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Interview

«Apfelbäume haben sich erholt»: Neue Zuversicht bei Thurgauer Obstbauern

Letztes Jahr trugen manche Thurgauer Apfelbäume wegen des Frosts nur einzelne Früchte. Dieses Jahr sind sie prallvoll. Im Interview erklärt Urs Müller vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, warum auf ein schlechtes Erntejahr im Normalfall ein gutes folgt – sofern das Wetter mitspielt.
Stephanie Martina
Urs Müller vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg (Bild: Nano do Carmo)

Urs Müller vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg (Bild: Nano do Carmo)

Herr Müller, vergangenes Jahr haben Frostschäden grosse Ernteeinbussen verursacht. Dieses Jahr sind die Obstbäume prallvoll. Welche Faktoren haben dafür gesorgt, dass sie 2018 überdurchschnittlich viele Früchte tragen?

Zum einen ist dies dem Frost des letzten Jahres zu verdanken. Es kommt immer wieder vor, dass auf ein schlechtes Erntejahr ein sehr gutes folgt. Das liegt daran, dass sich die Bäume erholen können, wenn sie kaum Früchte tragen. Umso ertragsreicher ist die Ernte im Folgejahr. Allerdings muss jeweils auch das Wetter mitspielen: Diesen Frühling war es ideal.

Der Gang durch ihre Plantagen dürfte bei den Thurgauer Obstbauern für Erleichterung sorgen.

Ja, die Stimmung unter den Obstbauern ist sehr gut. Auch weil die Qualität von Apfel und Co. stimmt und die Bauern dieses Jahr kaum mit der Pflanzenkrankheit Feuerbrand zu kämpfen hatten.

Können Sie schon abschätzen, wie viele Tonnen Obst diesen Herbst geerntet werden können?

Schweizweit werden in einem durchschnittlichen Jahr etwa 100'000 Tonnen Tafeläpfel geerntet. Ich schätze, dass es dieses Jahr zwischen 10 und 20 Prozent mehr sein werden. Ende Juli nimmt der Schweizer Obstverband die alljährliche Ernteschätzung vor. Dann wissen wir Genaueres. Fest steht: Wenn das gute Wetter anhält, dürften die ersten Äpfel bereits vor Mitte August erntereif sein. Also knapp zwei Wochen früher als üblich.

Das Jahr 2017 war eines der schlechtesten Erntejahre seit mehreren Jahrzehnten. Können die Ernteausfälle des vergangenen Jahres nun zumindest teilweise kompensiert werden?

Ich gehe davon aus. Es wäre auch dringend nötig, denn solche schlechten Erntejahre reissen grosse Löcher in die Kassen der Obstbetriebe.

Was könnte diesen Sommer noch für Ernteeinbussen sorgen?

Hagel ist der grösste Risikofaktor. Weil aber 75 Prozent der Thurgauer Anlagen durch Netze geschützt sind, könnte höchstens ein Viertel der Ernte kaputt gehen. Da jedoch die Hauptentwicklungszeit bereits abgeschlossen ist und die Früchte ab jetzt nur noch grösser werden, würden auch Nässe und Trockenheit keine grossen Probleme darstellen.

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