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Arbon soll emissionfrei und geräuscharm werden

Arbon  Die Technische Gesellschaft Arbon wünscht sich eine Erschliessung der Altstadt durch selbstfahrende Busse.Und zwar schon in wenigen Jahren. Die Machbarkeitsstudie soll bis Ende 2019 vorliegen.
Christof Lampart
Solche selbstfahrenden Busse stellt sich die TGA für die Zukunft vor. (Bild: PD)

Solche selbstfahrenden Busse stellt sich die TGA für die Zukunft vor. (Bild: PD)

Im Mittelpunkt stand eine überraschende Ankündigung, nicht nur schöne Worte wie bei einem solchen Anlass üblich. Am 100-Jährigen im Schloss Arbon hielt die Technische Gesellschaft Arbon (TGA) Rückschau, in erster Linie will sie laut dem ehemaligen Präsidenten Hansueli Bruderer mit einem Innovationsprojekt allerdings Impulse für die Zukunft geben.

Eine Innovation für die Altstadt

Die Projektidee: In der Altstadt soll eine Verbesserung geprüft werden, und zwar weil die Altstadt östlich der Bahnlinie nicht mehr an den Nahverkehr-ÖV angeschlossen ist. «Viele, die nicht Auto fahren, haben Mühe, hinzukommen. Wer zum Arzt muss, ist gezwungen, ein Taxi zu nehmen. Und am Abend kommt man ohne Auto auch nicht ohne Weiteres aus dem Zentrum.» Für Bruderer eine unbefriedigende Situation. Abhilfe schaffen könnten Self-Controlled City Liner (SCCL): selbstfahrende Stadtbusse, wie sie heute bereits in Neuhausen SH, Sion, Bern, Genf, Marly NE, Cossonay VD und Zug verkehren.

Der Buschauffeur wird obsolet, das Gesetz schreibt jedoch eine Begleitperson vor. Ausserdem muss ein SCCL an die Leitzentrale eines ÖV-Betriebs angebunden sein, damit der aktuelle Aufenthaltsort bekannt ist. Viel Innovatives winkt. So sind die Betriebskosten markant tiefer wegen des wegfallenden Fahrers. Durch Softwareanpassungen ist zudem hohe Flexibilität gegeben. Und weil die Busse auf Elektroantrieb setzen, ist der Betrieb emissionsfrei und geräuscharm. Schliesslich wäre der SCCL «etwas ganz Neues und interessant», sagt Bruderer.

Zu Arbon passe das Projekt wegen seiner Vergangenheit. «Wir könnten die Stadt als innovativen Industriestandort bekannt machen und gleichzeitig an ihre Automobilgeschichte anknüpfen.» Das, indem man einen modernen Kontrapunkt zum Oldtimer-Club Saurer setze. «Ebenso könnte so ein SCCL beim Saurer-Museum und bei anderen Sehenswürdigkeiten halten, womit der Tourismus von einer attraktiven Beförderungsmöglichkeit profitieren könnte.»

Arbon Energie ist mit im Boot

Um die Eignung zu prüfen, gibt die TGA eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, deren Resultate bis Ende 2019 vorliegen und der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Studie kommt ohne Steuergelder aus. Die TGA selbst leistet einen Startbeitrag von 30 Prozent an die geschätzten Gesamtkosten bis 40000 Franken. Finanzpartner sind das Medizinische Zentrum Arbon, die FPT Motorenforschung AG, die Arbon Energie AG und die Raiffeisenbank Regio Arbon.

Bruderer, gleichzeitig Projektleiter der Studie, geht es um Antworten auf die Fragen: Wie sähen mögliche Fahrrouten und -pläne aus? Wie könnte man den SCCL-Betrieb in den bestehenden ÖV (SBB, Postauto, AOT, Bodenseeschifffahrt) einbinden? Was sind die Voraussetzungen für die Zulassung durch das Bundesamt für Strassen und andere zuständigen Stellen? Wie hoch werden die Betriebskosten sein, und welche Fahrzeuge kommen für die Altstadt in Frage?

Bis Ende Januar erfolgt eine formelle Information an alle interessierten Stellen, Institutionen und Körperschaften. Dann soll in Zusammenarbeit mit den Experten der AMoTech GmbH aus Neuhausen SH, welche die Machbarkeitsstudie durchführen, zügig eine geeignete Projektstruktur aufgegleist werden. Die AMoTech GmbH hat einschlägige Erfahrung mit SCCL-Projekten, begleitet sie doch in den genannten Fragen die Städte Schaffhausen, Bern und Monheim (Nordrhein-Westfalen/DE). Die Projektpartner sind zur Mitarbeit eingeladen, bevor für die Machbarkeitsstudie ein Startzeitpunkt festgelegt wird.

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