Arbon

«Die Zuleitungen sind kaputt»: Die Einwohner müssen sich noch gedulden, bis die defekten Strassenlampen an der St.Gallerstrasse repariert werden

Eine Stadtparlamentarierin hat bereits vor zwei Monaten die defekten Lampen in Arbon gemeldet, nichts ist passiert. Nun geben Stadtrat Didi Feuerle und Silvan Kieber von Arbon Energie Auskunft darüber, warum sich die Arbeiten in diesem Fall derart in die Länge ziehen.

Eva Wenaweser
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Das Einkaufszentrum Hamel leuchtet, die Laterne im Vordergrund nicht.

Das Einkaufszentrum Hamel leuchtet, die Laterne im Vordergrund nicht.

Bild: Manuel Nagel

Es ist dunkel nachts auf der St.Gallerstrasse in Arbon. Seit über zwei Monaten sind dort diverse Strassenlampen bereits defekt. Dies war ebenfalls ein Thema in der Fragerunde der vergangenen Parlamentssitzung. Esther Straub, Stadtparlamentarierin CVP, regte sich vor allem darüber auf, dass trotz mehrfacher Meldung an Arbon Energie ihrerseits, die Lampen nicht ersetzt worden sind. Sie habe sich dann an Stadtrat gewandt und auf dessen Auftrag hin, seien die kaputten Lampen dann repariert worden.

Esther Straub, Stadtparlamentarierin CVP.

Esther Straub, Stadtparlamentarierin CVP.

Bild: Karl Svec (21. November 2018)

Sie sagt: «Aus diesem Grund habe ich am Donnerstag, 22. Oktober, Didi Feuerle, Stadtrat Ressort Bau/Umwelt, ein E-Mail mit der Information geschrieben, dass an der St.Gallerstrasse vier und zwischen St.Gallerstrasse und Busbahnhof drei Strassenlampen nicht mehr leuchten.» Dieser habe sofort reagiert und ihr Anliegen an Arbon Energie weitergeleitet. Seit mittlerweile neun Wochen sei aber nichts passiert. Straub fragt sich, wie lange es noch dauern wird, bis die kaputten Lampen ersetzt werden. Weiter bemängelt sie, dass der zuständige Stadtrat nicht nachgeschaut habe, ob der Auftrag ausgeführt worden sei. «Wieso nimmt Arbon Energie die Arboner Bürger nicht ernst, wenn diese anrufen und defekte Strassenlampen melden?»

Auch drei Lampen zwischen der St.Gallerstrasse und dem Busbahnhof leuchten nicht mehr.

Auch drei Lampen zwischen der St.Gallerstrasse und dem Busbahnhof leuchten nicht mehr.

Bild: Alessa Sprinz

Zuleitungen sind defekt

Laut Didi Feuerle ist es in diesem Fall eine etwas komplexere Aufgabe, die defekten Lampen auszutauschen:

«Die Zuleitungen sind kaputt. Der Kurzschluss muss zuerst geortet werden.»
Didi Feuerle, Stadtrat Ressort Bau/Umwelt.

Didi Feuerle, Stadtrat Ressort Bau/Umwelt.

Bild: Andrea Stalder (17. November 2020)

Für diese Aufgabe gebe es spezielle Ortungsfirmen, um diesen Unterbruch im Boden zu eruieren. Da es aber nicht so viele Firmen gebe, die darauf spezialisiert seien, würde dies dementsprechend länger dauern. Soweit er informiert sei, habe Arbon Energie einen Termin im Januar mit einer solchen Firma vereinbart. «Im Normalfall ist eine defekte Strassenlampe innert maximal zwei Wochen repariert», sagt Feuerle. Er erachte es aber als notwendig, die Bürger zu informieren, wenn eine Arbeit – wie in diesem Fall – länger als üblich dauert. Feuerle ist überzeugt, dass Arbon Energie froh ist, wenn defekte Strassenlampen gemeldet werden.

«Schliesslich können sie nicht jede Nacht alle Strassen ablaufen, um die Beleuchtung zu kontrollieren. Da ist das Mitwirken der Bürger gefragt.»

Dafür gebe es auf der Website auch ein Meldeformular. Das ermögliche den Arbonern, kaputte Strassenlampen schnell zu melden.

Bei akuten Problemen wird gleich gehandelt

Silvan Kieber, Geschäftsleiter Arbon Energie, sagt auf Anfrage, dass in diesem Jahr noch keine Reklamation bis zur Geschäftsleitung gekommen sei. Generell beantworte er auch keine Parlamentsanfragen und daher könne er nur zum operativen Ablauf etwas sagen. Grundsätzlich sei es aber so, dass sie wegen der Coronakrise bereits seit fast fünf Monaten im Schichtbetrieb arbeiten würden.

Silvan Kieber, Geschäftsleiter Arbon Energie.

Silvan Kieber, Geschäftsleiter Arbon Energie.

Bild: PD (17. September 2019)
«Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Es kann sein, dass etwas untergegangen ist.»

Wenn bei ihnen eine Meldung bezüglich einer defekten Strassenlampe eingehe, telefonisch oder per Meldeformular, gehe es normalerweise eine Weile, bis die Reparatur vorgenommen werde. «Das ist keine Arbeit von einer halben Stunde. Daher warten wir meist etwa zwei Wochen ab, bis einige Meldungen eingegangen sind», sagt Kieber. Bei akuten Problemen, wie etwa einer umgefallenen Beleuchtung, werde aber sofort gehandelt.

«Offen für Verbesserungsvorschläge aus der Bevölkerung»

Die Strassenlampen werden laut Kieber jährlich abgefahren, um zu prüfen, ob sie noch leuchten. «Wenn genau zu diesem Zeitpunkt alle Leuchten funktionieren, sind wir natürlich froh, wenn uns die Einwohner defekte Lampen meldet.» Alle fünf Jahre gebe es zudem eine grössere Prüfung und alle Strassenlampen würden systematisch elektrisch und mechanisch geprüft.

«Wir sind offen für Verbesserungsvorschläge aus der Bevölkerung.»

Wenn sich der Turnus ihrer Arbeitsabläufe ändern solle, dann müsste man darüber reden. Diese Änderungen würde dann aber auch Geld kosten, die schliesslich die Arboner mit ihren Steuergeldern finanzieren müssten.