An der Weinfelder Bochselnacht zeigen sich die Fantasietiere

Punkt 17.30 Uhr löschten im Ortszentrum die Lichter. Der Umzug beginnt. Traditionsgemäss ziehen die Schüler mit ihren geschnitzten Rüben durch das Dorf und singen am Schluss vor dem Rathaus.

Sabrina Bächi
Merken
Drucken
Teilen
Schabernack an der Bochselnacht: Einige Kinder grillieren Marshmallows über der Laterne. (Bild: Andrea Stalder)

Schabernack an der Bochselnacht: Einige Kinder grillieren Marshmallows über der Laterne. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Ameisenhaufen ist Nichts gegen das Gewusel vor dem Pestalozzi-Schulhaus an der Bochselnacht. Um 17.15 Uhr stehen die Schüler ein und warten auf das Zeichen: Die Dunkelheit. Erst dann kommen die geschnitzten Bilder auf ihren Rüben, die sogenannten Bochseltiere, richtig zur Geltung.

Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Tiere sind aber am häufigsten als Sujets zu entdecken. Von Delfinen über Pferden bis hin zu Drachen. Dort ist eine Rübe zu sehen, die wie ein Pokémon aussieht. Daneben eine mit Geistern drauf. Lucas hat sich von der Weihnachtsgeschichte inspirieren lassen.

Kreative Sujets sogar mit Rübenohren: Pokémon Laterne (Pikachu). (Bild: Andrea Stalder)
12 Bilder
Bochselnacht Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)
Der Umzug durchs dunkle Dorf beginnt. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
Feine Marshmallows grilliert über der eigenen Laterne. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)
Die Kinder freuen sich auf den Umzug und ab ihren selbstgeschnitzten Kunstwerken. (Bild: Andrea Stalder)
Der Drache ist ein beliebtes Bochselmotiv. (Bild: Andrea Stalder)
(Bild: Andrea Stalder)

Kreative Sujets sogar mit Rübenohren: Pokémon Laterne (Pikachu). (Bild: Andrea Stalder)

«Mit dem Bethlehemstern habe ich angefangen, dann Josef, Maria und den Esel geschnitzt», sagt der Neunjährige. Künstler, nennen ihn seine Klassenkameraden, weil er selbst Sujets schnitzt, die andere nur mit Hilfe der Eltern können. Eine vielfältige Auswahl bietet Noels Rübe. «Ich habe eine Fledermaus, ein Werwolf, eine Schlange und eine Smiley geschnitzt», sagt er.

Das Dorf ist dunkel

Lynn spaziert als 6.-Klässlerin mit den Kleinen am Umzug mit. Sie freut sich immer besonders auf den Umzug. «Weil alles ganz dunkel ist, nur die Rüben und grossen Laternen leuchten.»

Die Spannung und Vorfreude lässt sich fast greifen. Die Kinder quieken, lachen und reden laut und wirr durcheinander. Eine Rübe ist soeben auseinander gefallen. Bei einer weiteren kullert der Deckel davon. Weiter hinten steht Diana mit ihrer Rübe, die über und über mit farbigen Glitzer verziert ist. Daneben steht Leandra. Die Achtjährige hat einen Fuss auf ihre Rübe geschnitzt. Auch das ist möglich.

Dann ist es soweit: 17.30 Uhr löschen die Lichter und der Umzug geht los. Zuvorderst geben Remo und seine zwei Kollegen als Tambouren den Takt an. Der 34-Jährige ist einer der erfahrenen Bochsler: «Ich bin schon sehr lange dabei», sagt er und schreitet voran. Zum Schluss erreichen die Kinder das Rathaus. Traditionellerweise singen sie dort «Freut euch des Lebens.»