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Arboner Infocenter vor dem Aus

Zuerst hat die Stadt ihre Leistungsvereinbarung mit dem Trägerverein gekündigt. Jetzt zieht die Gemeinde Egnach nach. Ratlosigkeit macht sich breit.
Tanja von Arx
Die Geschäftsstelle von Arbon Tourismus in der Altstadt. Bild: Tanja von Arx

Die Geschäftsstelle von Arbon Tourismus in der Altstadt. Bild: Tanja von Arx

Eigentlich wollte Kaspar Hug sein Amt als Präsident von Arbon Tourismus auf nächstes Jahr abgeben. «Vor Problemen mache ich mich aber nicht davon», sagte er vorgestern Abend an der Hauptversammlung des Vereins in der Egnacher «Seelust». Und meinte damit den Wirbel um den Fortbestand des Infocenters im Städtli (unsere Zeitung berichtete).

Gemeinde Egnach: «Wir haben lang gesponsert»

Stephan Tobler, Gemeindepräsident von Egnach. Bild: Donato Caspari

Stephan Tobler, Gemeindepräsident von Egnach. Bild: Donato Caspari

Wie bekannt wurde, hat auch Egnach den Leistungsvertrag mit dem Trägerverein gekündigt. Neu will die Gemeinde nur noch 1000 statt 9000 Franken zahlen. Gemeindepräsident Stephan Tobler sagt: «Beim früheren Betrag handelte es sich eher um Sponsoring, die Einwohner hatten dafür keine direkte Gegenleistung.» Über einen Mitgliederbeitrag wolle man Solidarität zeigen. «Wir sehen mehr Potenzial im regionalen Tourismuskonzept von Thurgau Tourismus und zahlen den restlichen Betrag dahin.» Das Geld fliesse denn nicht einfach nach Romanshorn, wo deren neue Geschäftsstelle situiert sei, wie das oft behauptet werde. Und vor allem fliesse wieder ein Teil davon zurück. «Das Bedürfnis für ein Infocenter in der Arboner Altstadt besteht in Egnach nicht», sagt Tobler.

Roggwil weiss nicht, wie weiter

Unmissverständlich eine Reaktion auf die Kürzung des Beitrags der Stadt Arbon von 75000 auf 25000 Franken, in deren Folge die Geschäftsstelle zumindest nach Angaben von Präsident Hug «kurz vor dem Aus» steht. Mit der neuen Vereinbarung könne man den Betrieb nur noch bis Ende 2020 stemmen. In der Folge hat indes auch Steinach den Leistungsvertrag vorsorglich gekündigt, der jährlich 7000 Franken umfasst. Die letzte beteiligte Gemeinde Roggwil weiss noch nicht wie weiter, stellte sich an der Versammlung sich heraus. Roggwil zahlt heute ebenfalls 7000 Franken pro Jahr.

Andreas Balg, Stadtpräsident von Arbon. Bild: Nana do Carmo

Andreas Balg, Stadtpräsident von Arbon. Bild: Nana do Carmo

Wie viel ist das Infocenter den Arbonern wert? Diese Frage stand im Zentrum des Abends. So sehr, dass sogar die Traktandenliste angepasst wurde. Unter dem Punkt «Mitgliederbeiträge» unterbreitete Stadtpräsident Andreas Balg den Vorschlag, diese zu erhöhen, namentlich von 30 auf 50 Franken für Private und von 90 auf 100 Franken für Vereine. «Wir hoffen auf ein Zeichen.» Der Stadtrat sieht die Zukunft des Infocenters ebenfalls eher im regionalen Tourismuskonzept.

Das Votum stiess aber sogleich auf Kritik. Von Seiten der Mitglieder hiess es: «Anträge müssen zehn Tage vor der Versammlung eingereicht werden.» Ausserdem könne man ohne Kenntnis des Budgets keine Entscheidungen treffen. Das Budget wurde in der Folge vorgezogen.

Parlamentarier Lukas Auer macht viele Fragezeichen

Aber auch danach war vieles unklar. So fragte CVP-Parlamentarier Lukas Auer, wo es denn konkret harze, dass Arbon Tourismus den neuen Vertrag mit der Stadt nicht unterzeichnen wolle. «Es ist etwas unschön, das aus den Medien zu erfahren.» Kaspar Hug machte einerseits Eckpunkte des Vertrags geltend wie dass dieser auch an Thurgau Tourismus gehe, andererseits auch inhaltliche, worunter insbesondere ein Wegfall der bislang gängigen Pauschalen fiele. Schlussendlich einigte man sich im Zuge eines Votums von Stadtrat Peter Gubser, dass der Vorstand auf die nächste Versammlung eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge prüfen respektive beantragen würde. Nur findet diese erst in einem Jahr statt, der gekündigte Vertrag läuft aber Ende Jahr aus.

Gegen Schluss des Abends sagte Andreas Balg, der Stadtrat und der Vorstand von Arbon Tourismus hätten am vergangenen Montag wieder das Gespräch aufgenommen. «Über die Medien wollen wir nicht mehr kommunizieren.» Interessant, da doch offenbar die Medien den Stein des Anstosses gaben, dass die Verantwortlichen nun nochmals über die Bücher gehen wollen.

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