Arboner Orgel bekommt Pfeifenpaten

Die Evangelische Kirche hat eine Spendenaktion durchgeführt, um das Instrument in den Originalzustand zurück zu versetzten.

Rosa Schmitz
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Die Orgel der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon findet zurück zu ihrem romantischen Klang – für 120000 Franken. «Der Betrag wird uns ermöglichen, entfernte oder zerstörte Orgelpfeifen wieder einzubauen», sagt Kirchenvorsteherin Ursula Gentsch. Das Geld ist über einer Spendenaktion zusammengekommen. Zahlreiche Private, lokale Firmen und Stiftungen sowie das Amt für Denkmalpflege griffen ins Portemonnaie und wurden «Pfeifenpaten» respektive Unterstützer des Projektes.

Beim Instrument handelt es sich um die grösste Orgel im Kanton mit rund 4000 Pfeifen. Sie soll möglichst in den Originalzustand zurückversetzt werden, und zwar in den aus dem Baujahr 1924. «Einst war ihr Klang weich, romantisch und voll», sagt Organist Simon Menges. «In den 50er- und 60er-Jahren war das aber plötzlich verpönt.» Auch die eigene Orgel sei heller, schriller und nüchterner gestimmt worden. «Diese Schlichtheit im Klangbild soll nun wieder verschwinden.» Vom kalten, seelenlosen Klang solle es wieder in Richtung des ursprünglichen Klanges gehen. «Damit wird die Orgel wieder zu einem wohlklingenden Musikinstrument.» Die Kirchenbesucher würden den Unterschied deutlich hören, sagt Menges.

Ein grossartiger Auftakt

Die Spendenaktion begann am 7. April letzten Jahres mit einem Benefizkonzert und einer Kollekte, die gleich über 2700 Franken einbrachte. Laut Gentsch ein grossartiger Auftakt. «Generell ist der Start reibungslos verlaufen.» Eine der ersten Spenden sei ein sehr grosser Betrag gewesen: 10000 Franken. Menges sagt: «Das war eine grosse Freude und Motivation zugleich.» Letztes Jahr habe es Durststrecken und hin und wieder Zweifel gegeben, ob das Projekt überhaupt realisiert werden könne. Gentsch sagt: «Wir waren uns sehr bewusst, dass wir dafür arbeiten müssen.» Von allein wäre es nicht gegangen. «Aber die harte Arbeit hat sich gelohnt.» Man sei sehr stolz darüber, dass die Spendenaktion geklappt habe. «Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen hinter dem Projekt stehen», sagt Gentsch.

Die Arbeiten starten im August und dauern bis Mitte Dezember. Die Klangrückführung geht Hand in Hand mit der Revision und weiteren Arbeiten. Zuständig ist die Firma Rieger mit Sitz in Vorarlberg.