Arbon
Laut Statuten waren sie verpflichtet, an Abdankungen von Mitgliedern teilzunehmen: Die Seniorenvereinigung Arbon blickt auf 140 Jahre zurück

Die Arboner Seniorenvereinigung wird immer beliebter: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt.

Hedy Züger
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Das Chörli der Arboner Seniorenvereinigung bei einem Auftritt.

Das Chörli der Arboner Seniorenvereinigung bei einem Auftritt.

Bild: Hedy Züger

70 Mitglieder waren es 2011. Heute sind es 150. Die Arboner Seniorenvereinigung ist stolz auf ihre Entwicklung.

Als Veteranenverein wurde die Vereinigung älterer Arboner vor 140 Jahren gegründet. Später hiess sie Altersverein. Schliesslich wurde sie in Seniorenvereinigung umbenannt. Ist wieder eine Änderung fällig? Man darf gespannt sein, denn die Vereinigung bleibt auch mit 140 Altersjahren nicht stehen: Aus dem Seniorenchörli erklingen neuerdings Sopran- und Altstimmen.

Am Anfang wurden die Frauen ausgeschlossen

Frauen waren in den Anfangsjahren des Vereins ausgeschlossen, und sogar das Chörli öffnete sich ihnen erst seit kurzem. Pläne und neue Ideen für das Jahresprogramm 2022 werden derzeit im Vorstand entwickelt. Im Januar 2022 ist im Weiteren der Wechsel im Präsidium von Kurt Müller zu Andrea Taverna vorgesehen.

Die ältesten Protokolle zeigen, dass Henry Mayr aus bekannter Arboner Familie Gründerpräsident war. Die anfänglich 20 Mitglieder legten monatlich 40 Rappen in die Vereinskasse. Laut Statuten waren sie verpflichtet, an Abdankungen von Mitgliedern teilzunehmen.

Dass napoleonische Einflüsse lange weiter bestanden, ist am Begriff Commission – Bezeichnung des Vorstands – abzulesen. Nicht nur das: Versammlungen wurden von Hand in der alten deutschen Schrift protokolliert, und zwar sprachlich öfter mal als Kurzfutter. Für Aktuar Andrea Taverna war das Entziffern oft detektivische Arbeit – und erst recht spannend, dieser Rückblick ins Gründungsjahr 1881.

Sie ist seit 30 Jahren dabei

Elisabeth Näf, Mitglied der Seniorenvereinigung Arbon.

Elisabeth Näf, Mitglied der Seniorenvereinigung Arbon.

Bild: Hedy Züger

Elisabeth Näf (92) kam vor 30 Jahren nach Arbon und wusste: «Wenn ich mich hier heimisch fühlen will, muss ich selber Anschluss suchen.» Sie wurde in der Seniorenvereinigung herzlich aufgenommen und freut sich seither auf jedes der monatlichen Treffen.

«Ich habe hier gute Bekannte gewonnen und freue mich, wenn man mir auf der Strasse freundlich zuwinkt.»
Agnes Akbarzada, Mitglied der Seniorenvereinigung Arbon.

Agnes Akbarzada, Mitglied der Seniorenvereinigung Arbon.

Bild: Hedy Züger

Bei Agnes Akbarzada liefen die Fäden anders. Ihr Partner hörte, dass der Verein eine neue Kassierin suche, und überzeugte sie sowohl zum Beitritt wie auch zur Übernahme der Buchhaltung. «Sie ist eine der Jüngeren», sagt ein Senior anerkennend und augenzwinkernd.

Guido Dalle, Mitglied der Seniorenvereinigung Arbon.

Guido Dalle, Mitglied der Seniorenvereinigung Arbon.

Bild: Hedy Züger

Seit zwei Jahren lebt das Ehepaar Dalle Vedove in Arbon. Guido Dalle Vedove suchte nach neuen Kontakten und überlegte:

«Wenn die Seniorenvereinigung 140 Jahre überdauert hat, muss das eine gute Sache sein.»

Als er Kurt Müller und seinen fröhlichen Stil kennen lernte, schloss er sich dem Verein an und erlebt ihn als wertvoll. Dalle Vedove: «Was der Vorstand auf die Beine stellt, ist enorm.»