Anekdoten eines Romanshorner Lehrers zum Schulunterricht während der Coronakrise

Nach zwei Wochen Fernunterricht an der Primarschule Romanshorn: Lehrer Markus Bösch erzählt aus seinem Alltag.

Markus Bösch
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Eine Romanshorner Schülerin beim Werkunterricht daheim.

Eine Romanshorner Schülerin beim Werkunterricht daheim. 

(Bild: PD)

In den ersten Tagen der Ausnahmesituation galt es, Daten und neue Kommunikationskanäle zu erfassen und einzurichten: Jetzt arbeiten die Kinder zu Hause und es zeigt sich, dass es funktioniert. Zeitnah haben sie von ihren Lehrpersonen Arbeiten und Aufträge erhalten und erklärt bekommen.

Markus Bösch, Unterstufenlehrer in Romanshorn.

Markus Bösch, Unterstufenlehrer in Romanshorn.

(Bild: PD)

Kindergartenlehrkräfte haben bereits die ersten Bilder erhalten, die zeigen, wie gebastelt, gemalt und gekocht wird. Und weil Bewegung und Sport besonders jetzt wichtig sind, nehmen viele Eltern gerne auch Tipps von «Thurgau bewegt» in Anspruch und die Lehrpersonen wissen auch von eigentlichen Familien-Sport-Challenges.

Frühstücksquiz mit Bildern

Während in einer zweiten Klasse zu den zahlreichen Arbeitsaufträgen gleich auch eine Audiodatei mit einer Vorlesegeschichte geliefert wurde, war es in einer altersdurchmischten Klasse ein Frühstücksquiz mit Bildern aus dem nunmehr leeren Schulzimmer, wo die Kinder 20 Unterschiede finden mussten. In einigen Klassen üben die Kinder zu Hause neue Lieder mit Stimme und Melodien mit der Mundharmonika.

Auch individualisiertes Lernen ist im Fernunterricht weiterhin oder auch verstärkt möglich, wenn die Kinder entsprechend ihrem Biorhythmus lernen und arbeiten können. Recherchieren wird zum Thema, beispiels­weise im NMG-Unterricht oder wenn der Familienstammbaum auf­gestellt wird. Dabei arbeiten die Kinder manchmal allein und auch mal zusammen mit der Freundin oder dem Kol­legen.

Telefongespräche in Französisch und Englisch

In Mittelstufenklassen werden die Schülerinnen und Schüler online im Klassenchat begleitet, es wird fleissig per E-Mail hin und her geschrieben, Telefongespräche in Französisch und Englisch geführt: Viele erwerben damit gleich noch neue Medienkompetenzen auf Lernplattformen und erfahren sinnvolle Situationen, in denen diese Medien angewandt werden.

Bereits erledigte, schriftliche Arbeiten werden auch in diesen Tagen physisch oder online abgeben, neues wird über Briefkasten und E-Mail gebracht und zugeschickt. Und was auch überall spürbar wird, ist die Intensität und Fantasie, mit denen die Eltern den für viele neuen Tagesablauf zu gestalten und zu strukturieren.