Arboner «Metropol»-Gelände: Die Suche nach einem Gutachter für die geplanten HRS-Wohntürme am See ist kompliziert

Es gibt Einwände gegen die Person und die Fragen, die er beantworten soll. Der Stadtrat will nichts übers Knie brechen und sich Zeit lassen.

Markus Schoch
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Visualisierung der beiden geplanten Wohntürme auf dem «Metropol»-Gelände.

Visualisierung der beiden geplanten Wohntürme auf dem «Metropol»-Gelände.

(Bild: PD)
  • Im April 2019 stellt der damalige Stadtrat unter der Leitung von Andreas Balg in Aussicht, dass die Arboner im Jahr 2020 über den Gestaltungsplan abstimmen können, der die baulichen Rahmenbedingungen für die beiden geplanten Wohntürme der HRS am See absteckt. Die Behörde will damit möglichst bald einen Grundsatzentscheid erwirken.
  • Im gleichen Monat legt der Stadtrat den Gestaltungsplan öffentlich auf. Es gehen 21 Stellungnahmen dazu ein.
  • Der neue Stadtrat unter der Führung von Dominik Diezi entscheidet sich im Dezember 2019 für ein anderes Vorgehen. Er beschliesst, ein städtebauliches Gutachten einzuholen, das die Frage klären soll, ob das Projekt der HRS mit dem Namen «Riva» mit dem Ortsbildschutz vereinbar ist. Vorher will er sich nicht zum Gestaltungsplan beziehungsweise den Eingaben dazu äussern.
  • Eine geeignete Person zu finden, die allen involvierten Parteien passt, ist nicht einfach. Zudem stellt sich die Frage, welche Fragen der Experte beantworten soll.

Es ist die erwartet schwierige Aufgabe. Vor vier Monaten hat der Arboner Stadtrat beschlossen, ein städtebauliches Gutachten zu den beiden geplanten über 40 Meter hohen Wohntürmen der HRS auf dem «Metropol»-Gelände in Auftrag zu geben. Die Expertise soll klären, ob das Projekt mit dem Namen «Riva» vereinbar ist mit dem Ortsbildschutz.

Die Stadt hat zwar schon im Februar einen Experten gefunden, der ihrer Meinung nach gleichzeitig kompetent, unabhängig und fachlich anerkannt ist. Seine Arbeit hat er aber noch nicht aufgenommen. Das liegt zum einen an der Person, und zum anderen vor allem an den Fragen, auf die sie eine Antwort geben soll, sagt Stadtpräsident Dominik Diezi.

Viele Rückmeldungen in der Vernehmlassung

Zu beidem gibt es Vorbehalte aus Kreisen, die von der Stadt um ihre Meinung gebeten worden waren. Dazugehören die HRS, die IG Metropol, der Thurgauer Heimatschutz, die Denkmalpflege und andere mehr. Diezi sagt:

Stadtpräsident Dominik Diezi.

Stadtpräsident Dominik Diezi.

Bild: PD
«Das Echo in der Vernehmlassung war gross.»

Die Stadt muss jetzt entscheiden, ob sie am Gutachter festhalten oder einen neuen suchen soll und was genau sein Auftrag ist. «Wir werden uns dafür die nötige Zeit nehmen und das weitere Vorgehen sehr sorgfältig aufgleisen», sagt Diezi, der sich nicht unter Termindruck setzen lassen will.

Es gehe in dieser entscheidenden Phase darum, die Diskussionen in die richtige Richtung zu lenken. Wenn es nicht gelinge, einen Konsens unter allen Beteiligten zu finden, was die Rahmenbedingungen der Expertise anbelange, werde es später keine inhaltliche Auseinandersetzung darüber geben. «Stattdessen reden wir dann über personelle Fehlentscheide und Schwerpunkte, die falsch gesetzt worden sind», sagt Diezi. Und meint damit: Der ganze zeitliche und finanzielle Aufwand wäre für die Katz.

Entscheidungsgrundlage für Stadtrat

Das Gutachten soll dem Stadtrat als Entscheidungsgrundlage zum «Riva»-Gestaltungsplan dienen, der vor einem Jahr öffentlich auflag. Es waren 21 Stellungnahmen eingegangen.

Hotel im SaurerWerkZwei

Die HRS ist mit interessierten Investoren im Gespräch

Als Ersatz für das «Metropol» möchte die HRS im SaurerWerkZwei ein Hotel bauen. Der Generalunternehmer setzt die Pläne aber nur um, wenn das Projekt «Riva» mit den beiden Wohntürmen vorne am See zum Fliegen kommt. Dieses ist zwar im Moment blockiert, weil die Stadt ein städtebauliches Gutachten in Auftrag geben will, bevor sie sich zum Gestaltungsplan äussert. Trotzdem hat die HRS in den letzten Monaten die Suche nach möglichen Investoren für das Hotel verstärkt. Sie steht aktuell in Kontakt mit möglichen Interessenten. Ein Baugesuch ist aber noch kein Thema. (mso)

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