Arbon
«Ein Traum wird wahr»: Nach 30-jähriger Planung Spatenstich für die Überbauung «Seemoosholz» mit 200 Wohnungen

In einer ersten Bauphase entstehen 36 Eigentumswohnungen. Die Nachfrage ist aktuell sehr gross. Das Investitionsvolumen beträgt über 20 Millionen Franken.

Markus Schoch
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Visualisierung der ersten beiden Häuser.

Visualisierung der ersten beiden Häuser.

Bild: PD

Alex und Rolf Bressan haben viel Geduld gebraucht, sehr viel Geduld. Vor 30 Jahren haben sie mit der Planung für die Überbauung an Hanglage zwischen dem Hotel Seegarten und der Bahnhaltestelle Seemoosriet begonnen. Diese Woche war Spatenstich für die ersten beiden Häuser mit 36 Eigentumswohnungen, die voraussichtlich im Winter 2022/23 bezugsbereit sein werden. In den weiteren Bauetappen sollen weitere sieben Häuser mit insgesamt 200 Wohnungen entstehen.

Eigentlich hätten die beiden Investoren bereits vor 25 Jahren loslegen können. Sie hatten die Bewilligung für den Gestaltungsplan auf dem Tisch. Rolf Bressan sagt:

«Das konjunkturelle Umfeld war aber damals so, dass wir davon absahen, die Pläne zu verwirklichen.»

Als sich die wirtschaftlichen Aussichten verbessert hatten, war der Gestaltungsplan nicht mehr aktuell. «Vorgesehen war ein Quartierladen, in der Zwischenzeit hatte aber Aldi in nächster Nähe eine Filiale eröffnet,» sagt Bressan. Auch die Architektur sei nicht mehr zeitgemäss gewesen.

Fehler kosten Zeit

Vor rund zehn Jahren nahmen die beiden Brüder einen neuen Anlauf. «Es war sehr mühsam», sagt Bressan. Zuerst lehnte der Kanton den überarbeiteten Gestaltungsplan ab. Allerdings zu Recht, wie der Arboner Bauunternehmer einräumt. «Wir haben zwei Fehler gemacht.» Eines der Häuser stand zu Nahe am Wald, und alle waren zu hoch. Als dann alles so war, wie es hätte sein müssen, bremste der inzwischen neu ins Amt gekommene Stadtrat, erinnert sich Bressan. Die genauen Gründen kenne er bis heute nicht.

Rolf und Alex Bressan auf der Baustelle.

Rolf und Alex Bressan auf der Baustelle.

Bild: PD

Nochmals zu grossen Diskussionen Anlass gegeben habe jedenfalls die Erschliessung der Häuser von unten über die Seemoosholzstrasse statt von oben direkt über die Seestrasse. Bressan sagt:

«Wir hatten wahnsinnig Mühe, zu erklären, warum unsere Idee die bessere Lösung ist.»

Abgesehen davon, dass sie unten ohnehin eine Zufahrt für die Feuerwehr hätten bauen müssen, habe ihr Ansatz für die Verkehrsführung den grossen Vorteil, dass die Autos ebenerdig in die Tiefgarage fahren können. «Andernfalls hätten wir irgendwo eine Rampe bauen müssen, was kein schöner Anblick gewesen wäre.» – und letztlich den Gesamteindruck zerstört hätte. Es handle sich bei der Überbauung im Seemoosholz viel mehr um ein Landschaftskonzept mit Parkanlage als um ein Bebauungskonzept, sagt Architekt Roth.

Ein grosser Moment

Schliesslich konnten die Bauherren die Bewilligungsbehörden vom Projekt in allen Details überzeugen. Im Oktober 2018 segnete der Kanton den neuen Gestaltungsplan ab, vor einem Jahr erhielten sie von der Stadt die Baubewilligung. Der Spatenstich war für alle Beteiligten deshalb ein grosser Moment. «Ein Traum wird wahr», sagte Architekt Roth, der vor 30 Jahren den damaligen Wettbewerb gewonnen hatte.

Er sei ein wenig stolz darauf, «an diesem privilegierten Platz Wohnungen zu bauen, die nicht im Luxussegment angesiedelt sind, sich aber klar von den üblichen Standardangeboten abheben», sagt Alex Bressan. Er nennt als Beispiele die hohen Räume, die grosszügigen Fensterfronten oder die Erdsonden-Heizung mit Wärme- und Kältefunktion. Ausserdem erwähnt er die computersteuerbaren Möglichkeiten, die das Leben im Wohnraum praktischer machen würden, und die ausgeklügelte Lademöglichkeit für Elektroautos in der Tiefgarage an jedem Parkplatz.

Bereits 26 Wohnungen verkauft

Fast zwei Jahre vor der Fertigstellung sind bereits 26 der 36 Eigentumswohnungen verkauft, sagt Liegenschaftsvermittler Werner Fleischmann. Seine Niederlassung in Arbon habe mit der Vermarktung erst vor Weihnachten begonnen. Fleischmann sagt:

«So etwas habe ich noch nie erlebt.»

Wesentliche Gründe für die grosse Nachfrage dürften seiner Meinung nach die Lage, das Projekt, das Vertrauen in den örtlichen Ersteller sowie der erschwingliche Preis der Eigentumswohnungen sein: Sie werden im Baurecht und damit rund ein Viertel günstiger als üblich verkauft. «Überrascht waren wir von der grossen Nachfrage für die 6,5-Zimmer-Wohnungen», sagt Bressan.

Weitere Infos: www.seemoosholz.ch