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Was passiert, wenn der Biberdamm bricht? Die Stadt geht auf Nummer sicher

Biber haben den Imbersbach beim Strandbadparklatz zu einem richtigen See aufgestaut. Der von den Nagetieren geschaffene Riegel hat den Wassermassen in diesem verregneten Sommer problemlos standgehalten. Doch wenn er dereinst dem Druck nachgeben sollte? Die Stadt gibt eine Studie in Auftrag.

Markus Schoch
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Der Biberdamm mit Stausee dahinter.

Der Biberdamm mit Stausee dahinter.

Bild: Markus Schoch

Es besteht kein Grund zur Sorge. Dieser Meinung ist Stadtrat Didi Feuerle. Der grosse Biberdamm beim Imbersbach habe sich in den letzten Wochen und Monaten als äusserst widerstandsfähig erwiesen. Und das, obwohl der Pegel des Fliessgewässers wegen der anhaltenden Niederschläge hoch war. «Der Damm hat den Fluten problemlos standgehalten», sagt Feuerle. Ganz unbeschadet hat das Bauwerk die Starkregen allerdings nicht überstanden.

Teilweise hat die Strömung die oberen Bereiche des Dammes mitgerissen, sodass der Wasserstand des Stausees etwa 70 Zentimeter unter dem zuletzt üblichen Wert lag. Und dabei dürfte es nach Einschätzung von Feuerle noch ein paar Wochen bleiben. Denn die Biber kümmern sich derzeit nicht um den Damm und nehmen auch keine Reparaturarbeiten vor. «Wir gehen davon aus, dass sie ihn erst wieder im Herbst/Winter auf das ursprüngliche Niveau erhöhen.»

Ein plötzlicher Bruch ist unwahrscheinlich

Zuletzt seien die Fussgängerbrücken über den Bach stromabwärts bei extremen Wolkenbrüchen jeweils vorübergehend unter Wasser gestanden, sagt der Grüne. Ein Sicherheitsrisiko habe aber nicht bestanden. Bereits an der letzten Sitzung des Parlaments im März hatte Feuerle entsprechende Befürchtungen zerstreut. Er sagte damals:

Stadtrat Didi Feuerle.

Stadtrat Didi Feuerle.

Bild: Andrea Stalder
«Biberdämme sind sehr stabil. Ein plötzlicher Bruch, bei dem der ganze Stausee auf einmal ausläuft, ist sehr unwahrscheinlich, was auch die Einschätzung der kantonalen Fachstelle ist.»

Die Stadt will aber auch auf diesen unwahrscheinlichen Fall vorbereitet sein. Sie lasse die Folgen in einer Studie simulieren, stellte Feuerle im Frühling in Aussicht. Dieses Gutachten liegt noch nicht vor. Sie seien jetzt daran, ein spezialisiertes Ingenieurbüro zu suchen, sagt Feuerle. Einfach sei das nicht. «Diese Experten sind auf Monate hinaus ausgebucht.» Es bestehe aber kein Zeitdruck.

Wassergraben entlastet Nadelöhr

Durchlass beim Bahndamm.

Durchlass beim Bahndamm.

Bild: Markus Schoch

Eigentliches Nadelöhr beim Imbersbach ist der Durchlass beim Bahndamm. Die Kapazität der Röhre ist diese Tage an ihre Grenzen gestossen. Doch selbst wenn Bäume oder anderes Schwemmgut sie verstopfen sollte, besteht gemäss Feuerle kein Grund zur Sorge. «Richtung Seemoosriet verläuft ein Entwässerungsgraben, der in einem solchen Fall das Wasser in den See ableiten könnte.»

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