In Weinfelden packen Kinder mit an bei der grossen Show der Feuerwehr

Hunderte von interessierten Schaulustigen verfolgten am Samstag die vielseitigen Demonstrationen der Feuerwehr Weinfelden beim Pestalozzi-Schulhaus. Besonders viele Familien kamen an den Feuerwehrtag.

Werner Lenzin
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Beobachtet von vielen Kindern und betreut von Feuerwehrleuten darf dieser Bub mit dem hydraulischen Spreizer hantieren. (Bild: Donato Caspari)

Beobachtet von vielen Kindern und betreut von Feuerwehrleuten darf dieser Bub mit dem hydraulischen Spreizer hantieren. (Bild: Donato Caspari)

Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Beginn des Feuerwehrtages herrscht ein emsiges Treiben auf dem Schulhausplatz rund um das Pestalozzi-Schulhaus. Fünf Angehörige der Kantonspolizei Thurgau platzieren ihren Infostand und den Streifenwagen. Grillmeister Reto Jaisser installiert seinen Grill, ordnet die Mineralwasser in Reih und Glied an. Karl Fink, Bereichsleiter Einsatzformation und Kommandomitglied der Feuerwehr Weinfelden kommt mit seinem Kleinfahrzeug angefahren: «Wir wollen uns heute der Bevölkerung zeigen und uns optimal verkaufen.»

Sarah Brauchli, besucht den Einführungskurs der Feuerwehr.

Sarah Brauchli, besucht den Einführungskurs der Feuerwehr.

«Ich studiere Soziale Arbeit, bei der Feuerwehr suche ich einen Ausgleich.»

Für Daniel Fuchs, Bereichsleiter Kommunikation und Marketing, und am heutigen Tag OK-Präsident, hat der Feuerwehrtag noch eine weitere wichtige Funktion nebst der Werbung in eigener Sache: «Wir möchten mit dem Anlass auch junge Weinfelderinnen und Weinfelder für die Feuerwehrtätigkeit motivieren.»

Bereits 42 Ernsteinsätze in diesem Jahr

Feuerwehrkommandant Stefan Jünger gibt die letzten Anweisungen vor dem grossen Auftritt. Auch ihm bereitet die Rekrutierung des Nachwuchses Sorgen: «Wir können zwar mit den Neuen die Lücken der Abgänge decken, den rechnerischen Minusbestand aber nicht verringern.» Die Kameradschaft, das spannende Tätigkeitsfeld und das Erlernen von Dingen, die man auch im täglichen Leben gebrauchen kann, sind für ihn wichtige Punkte, um bei der Feuerwehr mitzumachen. «Wir sind eine tolle Truppe und blicken mit 42 Ernstfalleinsätzen auf ein bisher intensives Jahr zurück», sagt Jünger.

Zu den neuen Mitgliedern der Feuerwehr gehört Levin Ulmann, KV-Angestellter und Organist. «Mein Vater leistete schon zwanzig Jahre Feuerwehrdienst bei der Feuerwehr Weinfelden und deshalb hatte ich den Wunsch, ebenfalls mitzumachen», sagt er.

Aus dem Unfallwagen wird ein Cabriolet

Das Licht auf dem Triopan «Einsatzleiter» blinkt, Alexandra Bröll fährt das Einsatzfahrzeug vor, begrüsst die Umstehenden. Inzwischen hat sich der Platz bevölkert, besonders viele Familien sind gekommen. In den dichten Zuschauerreihen verfolgt auch Tanja Ramseier das vielfältige Geschehen: «Colin, mein fünfjähriger Sohn, interessiert sich brennend für die Feuerwehr und die Polizei und deshalb bin ich hier her gekommen». Sie schätzte letztes Jahr den Einsatz der Feuerwehr anlässlich eines Wasserschadens in ihrem Wohnhaus.

Nun kann es losgehen mit der Demonstration. Über das Mikrofon kommentiert Stefan Jünger das Geschehen. Gezeigt wird eine Personen- und Strassenrettung. Bei diesem Einsatz kommt mit dem hydraulischen Spreizer und der Schere auch schweres Gerät zum Zug. Nach wenigen Minuten ist das Unfallfahrzeug das Dach entfernt und der «Fahrer», ein grosser Plüschbär, gerettet. Danach dürfen die Zuschauer ganz nah ran und anpacken, betreut von einem Feuerwehrmann auch mal den Spreizer bedienen. Im Verlauf des Tag bewältigt die Feuerwehr auch noch ein Chemieereignis und löscht einen Brand für ihr Publikum.