Arbon
Kampf um gute Arbeitsplätze: Die Stadt und die Region wollen aktiver Standortmarketing betreiben

Die Wirtschaftsentwicklung hinkt dem Bevölkerungswachstum hinterher. Die Verantwortlichen im Oberthurgau wollen jetzt Gegensteuer geben. Arbon geht mit gutem Beispiel voraus.

Markus Schoch
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Haben die Standortstrategie der Stadt Arbon vorgestellt: Der beigezogene Experte Remo Daguati und Projektleiter Samuel Struhs.

Haben die Standortstrategie der Stadt Arbon vorgestellt: Der beigezogene Experte Remo Daguati und Projektleiter Samuel Struhs.

Bild: Tobias Garcia

«Die Musik spielt nicht im Oberthurgau», sagt der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi und meint damit die wirtschaftliche Entwicklung. Die Region ist als Unternehmensstandort weit weniger beliebt wie als Wohnort. «Das wollen wir ändern», sagt Diezi. Konkret möchten er und seine Amtskollegen in der Region neue Firmen an den Bodensee locken, am liebsten solche mit grosser Wertschöpfung und attraktiven Arbeitsplätzen.

An der Jahresversammlung der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau haben sie einen ersten Schritt in diese Richtung getan. Die Stadt- und Gemeindepräsidenten wollen bis in einem Jahr Entscheidungsgrundlagen erarbeiten für den Aufbau einer regionalen Standortförderung. Die Kosten dafür dürften sich auf rund 120'000 Franken belaufen, wobei Bund und Kanton voraussichtlich mehr als die Hälfte übernehmen werden. «Wir haben dafür positive Signale,» sagte Projektleiter Samuel Struhs. Nichts zu machen, sei eigentlich keine Option, gab er mit Verweis auf den sich weiter akzentuierenden Fachkräftemangel zu verstehen. «Der Kampf um Talente wird sich zuspitzen.»

Arbon geht voraus

Arbon hat den Ball bereits aufgenommen und eine Standortstrategie entwickelt. Darin ist die künftige Positionierung, Entwicklung und Vermarktung der Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht skizziert, und zwar in enger Absprache mit der Regionalplanungsgruppe. Mit im Boot waren auch die Wirtschaftskommission, die kantonale Wirtschaftsförderung und Experten wie Remo Daguati von der Firma LOC AG.

Die Ausgangslage sei gut, sagte dieser am Donnerstagabend. Im Bereich der mittleren Regionalzentren mische Arbon schweizweit an der Spitze mit. Die Region zeichne sich unter anderem durch eine hohe Dichte an privaten Forschungseinrichtungen aus. «Es ist schon vieles Gute da.» Es gehe jetzt darum, diese Stärken gegen aussen sichtbarer zu machen, Lücken zu schliessen sowie Angebot und Nachfrage an beziehungsweise nach Gewerbeland zusammenzuführen, sagte Struhs.

Die Stadt Arbon präsentiert am Donnerstag, 23. September, der Öffentlichkeit ihre Standortstrategie. Der Anlass dauert von 19 bis 20 Uhr und findet im Seeparksaal Arbon statt. Die Platzzahl ist begrenzt. Es wird um eine Anmeldung bis zum 16. September via E-Mail an monique.tomaselli@arbon.ch oder Tel. 071 447 61 06 gebeten.

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