Arbon
Rennen, Rollstühle und Rekorde: «Weltklasse am See» zieht über das Pfingstwochenende die Weltelite nach Arbon

Auf der Tartanbahn der Sportanlage Stacherholz rollen dieses Wochenende wieder einmal die Räder in Rekordtempo. 150 Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt werden dem Oberthurgau zeigen, dass Rollstuhlrennen ebenso spannend wie Formel 1 sein können.

Diego Müggler
Drucken
Teilen
Bereits bei der zweiten Auflage des «Weltklasse am See» im Jahr 2006 ging es um jede Sekunde. Hier der Franzose Hubert Rocca Locco (l.) und der Schweizer Marcel Hug.

Bereits bei der zweiten Auflage des «Weltklasse am See» im Jahr 2006 ging es um jede Sekunde. Hier der Franzose Hubert Rocca Locco (l.) und der Schweizer Marcel Hug.

Mario Gaccioli

Was ist «Weltklasse am See»?

Beim 2005 gegründeten Rollstuhlsportanlass Weltklasse am See messen sich Athleten mit körperlichen Beeinträchtigungen in Rollstuhl-Wettrennen über unterschiedliche Distanzen. Austragungsort ist jeweils die 400-Meter-Bahn auf der Sportanlage Stacherholz. Diese ist für ihre ausserordentliche Schnelligkeit bekannt, was sich in den zahlreichen Weltrekorden widerspiegelt.

Wann finden die Rennen statt?

Kommendes Wochenende werden Rollstühle aus aller Welt über die Tartanbahn im Arboner Stacherholz rollen.

Kommendes Wochenende werden Rollstühle aus aller Welt über die Tartanbahn im Arboner Stacherholz rollen.

Donato Caspari

Über das kommende Pfingstwochenende jagen 150 Sportlerinnen und Sportler aus 30 Ländern den Rekordzeiten hinterher. Beginnen wird die siebte Auflage des Anlasses mit den Schweizer Meisterschaften am Freitag und Samstag. Nach einer Pause am Pfingstsonntag kommt es am Montag zu den Rennen mit internationaler Beteiligung.

Gibt es Zuschauende?

Auf dem diesjährigen Flyer des Rollstuhlsportanlasses steht, dass keine Zuschauer zugelassen sind.

Auf dem diesjährigen Flyer des Rollstuhlsportanlasses steht, dass keine Zuschauer zugelassen sind.

PD

Aufgrund der momentan geltenden Richtlinien dürften lediglich 100 Zuschauende bei einem Anlass im Freien dabei sein. «Doch mit Trainern, Staff und Helfenden sei bereits ein Grossteil dieser Kapazität belegt», sagt General Manager und OK-Mitglied Peter Beeler.

«Der Aufwand, für so wenige Personen das Zuschauen mit Schutzkonzept zu ermöglichen, wäre unverhältnismässig.»

Interessierte können trotzdem vom Parkplatz der Berufsschule Arbon aus, welcher nicht zum Gelände des Events gehört, zuschauen.

«Leider wird es keine Fanstimmung geben», sagt Beeler. Doch das sei bei Geisterspielen im Fussball nicht anders. «Damit müssen wir nun mal leben.» Eine Liveübertragung sei in Betracht gezogen worden, das OK habe sich schliesslich dagegen entschieden.

Können gewisse Sportler nicht anreisen?

Aufgrund der Pandemie können Wettkämpfende aus gewissen Ländern nicht am Event teilnehmen. Konkret davon betroffen sind Thailand und China, aber auch gewisse afrikanische und südamerikanische Länder. So fahren dieses Jahr nur 150 anstatt 220 Athleten die Rennen.

Welche weiteren Veränderungen bringt die Pandemie?

Alle Athleten und Helfenden müssen sich täglich testen. Dies wird vor Ort in einem speziell dafür aufgestellten Zelt durch Fachpersonal erfolgen. Obwohl das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Tests zur Verfügung stellt, entstehen für die Veranstaltenden zusätzliche Kosten. Gemäss Beeler wird sich dies auf knapp 20'000 Franken belaufen. «Doch dank guter Partnerschaften mit den Sponsoren werden wir das Event mit schwarzen Zahlen abschliessen können.»

Was für ein Stellenwert hat «Weltklasse am See»?

Die Resultate beim «Weltklasse am See» spielen für alle teilnehmenden Länder eine Rolle bei der Vorauswahl zu den Paralympischen Spielen diesen Sommer in Tokio.

Die Resultate beim «Weltklasse am See» spielen für alle teilnehmenden Länder eine Rolle bei der Vorauswahl zu den Paralympischen Spielen diesen Sommer in Tokio.

Franck Robichon / EPA

Weltklasse am See ist eines der grössten Rollstuhlsportevents in Europa. Neben den Schweizer Meisterschaften finden aber auch internationale Rennen statt, welche in der weltweiten Szene renommiert sind. Aufgrund der Schnelligkeit der Tartanbahn im Stacherholz erzielen Athleten dort des Öfteren Weltrekorde.

Auch für die Paralympischen Spiele diesen Sommer in Japan ist «Weltklasse am See» wichtig. So tragen die Ergebnisse der Wettrennen am kommenden Wochenende zur Entscheidung bei, welche Athleten die einzelnen Länder an die Paralympics schicken.

Aktuelle Nachrichten