Arboner Kulturverein Presswerk: «Wir wollen kein Member-Club sein»

Einer Reihe von Konzerte hat den Betrieb der Eventhalle zum Fliegen gebracht. Die Besucher-Kapazität wird erhöht.

Max Eichenberger
Merken
Drucken
Teilen
Reeto von Gunten serviert das kulturelle Dessert. Bild: Max Eichenberger

Reeto von Gunten serviert das kulturelle Dessert. Bild: Max Eichenberger

Seit Eröffnung des Kulturzentrums vor anderthalb Jahren ist der Kulturverein Presswerk aktiv. «Er wurde gegründet, um das Zentrum mit Veranstaltungen in zu beleben», sagt Präsident Daniel Eugster. «Das ist uns gelungen», sagt Co-Präsident Cyrill Stadler. Beide sitzen im Verwaltungsrat der Kulturzentrum Presswerk AG. Stadler spricht an der Mitgliederversammlung am Donnerstag von der Stimmung an Konzerten, die nicht nur beim Publikum Resonanz gefunden hätten. Zehn bis zwölf veranstaltet der Kulturverein pro Jahr und präsentiert Acts mit Starpotenzial. Manche spielen schon in höheren Ligen, für andere ist die Presswerk-Bühne ein Sprungbrett. Mit Folgen, sagt Stadler: «Wir werden von Agenturen bestürmt.» Stadler hat als Präsident des Arboner Summerdays-Festivals ein gutes Netzwerk.

Mitgliederbeiträge berechtigen zum Konzertbesuch

«Um nachhaltig zu wirken und den Kulturbetrieb in Schwung zu halten, brauchen wir eine grosse Community», sagt Eugster. Die Mitglieder bieten dem Vorstand Rückendeckung: Von Null auf 250 war der Start rasant. Auf Antrag des Vorstandes beschliesst die Versammlung, die Zahl der Member auf 300 aufzustocken. Diese bieten über die Mitgliederbeiträge, die als Gegenleistung zum Konzertbesuch berechtigen, einen Einnahmesockel von 72000 Franken. 60000 sind im Budget 2019 eingestellt.

«Wir wollen aber kein Member-Club sein», sagt Stadler. Weil die Besucher-Kapazität der Halle von 500 auf 750 erhöht werden konnte dank neuem Notausgang-Konzept, kommen je Veranstaltung 450 Tickets in den Verkauf. Dieses Publikum ist dem Verein wichtig. Luc Gmür von der Eventhalle-Vermarkterin und Gastronomie-Pächterin Miggroup ergänzen nach der Wahl den Vorstand.

Der Verein zahlt 12000 Franken Miete

Auch aus finanzieller Sicht lasse sich der Start sehen, sagt Eugster, der im Pingpong mit Stadler die Versammlung fast schon als kleine Show inszeniert. Bei einem Verlust 2017 resultiert in der Rechnung 2018 ein Gewinn von gut 1800 Franken. Der Verein operiert mit einem Budget von einer Viertelmillion. Gagen, Künstlerbetreuung und zurechenbarer Aufwand machen mit 100000 Franken den grössten Ausgabeposten aus. Der Verein zahlt der Presswerk AG 12000 Franken Miete und tätigt Investitionen im Bereich Unterhalt. Neben den Member-Einnahmen erzielt der Verein Ticketerlöse von 65000 Franken. Dank der Kapazitätserweiterung dürften diese künftig leicht höher liegen. Stadler vedankt den von Seiten der Stadt gesprochenen Beitrag von 15000 Franken. Der Kulturveranstalter hofft auf einen Beitrag des Kantons von 30000 Franken.

Für das kulturelle Dessert ist der Berner Autor und SRF3-Radiomoderator Reeto von Gunten besorgt. Mal beklemmend, mal heiter sind seine Geschichten mit subtilen Einblicken in die menschliche Seele – auch der eigenen.