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Vor 20 Jahren wurde Anita Buri zur Miss Schweiz gewählt – die Thurgauerin erinnert sich: «Es war nicht einfach, von einem Tag auf den nächsten auf der Strasse erkannt zu werden»

Anita Buri ist seit 20 Jahren erfolgreich im Showbusiness. Respekt und Freude an der Sache sind zwei wichtige Bausteine für die 41-Jährige aus Berg TG.
Janine Bollhalder
Anita Buri hat 2016 mit ihrer Personaltrainerin Martanna und Lidl Schweiz ein Fitnessprogramm lanciert. (Bild: Donato Caspari)

Anita Buri hat 2016 mit ihrer Personaltrainerin Martanna und Lidl Schweiz ein Fitnessprogramm lanciert. (Bild: Donato Caspari)

Anita Buri ist am 28. August 1999 in Lugano zur Miss Schweiz gewählt worden. In den vergangenen 20 Jahren ihrer Karriere hat sie gemodelt, Handtaschen entworfen, moderiert und Hilfsprojekte unterstützt. Heute wohnt sie mit ihrem Sohn im Aargau.

Wie präsent ist Ihnen die Miss Schweiz Wahl 1999 in Lugano?

Anita Buri: Ich kann mich noch lebendig daran erinnern, so etwas vergisst man nicht. Der schönste Moment war natürlich die Krönung.

Wie haben Sie den Moment der Krönung in Erinnerung?

Die Krönung zur Miss Schweiz 1999. (Bild: Alessandro della Valle)

Die Krönung zur Miss Schweiz 1999. (Bild: Alessandro della Valle)

Laut – zuerst wurde der Name der Zweitplatzierten Kandidatin verlesen, woraufhin es dann so laut wurde, dass ich meinen Namen nicht mehr verstanden habe. Ich war überrascht, überglücklich, aber zugleich auch ängstlich und unsicher angesichts allem, was nun auf mich zukommen würde. Ich erinnere mich, dass meine Familie sofort zu mir eilte, als die Livesendung zu Ende war. Mein Bruder Mario war der Erste, der mir gratulierte. Die Schärpe und die Krone hat mir Sonja Grandjean, die Miss Schweiz 1998 überreicht. Wir sind noch heute Freundinnen.

Wie war es, von einem Tag auf den anderen in der Schweizer Prominentenszene bekannt zu sein?

Ungewohnt, irgendwie komisch aber zugleich aus sehr spannend. Es war nicht einfach, als junges Mädchen von einem Tag auf den nächsten auf den Schweizer Strassen erkannt zu werden. Ich denke, dass ich trotzdem die gleiche Person geblieben bin, aber an Lebenserfahrung gewonnen habe. Mein Umfeld hat sich allerdings rasant verändert; plötzlich waren alle meine besten Freunde. Wenn man in den Medien gezeigt wird, nehmen einen die Menschen anders wahr.

Was haben Sie von Ihrer Zeit als Miss Schweiz gelernt?

Dass man es niemals allen recht machen kann, auch wenn das anfangs schwierig zu akzeptieren war. Bei der Miss Schweiz ist sowohl das Aussehen als auch die Persönlichkeit bewertet worden. Die Jury und die Zuschauer vor dem Fernseher konnten jeweils für die Kandidatinnen abstimmen. Natürlich habe ich nicht allen gefallen und auch schnell gemerkt, dass der Thurgauer Dialekt nicht in der ganzen Schweiz gut ankommt.

Sie sind auch nach der Miss Schweiz Wahl erfolgreich geblieben. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Ich denke, dass man bemerkt, dass ich Freude an dem habe, was ich tue und Respekt vor meinen Mitmenschen habe. 1999 Miss Schweiz zu werden, hat eine grosse Portion Glück gebraucht. Aber was ich danach in den kommenden Jahren alles unternommen habe, war harte und eigene Arbeit.

Anita zwei Wochen vor dem Ende ihrer Amtszeit als Miss Schweiz 1999/2000. (Bild: Susann Basler)

Anita zwei Wochen vor dem Ende ihrer Amtszeit als Miss Schweiz 1999/2000. (Bild: Susann Basler)

Wie ist es Ihnen gelungen, trotz Ihres Erfolges bodenständig zu bleiben?

Eigentlich ist es gut, dass man es niemals allen recht machen kann, denn dadurch bleibt man am Boden der Tatsachen. Ausserdem hat mir meine Familie Halt und Kraft gegeben, mein Zuhause ist ein Rückzugsort, wo ich wieder Kraft tanken konnte.

Wie schaffen Sie es, eine Work-Life-Balance zu halten – speziell in der Öffentlichkeit?

Ich komme natürlich auch an meine Grenzen und muss Pausen einlegen. Wenn ich nicht gut drauf bin, dann bleibe ich bei meiner Büroarbeit. Bei öffentlichen Auftritten zeige ich mich gut gelaunt und habe Freude an der Sache. Es bleibt mir immer die Wahl, Zuhause zu bleiben.

Wie erleben Sie das Älterwerden in der Schönheitsindustrie?

Anita Buri an den Schweizer Grillspielen 2010 in Altnau. (Bild: Donato Caspari)

Anita Buri an den Schweizer Grillspielen 2010 in Altnau. (Bild: Donato Caspari)

Mit jedem Jahr registriere ich, dass mir mehr Schönheitschirurgen auf Social Media folgen. Ich denke, ich bin jetzt Zielobjekt für solche Themen, finde das aber amüsant.

Wie hat sich die Welt der Schönheit seit Ihrer Wahl 1999 verändert?

Die heutige Schönheitsindustrie ist extrem geworden. Ich bin immer wieder erstaunt, was heute gemacht wird. Früher waren wir natürlicher unterwegs. Für mich liegt Schönheit aber besonders in der Ausstrahlung, welche jemand hat.

Wie sehen Sie die Zukunft der Miss Schweiz Wahlen?

Früher war das Amtsjahr der Miss Schweiz für eine junge Frau wie eine Lehre im Showbusiness. Wie es aber weitergehen soll, kann ich nicht beurteilen. Mit den aktuellen Veranstaltern habe ich keinen Kontakt mehr. Ich befinde mich in einem anderen Lebensabschnitt, wo mich andere Themen interessieren. Die Miss Schweiz Wahl liegt weit in meiner Vergangenheit.

Wie wäre Ihr Leben ohne den Miss-Schweiz-Titel verlaufen?

Ich hätte nach meiner kaufmännischen Lehre für eine Modelagentur in Deutschland gearbeitet, bei welcher ich damals schon unter Vertrag stand. Nach einigen Jahren wäre ich dann in die Schweiz zurückgekehrt und hätte als kaufmännische Angestellte gearbeitet. Dieser Beruf hat mir immer sehr gefallen.

Anita Buri bei einem Seifenkistenrennen in Müllheim 2014. (Bild: Donato Caspari)

Anita Buri bei einem Seifenkistenrennen in Müllheim 2014. (Bild: Donato Caspari)

Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Ich geniesse meinen aktuellen Beruf, solange es gut läuft für mich und mir Freude bereitet. Aber ich setze mich nicht unter Druck: Wenn meine Karriere in der Öffentlichkeit zu Ende sein sollte, kann ich mir auch gut vorstellen, wieder im kaufmännischen Bereich für ein Unternehmen tätig zu sein.

In der Öffentlichkeit erlebt man Sie immer aufgestellt und sorgenfrei. Haben Sie eine schlechte Seite?

Ich bin ungeduldig – besonders in Sachen Technik. Und morgens brauche ich etwas länger, bis ich anwesend bin. Als Morgenmuffel würde ich mich nicht bezeichnen, aber meine Energie lässt bis etwa um neun Uhr auf sich warten. Durch meinen Beruf bin ich ein absoluter Nachtmensch.

Welche Message möchten Sie an die Schweizerinnen und Schweizer weitergeben?

Ich rate, das Leben zu geniessen. Es ist zu kurz, um zu grübeln, kritisieren und stehen zu bleiben.

Anita Buri tanzt im Frühjahr 2019 in der SRF-Sendung "Darf ich bitten?". (Bild: Reto Martin)

Anita Buri tanzt im Frühjahr 2019 in der SRF-Sendung "Darf ich bitten?". (Bild: Reto Martin)

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