Arbon: Rosen von Carmen Haag

Es gab viel zu diskutieren am Dienstag an einer Veranstaltung der CVP. Es ging vor allem um den Schutzplan und das Hotel Metropol. Stadtrat Peter Gubser überraschte mit der einen oder anderen Aussage.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Regierungsrätin Carmen Haag. (Bild: Donato Caspari)

Regierungsrätin Carmen Haag. (Bild: Donato Caspari)

Der Stadtrat ist sich vor allem Kritik gewohnt. Am Dienstagabend gab es für einmal auch Lob. Und zwar von Regierungsrätin Carmen Haag. Die Chefin des Departementes für Bau und Umwelt (DBU) nahm an einer von der CVP organisierten Diskussionsrunde zum Themen Bauen und Planen teil und verteilte wiederholt Blumen. So sagte sie in ihren einleitenden Worten: «Arbon ist genau richtig dimensioniert. Die Bauzone ist nicht zu gross und nicht zu klein. Die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben gemacht.»

Beeindruckt zeigte sie sich insbesondere auch von Stadtrat Peter Gubser, der mit ihr und Raumplanerin Karin Bétrisey auf dem Podium stand.

«Er hat einen super Job gemacht.»

Das Kompliment bezog sich auf den Schutzplan, dessen Erarbeitung nicht ohne Nebengeräusche abging.

Schutzplan: Suppe wurde nicht so heiss gegessen

Stadtrat Peter Gubser. (Bild: PD)

Stadtrat Peter Gubser. (Bild: PD)

In einer ersten Runde hatte die Stadt 190 Gebäude aufgenommen, was dem Kanton zu wenige waren. Die Behörde besserte nach und bezog zusätzlich 120 von insgesamt 300 in Frage kommenden Objekten mit ein, was einen Aufschrei auslöste, wie Moderator Luzi Schmid in Erinnerung rief. Tatsächlich sei die Suppe dann aber nicht so heiss gegessen worden, sagte Gubser. Nur ein Drittel der betroffenen Grundeigentümer habe Einsprache eingelegt. Mit den meisten hätten sie sich in Gesprächen gütlich einigen können.

«Es sieht so aus, als ob wir am Schluss nur mit zehn streiten müssen.»

Ein Haus im Schutzplan zu haben, sei nicht unbedingt ein Nachteil, sagte Raumplanerin Bétrisey. «Es gibt durchaus Veränderungsmöglichkeiten. Ich habe in dieser Beziehung viele gute Erfahrungen gemacht.»

Ortsbild von nationaler Bedeutung ist Auszeichnung

Konflikte gebe es vor allem dort, wo jemand versuche, mit etwas Farbe und rücksichtslosen Eingriffen «Kasse zu machen», plauderte Gubser aus dem Nähkästchen. Nicht vergessen gehen dürfe, dass sich bei der Renovationen oder dem Umbau von geschützten Objekten die öffentliche Hand mit 25 Prozent an den Kosten beteilige, sagte Regierungsrätin Haag.

Er sei stolz auf die historisch wertvolle Bausubstanz von Arbon, betonte Gubser. Dass Arbon ein Ortsbild von nationaler Bedeutung habe, sei eine Auszeichnung, war sich der SP-Stadtrat mit Haag einig.

Gubser sieht keine Hochhäuser am See

Zur Sprache kam auch das Hotel Metropol, das jetzt definitiv nicht im Schutzplan ist. Der Heimatschutz hätte es sich anders gewünscht, doch der Kanton wies kürzlich einen entsprechenden Rekurs ab. «Wir haben uns den Entscheid nicht leicht gemacht», beteuerte Haag.

Wie es jetzt weiter geht, konnte Gubser nicht sagen.

«Es ist alles im Fluss, und darum lohnt es sich nicht, darüber zu diskutieren.»

Klar sei, dass das «Metropol» erst abgerissen werden könne, wenn ein bewilligtes Baugesuch vorliege. Die HRS möchte gerne zwei 40 Meter hohe Wohntürme hochziehen. Ob sie das tatsächlich kann, ist eine andere Frage. Nötig wäre eine Änderung des Zonenplans. «Wenn wir darin Hochhäuser direkt am See vorsehen, kommt er in der Volksabstimmung nicht durch», sagte Gubser.

Karin Bétrisey. (Bild: PD)

Karin Bétrisey. (Bild: PD)

Gar keinen Neubau zuzulassen mit Verweis auf das Inventar der schützenswerten Ortsbilder, das in diesem Bereich keine Bauten vorsieht, wäre nach Meinung von Gubser unzulässig. Es gebe eine Art Bestandesgarantie, war er sich mit Bétrisey einig. «Alles andere wäre seltsam», meinte die Raumplanerin.

Burkhardthaus lässt sich vermieten

Das Parlament hat kürzlich entschieden, dass die Stadt das Haus des Künstlers Max Burkhardt behalten soll. «Es stimmt nicht, dass man es nicht vermieten kann. Ich werde innerhalb eines Jahres das Gegenteil beweisen», sagte Stadtrat Peter Gubser. (mso)

Arboner Stadtparlament verhindert Verkauf der Künstlervilla

Die Stadt Arbon muss das über 100-jährige Künstlerhaus Max Burkhardt behalten. Das Parlament schickt die Vorlagen zum Verkauf und zur Übergabe im Baurecht bachab. Damit ist die Regierung wieder dort angelangt, wo sie bereits vor vier Jahren war.
Annina Flaig