Arbon
«Wir wollen für jüngere Gäste attraktiver werden»: Jetzt können die Besucherinnen und Besucher des Saurer-Museums Informationen über die Exponate per QR-Code abrufen

Seit zehn Jahren tauchen Interessierte in einer Fabrikationshalle in die Geschichte der ehemaligen Textil- und Fahrzeug-Weltfirma Saurer ein. Nun kommt das Oldtimer-Museum fortlaufend in der digitalen Welt an. Bequem übers Handy können immer mehr Videos der Maschinen und Fahrzeuge angeschaut werden.

Diego Müggler
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Das Saurer-Museum in Arbon hat zahlreiche antike Exponate ausgestellt.

Das Saurer-Museum in Arbon hat zahlreiche antike Exponate ausgestellt.

Bild: Mareycke Frehner

Auf Knopfdruck beginnt die Maschine zu laufen. Die geölten Zahnräder setzen sich in Bewegung, ein drei Meter langes Maschinenteil rückt regelmässig nach rechts und wieder zurück. Im gleichen Takt sticken die paar Dutzend parallel eingespannten Nadeln den feinen Faden in den weissen Stoff. Der Lärm durchströmt die Halle im «Saurer Werk 1». Obwohl seit zehn Jahren das Saurer-Museum darin beheimatet ist, fühlt sie sich an wie die Produktionshalle vor Hundert Jahren.

Auffallend an den antiken Ausstellungsobjekten sind die QR-Codes. Aktuell will der Oldtimer-Club-Saurer (OCS), der das Museum betreibt, mehrere Ausstellungsstücke mit QR-Codes versehen. Die Besuchenden können dadurch Videos und weitere Informationen über das Ausstellungsobjekt auf ihrem Smartphone abrufen.

Heinz Oertle vom OCS sagt dazu:

«Wir wollen für jüngere Gäste attraktiver werden.»

Die Geschichte des Familienunternehmens ist, wie im Museum gezeigt, über ein Jahrhundert weg glorreich. Als tausendfacher Arbeitgeber war Saurer massgeblich am explosionsartigen Wachstum der Region seit 1860 beteiligt, die Firma machte Arbon zur bekannten Industriestadt.

Auch Hundert Jahre nach dem Tod von Firmenpatron Adolph Saurer ist dessen Name weitum bekannt.

Auch Hundert Jahre nach dem Tod von Firmenpatron Adolph Saurer ist dessen Name weitum bekannt.

Bild: Mareycke Frehner

Heutzutage ist es weniger das Unternehmen, sondern mehr seine Geschichte und das Museum, das die Leute nach Arbon lockt. Speziell für den Tourismus wirkt das Saurer-Museum wie ein Magnet.

Weniger Führungen im Zuge von Corona

«Wir haben jährlich um die 10'000 Besuchende», sagt OCS-Mitglied Oertle. Seit Beginn der Pandemie seien die Buchungen von Führungen für Unternehmen, Vereine und Schulen zurückgegangen. Dafür würden mehr Schweizer das Museum besuchen, so Oertle. «Es sind Berner, Tessiner, Welsche - Leute aus der ganzen Schweiz, die pandemiebedingt im Inland Ferien machen.»

Hinweis: Das Museum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Informationen unter www.saurermuseum.ch.