Amriswils Energieversorgung ist seit 1918 in einer Hand

Im Ortsmuseum stellte Andreas Aebischer anlässlich des Museumssonntags die 100-jährige Geschichte der Regio Energie Amriswil vor.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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REA-Geschäftsleitungsmitglied Andreas Aebischer zeigt im Ortsmuseum einen Strassenbeleuchtungsplan aus den 1970er-Jahren. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

REA-Geschäftsleitungsmitglied Andreas Aebischer zeigt im Ortsmuseum einen Strassenbeleuchtungsplan aus den 1970er-Jahren. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Die Regio Energie Amriswil (REA) versorgt das Gebiet der Politischen Gemeinde Amriswil mit Strom, Erdgas, Wasser, Kommunikation und Wärme sowie Dienstleistungen. Und dies rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. 2018 konnte die REA ihr 100-jähriges Bestehen feiern.

Während eines Jahres fand im Ortsmuseum Amriswil eine Sonderausstellung zu diesem Jubiläum statt. Hunderte Besucher nutzten die Gelegenheit, diese Ausstellung zu besichtigen und sich zu informieren. Sie alle staunten über die technischen Entwicklungen auf allen Gebieten.

Ein Blick in den Berufsalltag

Mit einer Finissage hat REA-Geschäftsleitungsmitglied Andreas Aebischer am Museumssonntag die Sonderausstellung «100 Jahre REA Regio Energie Amriswil» beendet. Im Publikum sassen die Familie Aebischer, Karl Spiess, der frühere Vorsitzende der REA-Geschäftsleitung, sowie ehemalige Arbeitskollegen.

Museumspräsident Eugen Fahrni freute sich, sie alle begrüssen zu dürfen. Andreas Aebischer gab einen Einblick in seinen Berufsalltag. Er wusste viel Wissenswertes über die technischen Fortschritte zu erzählen. Seit 28 Jahren arbeitet der Amriswiler bei der REA.

In all den Jahren hat der gelernte Elektromonteur, der zuständig ist für die Bereiche Dienstleistungen und Logistik, einen gewaltigen Wandel in der Energietechnik erlebt.

Es geht auch ohne Powerpoint-Präsentation

«In der heutigen Zeit erstellt man eine Powerpoint-Präsentation mit vielen Zahlen, Diagrammen, Grafiken und digitalen Bildern», stellte Andreas Aebischer fest. Er aber habe sich an die Anfänge der Erzählstunden im Ortsmuseum erinnert.

Im Juli 1999 fand in Amriswil die 1200-Jahr-Feier statt. In diesem Zusammenhang wurde in einer der REA-Werkhallen eine Ausstellung über Amriswil durchgeführt. Damals habe der Erzähler in einem Plüschfauteuil gesessen und aus seinem Leben erzählt.

«Ich fand dies dazumal schon spannend und habe mich deshalb entschieden, es genau gleich zu machen.» Andreas Aebischer sass zwar nicht in einem Fauteuil, aber er hatte spannende historische Exponate mitgebracht und auf eine Powerpoint-Präsentation verzichtet.

Computer ersetzt Schreibmaschine

Aebischer erinnert sich noch gut an seinen ersten Arbeitstag bei den damaligen Technischen Gemeindebetrieben Amriswil (TGA) erinnern. Am Morgen seien alle Monteure vor dem Magazinschalter gestanden und hätten gewartet, bis sie an der Reihe waren, um ihr Material oder spezielles Werkzeug zu fassen.

«Alles wurde schön säuberlich auf Materialscheinen erfasst. Anhand der Stundenzettel und Materialscheine wurde dann die Rechnung erstellt – anfangs noch mit der Schreibmaschine, später mit einem Verrechnungsprogramm am Computer.» Heute werde die ganze Buchhaltung auf dem Computer geführt.

Mitarbeiterzahl fast verdoppelt

Vor 28 Jahren gab es zwei, heute sind es 45 Computerplätze. Die Mitarbeiterzahl betrug damals 22. Inzwischen hat sich die Zahl fast verdoppelt, nämlich auf 40 Mitarbeitende.

Der Gastreferent brachte einen alten Strassenbeleuchtungsplan aus den 1970er-Jahren mit. 1974 gab es in Amriswil 575 Strassenlampen, ein Jahr später bereits 643. Das Planwesen sei für einen Werkbetrieb eines seiner wichtigsten Arbeitsinstrumente.

Permanente Verfügbarkeit ist wichtig

Schon früh wurden sämtliche Leitungen auf Plänen erfasst. «Akribisch genau wurde alles aufgenommen und auf Papierpläne übertragen», erklärte Aebischer. Etwa alle fünf Jahre wurden neue Pläne gedruckt und an die Mitarbeiter abgegeben.

Vor 17 Jahren wurde das Geografische Informationssystem (GIS) eingeführt. Die Einmessung erfolgt seither mittels GPS-Gerät, und die Daten werden im Geschäft direkt ins GIS-System eingelesen. Die Plandaten stehen den Mitarbeitern jederzeit elektronisch zur Verfügung.

REA steht auf starken Beinen

In einem Energieversorgungsunternehmen ist die ständige Verfügbarkeit aller Energieträger eine Selbstverständlichkeit. Dies war schon 1991 der Fall, als Aebischer als Elektromonteur in die damaligen Technischen Gemeindebetriebe eintrat.

Damals leistete ein Mann für den ganzen Betrieb Pikettdienst. Heute stehen ständig sieben REA-Mitarbeiter bereit, um allfällige Störungen zu beheben und dies, wenn möglich, bevor die Kunden Einschränkungen hinnehmen müssen.

Am Ende seines Referats sagte Andreas Aebischer: «Die Regio Energie Amriswil hat sich in den letzten 28 Jahren zu einer hochtechnisierten, kunden- und zukunftsorientierten Organisation gewandelt, die sich in einem Umfeld von Politik, Finanzen, Mitbewerbern und Marktveränderungen behaupten kann.»

Der nächste Amriswiler Museumssonntag findet am 1. September statt.

Von den TGA zur REA

Ende des Ersten Weltkrieges, am 15. September 1918, schlossen sich die bis dahin eigenständigen Werke für Elektrizität, Gas und Wasser zusammen. Sie hiessen fortan TGA (Technische Gemeindebetriebe Amriswil) und seit dem 1. Januar 2015 REA (Regio Energie Amriswil). Der Zusammenschluss im Jahr 1918 ist der Grund, dass die REA im vergangenen Jahr ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern konnte und dazu eine Sonderausstellung im Ortsmuseum Amriswil stattfand. (yal)