Arbon

Job-Coaching soll bekannter werden: Parlamentarische Kommission fordert, dass junge Erwachsene besser über das neue Angebot informiert werden

Das Parlament hat das Job-Coaching initiiert. Der Stadtrat hat es teilweise bereits umgesetzt. Fraglich bleibt, wie die Zielgruppe besser erreicht werden kann.

Annina Flaig
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Eine junge Frau informiert sich über ihre beruflichen Möglichkeiten.

Eine junge Frau informiert sich über ihre beruflichen Möglichkeiten.

Philipp Schmidli

Nach fast dreijähriger Grundlagenarbeit sind die Treiber eines Job-Coaching-Angebots in Arbon fast am Ziel: Die parlamentarische Kommission beschliesst, einstimmig auf das Geschäft einzutreten. In seiner Botschaft beantragt die Exekutive dem Parlament, dass der Gemeindeordnung ein Artikel zur Einführung eines Job-Coach-Angebots hinzugefügt wird. Die Änderung der Gemeindeordnung bedarf allerdings einer Volksabstimmung. Deshalb soll damit bis zur ordentlichen Revision zugewartet werden.

Die Vorgeschichte des Job-Coachings in Arbon

Das Thema Einführung Jobcoaching hat in Arbon eine längere Vorgeschichte: An der Parlamentssitzung vom 20. Februar 2018 reichten die Parlamentarier Urs Schwarz (SP/Grüne), Lukas Auer und Dominik Diezi (beide CVP/EVP), Peschee Künzi (FDP/XMV) sowie 13 Mitunterzeichnende die Motion «Einführung Jobcoaching Arbon» ein. Die Motion wurde am 24. April 2018 vom damaligen Stadtrat beantwortet, mit der Empfehlung: nicht erheblich. Anlässlich der Parlamentssitzung vom 18. September 2018 erklärten die Parlamentarier die Motion aber als erheblich (15:12 Stimmen). Am 18. November 2019 legte der Stadtrat in seiner neuen Zusammensetzung unter der Führung von Dominik Diezi die Botschaft «Einführung Jobcoaching Stadt Arbon» und das «Konzept Job Coaching Arbon» vor.

Junge Erwachsene stehen im Fokus

Im Fokus des Job-Coachings stehen junge Erwachsene, welche Schwierigkeiten mit dem Einstieg ins Berufsleben im ersten Arbeitsmarkt haben. Das kann zum Beispiel jemand sein, der bereits mehrere Lehren abgebrochen hat. Wie aus dem Kommissionsbericht hervorgeht, wurde die Botschaft teilweise bereits umgesetzt, was die Kommission gutheisst. Handlungsbedarf sieht sie im Bereich der Kommunikation:

«Ein Jobcoaching-Angebot kann erst erfolgreich umgesetzt werden, wenn sich die Betroffenen bei der Stadt gemeldet haben.»

Dafür müsse die Kontaktaufnahme möglichst einfach und das Angebot niederschwellig und bekannt sein. Zentral sei die Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern, den Ausbildungsbetrieben, der Perspektive Thurgau und anderen Netzwerken.

Kommission äussert sich zur Kritik der Gegner

Die Kommission will es der Exekutive überlassen, ob auf Jobcoaching-Agenturen oder auf einen eigenen Job-Coach gesetzt wird. «Klar ist, dass das DOK-Angebot das Job-Coaching nicht ersetzen kann, da es nicht auf jüngere Menschen, die ihren Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden müssen, zugeschnitten ist.» Das ist die Antwort auf eine längere Diskussion in einer Parlamentssitzung Anfang Jahr. Damals behaupteten Gegner, dass es in Arbon bereits genügend Anlaufstellen gäbe.

Durch die Aufnahme eines Artikels in die Gemeindeordnung werde die Grundlage rechtlich verankert und könne nicht grundlos wieder beendet werden, schreibt die Kommission.