Arboner Parlamentarier wollen einen Job-Coach

Das Stadtparlament fordert von der Arboner Regierung eine gesetzliche Grundlage, welche die Einführung eines Job-Coachs ermöglicht. Die Diskussion an der Parlamentssitzung vom Dienstagabend ist lebhaft – und einmal darf sogar geschmunzelt werden.

Annina Flaig
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Ein Job-Coach hilft jungen Erwachsenen in schwierigen Situationen im Arbeitsleben Fuss zu fassen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Ein Job-Coach hilft jungen Erwachsenen in schwierigen Situationen im Arbeitsleben Fuss zu fassen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)


Nach einer fast einstündigen Diskussion gelingt es Peter Künzi, den Stadtparlamentariern am Dienstag ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern: «Ich appelliere an ihren gesunden Menschenverstand», sagt er, notabene als Vertreter der gleichnamigen Gruppierung Xsunder Menschenverstand (XMV). Zusammen mit Urs Schwarz (SP), Lukas Auer (CVP) und Dominik Diezi (CVP) hatte er eine Motion eingereicht, welche den Stadtrat beauftragt, tätig zu werden.

Es geht um die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für die Implementierung eines städtischen Job-Coachings für Jugendliche und junge Erwachsenen im Alter von 16 bis 30 Jahren. Künzi sagt:

«Der Einsatz eines Job-Coachs lohnt sich nicht nur in menschlicher, sondern auch in finanzieller Hinsicht.»

Die Motion sei zwar gut gemeint. Die Stadt Arbon brauche neben den bestehenden Diensten aber keine parallelen Organisationen, sagt Heinz Gygax im Namen der SVP-Fraktion. Der Stadtrat hatte in seiner Stellungnahme darauf hingewiesen, dass Arbon bereits seit 2017 in einem regionalen Job-Coaching-Projekt mitmache. Damit wird nach Meinung des Stadtrates dem Willen der Motionäre entsprochen. Allerdings stösst einigen Parlamentariern sauer auf, dass sie über dieses Projekt nicht früher informiert worden sind. So moniert zum Beispiel Dominik Diezi:

«Mit einer solchen Kommunikation wird kein Vertrauen aufgebaut.»

Diezi ist ausserdem der Meinung, dass die hohen Sozialkosten Parlament und Regierung dazu zwingen, nach einer Lösung zu suchen, damit junge Menschen gar nicht erst in der Sozialhilfe landen. Die Motion wird schliesslich mit 15 zu 12 Stimmen für erheblich erklärt.