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Streitobjekt am Arboner Seeufer: Die beiden Hochhäuser kommen vors Volk

Der Stadtrat will den Gestaltungsplan zum Projekt «Riva» nächstes Jahr zur Abstimmung bringen. Es geht in erster Linie darum, ob das Hotel Metropol durch zwei über 40 Meter hohe Zwillingstürme ersetzt wird.
Annina Flaig
In der Arboner Bucht, wo heute das Hotel Metropol steht, will HRS das Projekt «Riva» mit diesen Zwillingstürmen realisieren. (Bild: Visualisierung/PD)

In der Arboner Bucht, wo heute das Hotel Metropol steht, will HRS das Projekt «Riva» mit diesen Zwillingstürmen realisieren. (Bild: Visualisierung/PD)

Das besagte Land befindet sich an bester Lage: «Fenster zum See» wird die städtische Parzelle in der Bucht genannt. Nebenan befindet sich die Parzelle von HRS Real Estate, auf welcher das Hotel Metropol steht - noch. Geht es nach dem Wunsch von HRS und der Stadt, soll das Gebäude aus den 60er Jahren abgerissen werden und einem neuen Projekt Platz machen: Es heisst «Riva» und sorgt in Arbon seit sechs Jahren für Diskussionen.

Letztes Jahr wurde die Schutzfrage endgültig geklärt: Das Departement für Bau und Umwelt hat den Entscheid des Stadtrates gestützt und den Rekurs des Heimatschutzes abgelehnt: Das Metropol wird nicht unter Schutz gestellt. Seither wurde es ruhig um das Streitobjekt am See hinter dem Bretterverschlag. Ein schöner Anblick ist es nicht. Stadtpräsident Andreas Balg sagt:

«Es ist dringend nötig, dass dort etwas entsteht, dass der Qualität dieses Standortes entspricht.»

Deshalb habe der Stadtrat in seiner Sitzung vom Montag beschlossen, dass er die Bevölkerung über den Gestaltungsplan «Riva» abstimmen lassen will. «Wir sind der Meinung, dass es in dieser Kontroverse einen Grundsatzentscheid braucht», sagt Balg. Die Frage lautet: Wollen die Arboner an diesem Standort zwei Hochhäuser zulassen? Denn der zur Debatte stehende Gestaltungsplan für die beiden Parzellen wurde aufgrund der beiden über 40 hohen Zwillingstürme im Rahmen des Projektes «Riva» gemacht.

«Aus unserer Sicht ist es ein Gewinn, wenn wir künftig zwei schmale Türme haben, dort wo jetzt das Hotel Metropol als riesiger Bauklotz steht», sagt Stadtplanerin Fabienne Egloff. Sie und Balg reden von Durchlässigkeit, Durchblick und mehr öffentlichen Grünflächen und Seezuggängen als sie das Metropol heute bietet. Das Projekt «Riva» auf dem insgesamt über 10 000 Quadratmeter grossen Areal erfülle die Anforderungen des Stadtrates optimal (vgl. Kasten).

Stadtrat treibt die Sache nun voran

Vom 5. April bis 3. Mai läuft das Mitwirkungsverfahren. «Während dieser Frist kann sich jeder formlos einbringen», erklärt Egloff. Allenfalls werde der Gestaltungsplan bereits im Mai öffentlich aufliegen können. Je nach Anpassungen passiere das später. Danach wird eine Botschaft ausgearbeitet, die im Parlament diskutiert wird, bevor sie 2020 zur Abstimmung kommen soll.

Die Stadt lädt am Dienstag, 9. April, um 20 Uhr zum Infoabend im Seeparksaal ein.

Das Projekt «Riva»

Das Hotel Metropol ist seit November 2016 geschlossen. Die Eigentümerin HRS Real Estate AG plant den Abbruch des Gebäudes und die Realisierung des Projekts «Riva», das 2013 als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorging. Geplant sind nebst zwei Wohntürmen mit Hotelzimmern und Wohnungen im gehobenen Stil im Erdgeschoss ein Restaurant mit Seeterrasse, Gewerberäume sowie ein Saal für 150 Personen. Auf der Städtischen Parzelle, wo heute Parkplätze sind, solle es eine öffentliche Parkanlage geben. Unterhalb ist eine Tiefgarage möglich.

Chronologie – Was sonst noch geschah

  • 1964: Eröffnung Hotel Metropol und Verkaufsflächen
  • 1978: diverse Umbauten und Erweiterungsbau «Nord»
  • 1997: diverse Umbauten, Vordach und Liftanbau
  • 2007: Migros Ostschweiz verzichtet auf Totalumbau
  • 2011: Migros Ostschweiz verkauft an HRS
  • 2013: Durchführung Architekturwettbewerb, Projekt «Riva» gewinnt
  • 2014: Einreichung Gestaltungsplan zur Vorprüfung
  • 2014: Abstimmung Schutzplan Arbon (Metropol kein Schutzobjekt)
  • 2015: Erhalt Vorprüfungsbericht (Schutzstatus nicht geklärt)
  • 2016: HRS schliesst Hotel Metropol im November
  • 2017: Stadtrat beschliesst im September, Hotel Metropol nicht unter Schutz zu stellen
  • 2017: Thurgauer Heimatschutz reicht im November beim DBU Rekurs ein
  • 2018: DBU weist im August Rekurs ab, Heimatschutz reicht keine Beschwerde ein
  • 2020: Abstimmung zum Projekt «Riva» geplant

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