Anpfiff: Die Bauarbeiten für den Naturfussballplatz in Kreuzlingen haben begonnen

Auf der Sportanlage Döbeli haben die Bauarbeiten für den Naturfussballplatz begonnen. Ende April 2021 soll man hier tschutten können.

Rahel Haag
Drucken
Teilen
Auf der Sportanlage Döbeli fliegen bereits die ersten Fussbälle in die Maschen. Stadtpräsident Thomas Niederberger gibt mit einer Trillerpfeife das Startsignal.

Auf der Sportanlage Döbeli fliegen bereits die ersten Fussbälle in die Maschen. Stadtpräsident Thomas Niederberger gibt mit einer Trillerpfeife das Startsignal.

Bild: Andrea Stalder

Da werden die Erwachsenen für einen Moment wieder zu Kindern. Beim Spatenstich am Dienstagnachmittag für den Sportrasenplatz Döbeli bekommen sämtliche Vertreterinnen und Vertreter der Städte Kreuzlingen und Konstanz, des Fussballklubs AS Calcio, der Baukommission und des Planungsteams einen Fussball statt einer Schaufel in die Hand gedrückt.

Während sie sich vor dem Goal in Position bringen, huscht dem einen oder anderen ein Grinsen übers Gesicht. Für den Anpfiff ist derweil Stadtpräsident Thomas Niederberger, der mit einer Trillerpfeife daneben steht, zuständig. Dann fliegen Bälle und Beine. Das Grinsen ist zurück. Auch dem Baggerführer geht es nicht anders. Er durfte mit Hilfe der grossen Baggerschaufel gar als Erster einen Ball im Netz versenken.

Auf dem ehemaligen Gemüseacker neben dem bisherigen Fussballplatz Döbeli in Kreuzlingen entsteht weiteres Spielfeld.

Auf dem ehemaligen Gemüseacker neben dem bisherigen Fussballplatz Döbeli in Kreuzlingen entsteht weiteres Spielfeld.

Bild: Reto Martin (25. Mai 2020)

Aufnahmestopp gehört nun der Vergangenheit an

«Der neue Naturfussballplatz ist dringend nötig», sagt Niederberger anschliessend. Nur so könne die grosse Trainingsbelegung der AS Calcio abgedeckt werde. Kinder und Jugendliche aus der ganzen Region kämen für ihr Training nach Kreuzlingen.

Marcus Meloni, Präsident der AS Calcio, lieferte die entsprechenden Zahlen. Der Verein umfasse aktuell 19 Mannschaften, davon handle es sich bei 16 um Juniorenmannschaften. Insgesamt würden in der AS Calcio zwischen 250 und 270 Kinder und Jugendliche tschutten. Er sagt:

«Zwischenzeitlich hatten wir einen Aufnahmestopp, weil es platztechnisch eng wurde.»
Marcus Meloni, Präsident des Fussballklubs AS Calcio Kreuzlingen.

Marcus Meloni, Präsident des Fussballklubs AS Calcio Kreuzlingen.

Bild: Reto Martin

Umso dankbarer ist er für die Unterstützung der Städte Kreuzlingen und Konstanz. «Das ist nicht selbstverständlich.»

Das Besondere am neuen Naturfussballplatz ist, dass der Boden hier zwar der Stadt Konstanz gehört, aber auf der Schweizer Seite liegt. Thomas Niederberger sagt:

«Das haben wir dem Tägermoosstatut von 1831 zu verdanken.»
Thomas Niederberger, Stadtpräsident.

Thomas Niederberger, Stadtpräsident.

Bild: Andrea Stalder

Er sei den Nachbarn auf deutscher Seite dankbar, dass die Stadt Kreuzlingen das Land nun für 25 Jahre pachten dürfe.

Richtung Autobahn A7 braucht es Ballfangzäune

Weil die AS Calcio für ihre brutalen Schüsse bekannt sei, hätten sie dem Bundesamt für Strassen versprechen müssen, Richtung Autobahn A7 Ballfangzäune aufzustellen, sagt Matthias Wieser von der Planungsfirma bha-Team scherzhaft. Diese sind vier beziehungsweise sechs Meter hoch.

«Wer es schafft, einen Ball darüber zu schiessen, ist wirklich gut.»

Insgesamt beträgt die Bausumme 1,8 Millionen Franken. «Der Fussballplatz hat zwar einen Umweg genommen», sagt Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter Gesellschaft bei der Stadt Kreuzlingen. Damit spielt er auf die verlorene Abstimmung über den geplanten Kunstrasenplatz im Februar 2019 an.

Der Gemeinderat war dafür, das Volk dagegen

Im November 2018 stimmte der Kreuzlinger Gemeinderat dem Kreditbegehren über 2,85 Millionen Franken für die Erstellung eines Kunstrasens im Döbeli einstimmig zu. Am 10. Februar 2019 lehnte das Stimmvolk den Kredit allerdings mit 1872 Nein- zu 1424 Ja-Stimmen ab. Im Vorfeld hatte es Kritik an der Ökologie eines Plastikspielfelds gegeben.

Im Juli 2019 legte der Stadtrat dem Gemeinderat die Botschaft für einen Naturrasen für 1,8 Millionen Franken vor. Sie wurde einstimmig gutgeheissen und dank der tieferen Kosten ohne weitere Abstimmung bewilligt. (rha)

«Doch jetzt befinden wir uns auf der Zielgeraden», fügt er hinzu. Verlaufe nun alles nach Plan, werde spätestens Mitte Oktober eingesät. «Ende April 2021 sollte man hier dann tschutten können», sagt Wolfender. Entsprechend schaue man positiv auf die kommende Fussballsaison der AS Calcio.