Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Arboner Bundesfeier: Hängepartie um Headliner Blocher

Die Sache ist unangenehm: Mit der Ankündigung von Christoph Blocher als Bundesfeier-Redner hat die SVP den organisierenden Verein düpiert. Das Ringen um eine Lösung sprengt Fristen und die Beteiligten sind wortkarg.
Max Eichenberger
Der Verein Bundesfeier Arbon möchte den 1.-August-Anlass möglichst unpolitisch über die Bühne gehen lassen, wie 2018. (Bild: Max Eichenberger)

Der Verein Bundesfeier Arbon möchte den 1.-August-Anlass möglichst unpolitisch über die Bühne gehen lassen, wie 2018. (Bild: Max Eichenberger)

Tritt bei der zweiten Durchführung nach dem Neustart der Arboner Bundesfeier schon der erste Ausnahmefall ein? Da war doch erst ein Verein in die Bresche gesprungen, der den wohl traditionellsten Anlass überhaupt gerettet und organisatorisch wie programmatisch neu aufgestellt hatte. Das Format: Die 1.-August-Feier sollte unpolitisch daherkommen, keine Plattform für Politiker mehr sein, vielmehr als Familienanlass über die Bühne gehen. Mit der Schriftstellerin Andrea Gerster als eingeladene Gastrednerin lebte die EVP, die 2018 turnusgemäss das Vorschlagsrecht hatte, diesem neuen Grundsatz nach.

Der alt Bundesrat wird wohl kein Märchen erzählen

Doch dann kündigte die SVP im Frühling in einer öffentlichen Mitteilung alt Bundesrat Christoph Blocher als «Headliner» für die diesjährige Bundesfeier an. Dies ohne Absprache mit dem organisierenden Verein. Die Nomination Blocher, mit dem 79-jährigen SVP-Politurgestein offenbar niet- und nagelfest gemacht, wie auch das eigenmächtige Vorgehen der SVP-Ortspartei kamen nicht gut an. Der frühere Magistrat und nimmermüde Parteilenker aus der Privatierlounge würde wohl im Jakob-Züllig-Park kaum ein unverfängliches Märchen über rot-weisse und blau-gelbe Blümchen erzählen, ebenso wenig einen Vortrag über Albert Anker halten wollen. Darum, und weil das neue Konzept aus den Angeln gehoben würde, intervenierte der Verein bei der lokalen SVP und verlangte nach einer Klärung.

Gerade einen Nationalfeiertag unpolitisch zu begehen, würde diesem nicht gerecht, äusserten sich SVP-Vertreter inoffiziell. Offiziell schwieg aber die Partei. Eine erste Frist am 15. Mai verstrich ohne Klärung der Sachlage und wie es in der Causa 1. August weitergehen soll. Der Verein Bundesfeier Arbon, überparteilich, aber bestückt mit Vertretern von Parteien, soll als möglichen Ausweg aus der Sackgasse erwogen haben, sich aus der Organisation des Anlasses in diesem Jahr auszuklinken und sie der SVP mit allen Risiken zu überlassen – ihr also eine Art Brücke zu bauen. Die Bedenkzeit erstreckte sich, Gespräche liefen hinter den Kulissen weiter.

Informationen lassen auf sich warten

Am Mittwoch waren gemäss verlässlicher Quelle Sitzungen anberaumt, eine mit der Interpartei, einer informellen Plattform der Ortsparteien. Die Interpartei hat bei der Bundesfeier auch ein Wörtchen mitzureden. Weder Konrad Brühwiler seitens der SVP, dessen Amtszeit als Stadtrat gestern abgelaufen ist, noch Präsident Roland Widmer oder Cyril Stadler als Vertreter des Vereins wollten gestern, zwei Tage nach der Sitzung, auf wiederholte Nachfrageversuche per Telefon und Whatsapp zu den Gesprächsergebnissen Stellung beziehen.

Dabei dürften die Sitzungsbeschlüsse nach der ohnehin schon langen Hängepartie die Öffentlichkeit durchaus interessieren. Etwa: Unter welchem Veranstalter und in welchem programmatischen Rahmen findet die Bundesfeier statt? Mit welchen Kosten – und wer sie trägt. Mit Christoph Blocher definitiv als Redner? Mit welchen Auflagen für eine Bewilligung? Am neuen Ort im Jakob-Züllig-Park?

Doch vorerst gibt es dazu keine Informationen: «Wir haben vereinbart, uns zuerst mit allen Beteiligten zu besprechen, bevor wir extern kommunizieren», sagt Interpartei-Präsident Bernhard Bertelmann. Laut Cyrill Stadler wird eine Medienmitteilung vorbereitet, koordiniert von Interpartei, Verein und SVP. Stadler fügt an: «Bevor der gemeinsame Text nicht steht, geben wir keine Statements ab.» So bleibt weiter Warten angesagt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.