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Arbon: Eine Polin bloggt über ihr Leben in der Schweiz

Joanna Rutko-Seitler schreibt regelmässig Blogbeiträge in Polnisch. Damit will sie Neuzuzügern aus ihrem Mutterland helfen, sich in der Schweiz einfacher zurechtzufinden.
Valentina Thurnherr
Bei schönen Wetter schreibt Joanna Rutko-Seitler auch gerne im Freien. (Bild: Andrea Stalder)

Bei schönen Wetter schreibt Joanna Rutko-Seitler auch gerne im Freien. (Bild: Andrea Stalder)

Seit 17 Jahren wohnt Joanna Rutko-Seitler in der Schweiz. Für ihre Landsleute aus Polen unterhält sie zurzeit auf Wordpress den Blog «Auslanderka w Szwajcarii» (Ausländerin in der Schweiz). «Polnische Blogs gibt es in der Schweiz einige», sagt Seitler. «Allerdings schreibt niemand über Partys oder Open Airs.» Ein halbes Jahr überlegte die Arbonerin, die jeweils Picknick-Jazz am See organisiert, ob sie es wagen sollte, einen Blog einzurichten und dort regelmässig Beiträge zu veröffentlichen. «Ich wusste, das würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.»

Vom Party- zum Lifestyle-Blog

Am 5. November 2015 wagte sie es und publizierte ihren ersten Blog-Eintrag, damals noch auf Blogspot.pl. Anfangs schrieb sie nur über Partys, die am Wochenende stattfanden. «Das klingt nach wenig, aber es war ein grosser Aufwand. Pro Woche habe ich fünf Stunden Zeit investiert, um gute Partys in der ganzen Schweiz zu finden», sagt Seitler. Der Blog sei eine Erweiterung ihrer Arbeit auf einer Website, wo sie jeweils Fragen von Polen beantwortete, die beabsichtigten, in die Schweiz auszuwandern. «Was mir dabei irgendwann auffiel war, dass viele Männer, die ein paar Jahre hier waren, ihre Familien in die Schweiz holten.» Das seien meist Frauen, die kein Wort Deutsch sprechen und sich in einem fremden Land zurechtfinden müssen. Genau für dieses Publikum entschloss sie sich, ihren Blog zu schreiben. «Mittlerweile ist es mehr ein Lifestyle-Blog geworden, und ich schreibe auch Empfehlungen zu Sehenswürdigkeiten und für Ausflüge, die man in der Schweiz auch mit Kindern unternehmen kann.» Später seien dann auch Rezensionen über Restaurants, Bars und sogar Hotels hinzugekommen.

Seit einem halben Jahr verdient Seitler regelmässig Geld mit ihrem Blog, in dem sie erlaubt, dass Werbung eingeblendet wird. Davor hatte sie schon ab und zu für einen Text eine Gegenleistung erhalten. Wie zum Beispiel ein Gratisessen in einem Restaurant, über das sie eine gute Rezension verfasst hatte. «Ich wurde auch schon in ein Hotel eingeladen für ein Wochenende, um dann auf meinem Blog darüber zu schreiben.»

Überwiegend positive Reaktionen

Mit Hilfe von «Google Analytics» prüft sie häufig, wer ihren Blog anklickt. «Eine Hälfte meiner Leser kommt aus Polen und die andere aus der Schweiz». Wie viele Leute ihren Blog regelmässig lesen, weiss sie allerdings nicht. «Ich sehe nur die Anzahl von Klicks, die ich auf einen Beitrag oder die gesamte Seite bekomme.» In zwei Jahren besuchten rund 115000 Personen die Plattform, das sind im Durchschnitt 160 Personen pro Tag. Im Blog erhält sie vorwiegend positive Kommentare für ihre Texte, wohingegen sich auf Facebook das negativere Publikum tummelt. «Da geben Leute teils ein Urteil über meine Einträge ab, obwohl sie die Texte gar nicht gelesen haben.» Darauf reagiere sie meist mit Verständnis und versuche, dem ganzen noch etwas Humor beizufügen. «Mir ist klar, dass nicht jeder die gleiche Meinung hat.»

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