Arboner Kirchgemeinde sucht soziale Investoren für Bauprojekt

Die Vorsteherschaft der evangelischen Kirchgemeinde will das ehemalige Alters- und Pflegeheim mit fast 7500 Quadratmetern Land im Baurecht abgeben. Es gibt schon einige Interessenten.

Markus Schoch
Merken
Drucken
Teilen
Das Gebäude des ehemaligen Alters- und Pflegeheims soll nach Möglichkeit erhalten werden. (Bild: Max Eichenberger)

Das Gebäude des ehemaligen Alters- und Pflegeheims soll nach Möglichkeit erhalten werden. (Bild: Max Eichenberger)

Die Kirchenbehörde ist in Zugzwang. Denn der Kanton will den Mietvertrag für das ehemalige Alters- und Pflegeheim nicht verlängern. Die Peregrina-Stiftung nutzt die Liegenschaft seit Anfang 2017 als Durchgangsheim für Asylbewerber. Doch nun schliesst es der Kanton nach zwei Jahren bereits wieder. Grund sind einerseits die stark rückläufigen Zahlen bei den Asylgesuchen und andererseits die Neuorganisation im Asylbereich.

Weil sich die lange Zeit im Vordergrund stehende Idee eines Hospizes für todkranke Menschen nicht verwirklichen liess, sucht die Kirchenvorsteherschaft jetzt Investoren für das 7445 Quadratmeter grosse Areal an der Romanshornerstrasse 44. Abgeben will sie das Land für 100 Jahre im Baurecht, wovon sich die Kirchgemeinde Einnahmen von jährlich rund 150000 bis 180000 Franken erhofft. Zum Vergleich: Der Ertrag aus der Vermietung des ehemaligen Heimes an den Kanton beläuft sich auf netto rund 100000 Franken pro Jahr.

Kein Spekulationsobjekt

In ihrer Dokumentation schreibt die Vorsteherschaft, dass «die Umsetzung eines Projektes unter Berücksichtigung sozialer Aspekte vorausgesetzt wird.» Und weiter: «Auf dem Areal soll weder ein Spekulationsobjekt noch Wohnraum im Hochpreissegment entstehen. Es soll eine ausgewogene Balance zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen angestrebt werden.»

Die Behörde wünscht sich eine gesamtheitliche Lösung über die beiden Parzellen der Liegenschaft. Und auch, dass das sanierungsbedürftige Gebäude mit Jahrgang 1883 erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt wird. Einem Abbruch des Hauses widersetzt sich die Vorsteherschaft aber nicht grundsätzlich. Je nach Konzept könnte sie sich ihn durchaus vorstellen.

Kirchenpräsident ist zuversichtlich

Kirchenpräsident Robert Schwarzer sagt, es gebe bereits einige Interessenten. (Bild: Donato Caspari)

Kirchenpräsident Robert Schwarzer sagt, es gebe bereits einige Interessenten. (Bild: Donato Caspari)

Bis am 15. Dezember dieses Jahres können Interessierte das Objekt besichtigen. Abgabefrist für Angebote ist der 28. Februar 2019. Ziel der Behörde ist es, der Kirchgemeindeversammlung Mitte des nächsten Jahres ein Projekt zum Entscheid vorzulegen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir einen geeigneten Partner finden», sagt Kirchenpräsident Robert Schwarzer. «Es gibt schon einige Interessenten.» Damit die Liegenschaft ab Februar 2019 nicht leer steht, prüft die Kirchenvorsteherschaft eine Zwischennutzung, deren Dauer davon abhängt, wie schnell ein allfälliger Investor parat ist.