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«Anpassungen in Absprache mit der Denkmalpflege sind nötig»: Deshalb geht es bei der Heinehof-Siedlung nicht voran - das frühere Arbeiterviertel sollte 2019 saniert werden

Ringsum wird gebaut, Beiz um Beiz entsteht, zuletzt gab die Kaffeerösterei zu reden. Auf dem Areal des ehemaligen Saurer WerkZwei tut sich so einiges, nur beim «Schandfleck» des Städtli, der Arbeitersiedlung Heine, scheint die Zeit still zu stehen. Dies sind die Gründe.

Tanja von Arx
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Die Heinehof-Siedlung wirkt aus der Zeit gefallen.

Die Heinehof-Siedlung wirkt aus der Zeit gefallen.

Max Eichenberger

Nur mit einem Projekt geht es nicht vorwärts. Auf dem Gelände des Saurer WerkZwei schiesst Wohnblock um Wohnblock in die Höhe, zudem geht eine Beiz nach der anderen auf – zuletzt gab die neue Kaffeerösterei von Blum Kaffee GmbH zu reden (unsere Zeitung berichtete). Doch bei der angrenzenden Heinehof-Siedlung passiert nichts. Die AG für städtisches Wohnen St.Gallen (AGSW) wollte das frühere Arbeiterviertel bereits 2019 sanieren. Zwischenbauten bei den 14 Wohnhäusern sollen realisiert werden und die Dachgeschosse ausgebaut, womit sich die Fläche der 56 Einheiten im Umfang von 4000 Quadratmetern gleich verdoppeln würde (TZ vom 21. Juli 2018).

Was ist denn der aktuelle Stand? Auf Anfrage bei der Stadt lässt Remo Tambini, Leiter der Abteilung Bau und Umwelt, verlauten:

«Der für die bauliche Entwicklung notwendige Sondernutzungsplan ist bewilligt und in Kraft gesetzt.»

Wie es allerdings mit dem Projekt weitergehe oder was denn im Einzelnen geplant sei, könne er nicht sagen. Tambini verweist an die Eigentümer.

Die Siedlung steht unter Denkmalschutz

Fredi Bürke, Leiter Immobilien bei der AGSW und federführend beim Projekt, sagt:

«Wir haben die Prioritäten anders gesetzt.»

Geplant sei erst weitere Projekte abzuschliessen, bis man für dieses wieder Kapazität habe. Bürke betont: «Die Siedlung ist denkmalgeschützt und das Bauvorhaben deshalb mit Auflagen verbunden.» Kleinere planerische Anpassungen in Rücksprache mit der kantonalen Denkmalpflege seien nötig.

Die Arbeiter-Siedlung Heine in der Blütezeit von Saurer.

Die Arbeiter-Siedlung Heine in der Blütezeit von Saurer.

PD

Fredi Bürke:

«Die Siedlung ist teils noch bewohnt, wir haben den Mietern noch nicht gekündigt.»

Einsprachen gegen den Sondernutzungsplan seien indes keine eingegangen, sagt der AGSW-Projektleiter.

Ein Velo- und Fussweg in der Verlängerung der Weiherstrasse zum WerkZwei ausserhalb des Gestaltungsplanperimeters ist bereits erstellt. Die AGSW hat der Stadt dafür Hand geboten. Über das Wegstück wird der Heinehof erschlossen, wo auch 25 Parkplätze für die Mieter entstehen sollen.

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