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An der Alleestrasse 35 in Romanshorn arbeiten seit 100 Jahren Drucker

Daran erinnert jetzt eine Tafel. In der Geschichte spielen Zeitungen, ein Bundesrat und Unternehmer mit Herzblut und einem kleinen Zoo im Keller einen grosse Rolle.
Markus Schoch
Das älteste Foto des Hauses an der Alleestrasse, aufgenommen zwischen 1920 und 1930. (Bild: PD)

Das älteste Foto des Hauses an der Alleestrasse, aufgenommen zwischen 1920 und 1930. (Bild: PD)


Die Liegenschaft hat ihr Gesicht immer wieder verändert. Doch ihren Charakter hat sie in all den Jahren behalten. Sie dient seit 1919 Druckern als Betriebsgebäude. Seit wenigen Tagen prangt eine Tafel an der Hauswand, die an die Unternehmer erinnert, die in den letzten 100 Jahren im Gebäude gearbeitet haben beziehungsweise es im Fall der Familie Ströbele immer noch tun.

Erinnerungstafel an der Hauswand. (Bild: Markus Schoch)

Erinnerungstafel an der Hauswand. (Bild: Markus Schoch)

Sie hätten Grosses geleistet, sagte Geschäftsführer Stefan Ströbele im Rahmen einer kleinen Feier mit Verweis auf seine Vorgänger an der Alleestrasse 35. Mit ihrer Anwesenheit am Festakt die Ehre erwiesen ihnen unter anderem der Romanshorner Stadtpräsident Roger Martin, sein Vize Philipp Gemperle, der Salmsacher Gemeindepräsident Martin Haas, Gewerbevereins-Präsident Roland Schneeberger und Max Brunner, der Präsident der Museumsgesellschaft.

Die Geschichte des Hauses in einer Broschüre aufgearbeitet haben zwei, die eine besondere Beziehung mit ihm verbindet: Zum einen Georg Muther, dessen Vater Oskar zwischen 1949 und 1973 an der Alleestrasse 35 eine Buchdruckerei und Papeterie führte. Und zum anderen Stefan Ströbeles Vater Gerhard, der den Betrieb mit seiner Frau Carla von Muther zuerst in Pacht übernahm und 1977 schliesslich kaufte.

Schwerer Kassenschrank und Hamster im Keller

Das Haus nach dem Ausbau zwischen 1931 und 1934. (Bild: PD)

Das Haus nach dem Ausbau zwischen 1931 und 1934. (Bild: PD)

Sein Vater sei ein «Wir-Fritz» gewesen, erzählte Muther. Er akzeptierte also Wir als Zahlungsmittel. «Und deshalb kaufte er manchmal Sachen, die er gar nicht brauchte.» Beispielsweise einen riesigen Kassenschrank, der sein Büro zu einem Drittel füllte. Das Problem: Er sei so schwer gewesen, dass sich der Boden gebogen habe, sodass sofort jemand kommen musste, um im Keller Stützen zu montieren.

Ströbele erinnerte sich an die vielen Hamster, die Muther im Keller hielt. Am Schluss seien sie überall gewesen und hätten sogar das Papier gefressen. Eine andere Eigenart sei gewesen, dass Muther nie Offerten geschrieben habe. Der Grund: «Entweder der Kunde vertraut dir, oder eben nicht.» Muther fuhr mit dieser Einstellung 20 Jahre lang gut. Ströbele konnte sich diesen Berufsstolz nicht lange leisten. Sein Start fiel in die Ölkrise. «Ich musste mich um Arbeit bemühen.»

Thurgauer Landbote und Volkswacht

Vor Oskar Muther führte Josef Wehrli-Kunz aus Rorschach in den Räumlichkeiten eine Buch- und Akzidenzdruckerei. Er verlegte auch den dreimal wöchentlich erscheinenden «Thurgauer Landboten – Romans- horner Anzeiger». Davor ging ab 1919 an der Alleestrasse 35 bis 1934 die «Volkswacht am Bodensee» in Druck – das demokratische Tagblatt für den Kanton Thurgau und offizielles Organ der Demokratischen und Arbeiterpartei des Kantons St. Gallen. Einer der Initianten der Zeitung war Bundesrat Adolf Deucher, der von 1831 bis 1912 lebte.

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