Arbon hat neu ein Kulturkonzept und will damit die Identität stärken

Die Stadt Arbon will sich neu positionieren und hat dazu ein Konzept erstellt: Arbon soll im Kanton und der Bodenseeregion neu als Kultur-, Kunst- und Museumsstadt wahrgenommen werden.

Sheila Eggmann
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Ein Aushängeschild in Arbon: das Kulturzentrum Presswerk (Foto: Ralph Ribi)

Ein Aushängeschild in Arbon: das Kulturzentrum Presswerk (Foto: Ralph Ribi)

Die Stadt hat kulturell viel zu bieten: das Presswerk, das Saurer-Museum, ein Schloss, das Sonnenblumenhaus, vielfältige Openair Veranstaltungen - um nur einige Attraktionen zu nennen. «Das prägt und stärkt die Identität», schreibt Vizestadtpräsident Patrick Hug in einer Mitteilung. Und diese soll nun noch mehr gefördert werden.

Bis dato hatte die Stadt Arbon kein Kulturkonzept. Es bestanden lediglich Regeln und Kriterien für die Vergabe von Beiträgen zur Kulturförderung. Deshalb hat eine Fachkommission ein Konzept erarbeitet. Dieses wurde vor einer Woche vom Stadtrat genehmigt. «Das Kulturkonzept zeigt die Vielfalt der Kultur der Stadt Arbon und soll das Fundament der städtischen Kulturpolitik bilden», schreibt Hug weiter. Es lege zudem die städtischen Aufgaben und die Rahmenbedingungen in der Kulturförderung fest. Damit soll sich «das Kulturschaffen, die Vermittlung und die Pflege des reichen Kulturerbes optimal entfalten können».

Rund 120'000 Franken zur Verfügung

Seit vergangenem Jahr ist Arbon Mitglied beim Kulturpool Oberthurgau. Das bedeutet, dass die Stadt pro Einwohner zwei Franken in diesen Pool einzahlt, also rund 30'000 Franken. Dieser Betrag kommt dann, verdoppelt vom kantonalen Lotteriefonds, den Kulturschaffenden zugute. «Wir fahren finanziell besser, seit wir beim Kulturpool dabei sind», sagt Hug auf Anfrage. Zudem seien «im ersten Mitgliedsjahr sehr gute Erfahrungen mit der Mitgliedschaft gemacht worden». Diese seien ebenfalls in das Konzept eingeflossen.

Der finanzielle Rahmen für Förderbeiträge beläuft sich zurzeit auf rund 120'000 Franken. Das meiste Geld floss zuletzt zur Musikschule Arbon, nämlich rund 30'000 Franken. Das soll so bleiben. Der restliche Betrag soll an künstlerisch und kulturell tätige Vereine, Institutionen und Einzelpersonen gehen.

Die Förderungen «berücksichtigen hauptsächlich Institutionen und Projekte von öffentlichem Interesse, die in einem Bezug zu Arbon oder der Region stehen», steht im Konzept.

«Dazu gehören grundsätzlich auch Angebote von oder für kulturelle Minderheiten sowie multikulturelle Veranstaltungen.»

Von Unterstützung ausgenommen seien beispielsweise parteipolitische, gewaltverherrlichende oder missionarisch-religiöse Projekte. Ein wichtiger Aspekt des Konzepts sei, Kultur in vielfältiger Art zu fördern und die Bevölkerung daran teilhaben zu lassen. Um das zu bewirken, werde überprüft, welches kulturhistorische Potenzial in der Altstadt, den Industriehallen und den Seeanlagen zusätzlich zu nutzen wäre.

Flyer stellt öffentliche Kunstobjekte vor

Unter anderem sollen Kunstausstellungen und Skulpturen im öffentlichen Raum gefördert und präsentiert werden. Hierfür wurde neu der Flyer «Kunst im öffentlichen Raum» geschaffen. Dieser stellt 38 Kunstobjekte vor. Das Faltblatt ist bei den Einwohnerdiensten der Stadt, im Infocenter und in Arboner Restaurants erhältlich. Ausserdem soll mit Lesungen die Literatur als Kulturgut gefördert werden. Bei den darstellenden Künsten und den Musikern bietet «die Stadt geeignete Räumlichkeiten, auch für Freilichtaufführungen, an».

Eines der Kunstobjekte, das im Flyer «Kunst im öffentlichen Raum» vorgestellt wird. (Foto: Max Eichenberger)

Eines der Kunstobjekte, das im Flyer «Kunst im öffentlichen Raum» vorgestellt wird. (Foto: Max Eichenberger)

Im Museums-Bereich kann sich Arbon nach Ansicht der Stadt noch entwickeln. Bisher gibt es das Ortsmuseum, das Saurer-Museum und das MoMö. Hug schreibt:

«Als nächstes Ziel möchten wir das Historische Museum Thurgau nach Arbon holen.»

Das Gesuch dazu liegt zurzeit beim Kanton. Fest steht, dass «die Museen stärker zusammenarbeiten und Synergien nutzen sollten», sagt Hug. Denkbar sei, ein Museumspass nach dem Vorbild St. Gallens zu schaffen.

Kulturkonzept

Das Konzept ist auf der Website der Stadt einsehbar oder kann bestellt werden unter: finanzverwaltung@arbon.ch.

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