Arbon
An der Bundesfeier beklagt sich Frauenförderin Madlen Neubauer über sexistische Kleidervorschriften im Sport

Nach Meinung der ehemaligen CVP-Politikerin und Initiantin der Thurgauer Behördenfrauen-Tagung bleibt auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Geschlechter noch einiges zu tun. Für Stadtpräsident Dominik Diezi ist die partnerschaftliche Teilung der Erziehungsarbeit der entscheidende Schritt.

Markus Schoch
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Festrednerin Madlen Neubauer mit den beiden Jodlern Franz Schwarzl und Kurt Boos.

Festrednerin Madlen Neubauer mit den beiden Jodlern Franz Schwarzl und Kurt Boos.

Bild: Markus Schoch

Es ist ein ungewohntes Bild. Als Madlen Neubauer am Samstagabend am Rednerpult im Musikpavillon am See steht, wird sie von zwei Männern flankiert. Kurt Boos und Franz Schwarzl vom Jodlerclub am Bodensee sind in der Arboner Tracht gekleidet und haben unter umgekehrten Vorzeichen die Rolle der Ehrendame übernommen. Die beiden Männer sind aber nicht bloss Statisten. Sie geben später noch zwei Lieder zum Besten.

Wie an vielen anderen Orten auch steht die von der Stadtmusik umrahmte Bundesfeier in Arbon im Zeichen des 50-Jahr-Jubiläums des Frauenstimmrechts. Das Wort hat deshalb nicht zufällig die Unternehmerin aus Erlen. Die ehemalige CVP-Gemeinde- und Kantonsrätin ist Initiantin der Thurgauer Behördenfrauen-Tagung und bezeichnet sich selber als Frauenförderin.

Neubauer dankt den Vorkämpferinnen

Sie bewundere den Mut, die Tatkraft und die Beharrlichkeit der Frauen, die seinerzeit auf die Strasse gegangen seien, um für die Gleichberechtigung zu kämpfen, sagt Neubauer vor rund 100 Besuchern im nicht ganz gefüllten Festzelt im Jakob Züllig-Park.

«Wir haben ihnen viel zu verdanken.»

Frauen würden aber immer noch diskriminiert, beispielsweise über sexistische Kleidervorschriften im Sport. In vielen Bereichen des Lebens seien sie zudem untervertreten. Entsprechend wichtig sei, dass sich die Frauen vernetzen würden. Es brauche aber auch die Männer.

Der Schlüssel ist die Erziehungsarbeit

Im Kantonsrat habe sie seinerzeit grosse Unterstützung erhalten. «Wir haben zusammen viel erreicht. Und das stimmt mich zuversichtlich.» Die volle Gleichberechtigung werde nur erreicht, wenn sich Frauen und Männer die Erziehungsarbeit «echt partnerschaftlich teilen», zeigte sich Stadtpräsident Dominik Diezi in seiner Begrüssung überzeugt. Das setze unter anderem Teilzeitpensen in Kaderstellen voraus.

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