. Denn Capuano hat gegen den Entscheid der Stadt rekurriert. Auch der Thurgauer Heimatschutz hat Rekurs eingelegt. Allerdings will Letzterer beide Bauten rückgebaut sehen, während Capuano beide stehen lassen will.

DBU-Generalsekretär Marco Sacchetti (Bild: Donato Caspari)

DBU-Generalsekretär Marco Sacchetti (Bild: Donato Caspari)

Die Sache ist noch nicht entschieden, wie Marco Sacchetti, Generalsekretär des Departements für Bau und Umwelt (DBU) auf Anfrage sagt. Der Kanton habe bei der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) ein Gutachten eingefordert. Auf dem Sekretariat in Ittigen weiss man über den Fall aus Arbon gut Bescheid. Die Anfrage aus dem Thurgau sei Anfang Oktober eingetroffen. Fredi Guggisberg, Geschäftsführer der ENHK, sagt: «Aktuell sind wir an einer ersten Analyse», sagt . Es gehe nun vordergründig darum, abzuklären, ob die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege ebenfalls beigezogen werden müsse. Danach werde man das DBU für einen Augenschein vor Ort kontaktieren. Guggisberg sagt:

«Ein entsprechendes Gutachten kann den Behörden in der Regel rund drei Monate später zugestellt werden.»

Capuano steht jeden Morgen auf und hofft das Beste

Der Kanton wiederum schickt das besagte Gutachten allen beteiligten Parteien zur Stellungnahme, wie Sacchetti weiter erklärt. «Auf Basis all dieser Unterlagen wird der Kanton dann seinen Entscheid fällen.» Vielleicht passiert das vor dem 1. April. Ab dann will Capuano seine Gäste nämlich wieder unter der Pergola bewirten. Bis dahin wird er wohl das tun, was er dieser Zeitung schon vor Monaten sagte:

«Ich stehe jeden Morgen auf und hoffe auf das Beste.»