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Arbon: Muskeln und Disziplin im Bikini

Jasemin Topcu möchte die Schweizermeisterschaft in der «Bikini Klasse» gewinnen, einer Kategorie im Bodybuilding. Ein Jahr lang richtete sie ihr ganzes Leben auf das Ziel aus.
David Grob
Jasemin Topcu trainiert fünf bis sechsmal pro Woche. (Bild: Reto Martin)

Jasemin Topcu trainiert fünf bis sechsmal pro Woche. (Bild: Reto Martin)

Geld, Freizeit, ihr Privatleben und eiserne Disziplin investierte die Arbonerin Jasemin Topcu in ihr Ziel: Unter die Top Drei in der Schweizermeisterschaft im Natural Bodybuilding & Fitness (SNBF) der «Bikini Klasse» zu kommen, einer Kategorie im Bodybuilding. Am kommenden Sonntag findet der Wettkampf in Unterägeri statt. Bereits 2014 nahm Topcu als Bikini-Athletin an der Schweizermeisterschaft teil und belegte damals den zweiten Rang.

«Man hat kein Privatleben mehr»

Seit rund einem Jahr bereitet sich Topcu auf den Wettkampf vor – eine entbehrungsreiche Zeit, in der die junge Frau auf vieles verzichten muss. «Ich war das letzte Mal an meinem Geburtstag im Ausgang», sagt die Athletin, die im September 30 geworden ist. Und der Feier folgte nicht etwa ein Katermorgen sondern ein Training. «Es braucht viel Disziplin für diesen Lebenswandel», sagt Topcu. Fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert die Arbonerin im Fitnessplus in Arbon, zweimal im Monat bei ihrer Personaltrainerin in der Fitness-Lounge.

Jeweils rund 90 Minuten Kraft, gefolgt von weiteren 30-45 Minuten Ausdauer. Seit rund einem Monat beginnt sie ihren Tag vor der Arbeit mit einer weiteren Ausdauer-Einheit, zu Hause auf ihrem Hometrainer. «Man hat kein Privatleben mehr», sagt Topcu. Doch Topcus Vorbereitungen beschränken sich nicht nur aufs körperliche Training. Die Ernährung ist ein ebenso wichtiges Puzzle-Teil in einem Sport, in dem einzelne Muskelfasern moduliert werden und Körperfett reduziert wird. Poulet, Reis, Früchte und Gemüse stehen auf ihrem Ernährungsplan. «Ich verzichtete in meinen Ferien im Sommer auf jegliche Kohlenhydrate», sagt Topcu. Ferien der Entbehrung, ohne Brot, Pasta oder Alkohol – alles wird dem Ziel untergeordnet. Rund 7000 Franken investierte Topcu bisher aus eigenem Sack in ihr Ziel.

«Es ist praktisch unmöglich, in der Schweiz einen Sponsor als Bikini-Athletin zu finden», sagt sie. Das Geld fliesst in die Finanzierung ihrer persönlichen Trainerin, in die Ernährung, den teuren Bikini und das Fitness-Abo. Doch Topcus Vorbereitungsjahr lief bisher nicht wie gewünscht ab. Im Frühling warf eine Lungenembolie, die glimpflich verlaufen ist, die Bikini-Athletin in ihren Bemühungen zurück. Grippeerkrankungen kamen hinzu.

Trotzdem strebt sie weiterhin die Top Drei an. «Natürlich ist es mit den Ausfällen in der Vorbereitung schwieriger.» Ein wenig hofft Topcu doch noch auf den ersten Rang. Als Schweizermeisterin könnte sie Ende Jahr an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Ein paar Tage vor dem Wettkampf nimmt Topcu frei. Denn es stehen steht ein Fotoshooting, der obligatorische Polygraphentest Coiffeur-, Make-Up- und weitere Schönheitstermine an. Rund 24 Stunden vor dem Wettkampf hört sie auf zu trinken: Der Körper muss entwässert werden, um die einzelnen Muskelfasern stärker zu betonen. Die «Bikini Klasse» ist schliesslich immer noch eine Kategorie des Bodybuildings.

Bodybuilding im Bikini

In der Kategorie der «Bikini Klasse» ist weniger Muskelmasse gefordert als in den Standard-Bodybuilding-Kategorien. So zählen allgemeine Fitness «mit nicht zu definierter Muskulatur», Ausstrahlung, Schönheit und Weiblichkeit zu den Bewertungskategorien. Die Kandidatinnen präsentieren sich erst einzeln und anschliessend gemeinsam in vorgegeben und frei wählbaren Posen, wodurch die Jury einen direkten Vergleich ziehen kann.

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