Arbon und Langenargen, eine besondere Freundschaft

Die beiden Regierungen trafen sich zum Abendessen. Der Austausch hat Tradition.

Tanja von Arx
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Die Behörden unter ihren Flaggen. (Bild: Tanja von Arx)

Die Behörden unter ihren Flaggen. (Bild: Tanja von Arx)

Freundschaft, Kooperation, Verwaltungspartnerschaft – für die Verbindung zwischen Arbon und Langenargen gibt es viele Worte. Tatsache ist: Die beiden Ortschaften am See haben es richtig gut miteinander. Zum Zeichen der Verbundenheit reiste der Schweizer Stadtrat mit Stadtschreiberin am Dienstag auf der MS Mars ans nachbarliche Ufer, wo der Bürgermeister, die Gemeinderäte und der Leiter des Hauptamts schon warteten. Dies, um die Herzstücke der Gemeinde zu zeigen mit dem neu gestalteten Uferbereich, dem 160jährigen Schloss Montfort – und der Arboner Flagge, die das ganze Jahr über im Hafen hängt.

Das Gleiche einmal verschieden

«Es ist immer wieder erfrischend zu sehen, wie verschieden man das Gleiche machen kann», sagte Bürgermeister Achim Krafft in Bezug auf die Anrainergemeinden. So wunderte man sich beim gemeinsamen Abendessen im Restaurant «Engel», dass die Schweizer direkt am Wasser bauen können. «In Langenargen ist schon ein gewisser Abstand Gesetz.» Auch die Verwaltungsstruktur sei eine andere. Während in Arbon Stadtpräsident und Stadträte die Exekutive bilden und das Stadtparlament als Legislative wirkt, leiten die Langenargener Geschicke allein der Bürgermeister und die Gemeinderäte. Und der Bürgermeister werde auf acht Jahre gewählt, nicht wie der Stadtpräsident auf vier, diskutierte man bei Tisch. Stadtpräsident Dominik Diezi überreichte heimischen Apfelchampagner: «Auf Wein sind wir nicht so spezialisiert, aber mit Äpfeln kennen wir uns im Thurgau aus.» Alle lachten.

Die besondere Verbindung entstand nach dem Zweiten Weltkrieg. 1945 versorgten Arboner die Langenargener Kinder mit Schokolade und anderen Lebensmitteln. Eine Renaissance erfuhr der gute Kontakt 1963 während der «Seegfrörni». «Dafür haben wir nicht einmal ein hochdeutsches Wort», sagte Bürgermeister Krafft in die Runde, schmunzelnd.

Bodensee-Oldtimer

Die Mars Vereinigung Arbon kümmert sich seit 1990 um die MS Mars. Vierzig Aktive und über Hundert Fördermitglieder sorgen handwerklich und finanziell für den Erhalt des 1922 erbauten Schiffes. Passagiere können spezielle Fahrten buchen, so die Sunrise-Fahrt, das Captain’s Dinner oder Sweets and Coffee. Maximal Platz finden zwölf Personen. (tva) www.mars-vereinigung.ch