Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Amriswiler Stadtrat lupft Steuerertrag und streicht Reservepositionen

Die Stadt Amriswil stellt ihr Budget 2020 vor – und ändert zugleich die bisherige Praxis. Das birgt auch Risiken.
Manuel Nagel
Flankiert von Seraina Hess (Kommunikation) und Stadtpräsident Gabriel Macedo stellt Finanzverwalter Thomas Grimm das Budget der Stadt Amriswil für das kommende Jahr vor. (Bild: Manuel Nagel)

Flankiert von Seraina Hess (Kommunikation) und Stadtpräsident Gabriel Macedo stellt Finanzverwalter Thomas Grimm das Budget der Stadt Amriswil für das kommende Jahr vor. (Bild: Manuel Nagel)

Er nehme in Kauf, dass die Rechnung der Stadt auch einmal schlechter als budgetiert ausfallen könnte. Diese Worte sprach Gabriel Macedo zu Beginn der Budgetorientierung für Parteien und Medien – und er machte somit klar, dass er anders an die Sache herangeht als Martin Salvisberg, den er am 1. Juni als Stadtpräsident abgelöst hatte.

Unter der Ägide Salvisbergs schloss die Rechnung in den letzten fünf Jahren stets massiv besser als erwartet – im Schnitt um über 1,6 Millionen. Eklatant war das Resultat für 2018, als die Rechnung um 3,34 Millionen besser ausfiel als befürchtet.

Budget und Rechnungsergebnisse der Stadt Amriswil (2014-2020)

Die Differenz zeigt auf, wie weit das Budget vom effektiven Rechnungsergebnis entfernt ist. Die Rechnungsergebnisse für 2019 und für 2020 werden erst im April 2020 bzw. im April 2021 bekannt.
Budget
Rechnungsergebnis
Differenz
2014201520162017201820192020Jahr-10000000100000020000003000000

Gabriel Macedo will die alte Praxis jedoch nicht werten. Sein Vorgänger habe es nicht besser oder schlechter gemacht, es sei einfach eine andere Herangehensweise. Und er stellt klar:

«Eine negative Differenz zum Budget bedeutet ja nicht, dass man schlecht gearbeitet hat oder unsorgfältig mit den öffentlichen Mitteln umgegangen ist.»

Aber das Ziel müsse es in seinen Augen sein, möglichst nahe an die Realität heranzukommen.

Offene Türen rannte Macedo bei Finanzverwalter Thomas Grimm ein, der sich diese Praxis aus seinen über 20 Jahren in der Privatwirtschaft gewohnt sei. «Wir haben versucht, so realitätsnah wie möglich zu budgetieren, haben den Steuerertrag gelupft und viele Reservepositionen gestrichen», sagt Grimm.

Bevölkerungszuwachs bringt deutlich mehr Steuern

Als «sportlich» bezeichnet Macedo die Zahlen auf der Einnahmeseite, während man sich bei den Ausgaben einen sehr engen Spielraum gesetzt habe. Das Resultat ein prognostiziertes Minus von 302'900 Franken im Jahr 2020. Einem Ertrag von 37'951'250 Franken stehen Ausgaben von 38'254'150 Franken gegenüber.

Dass eine Budgetierung immer auch Kaffeesatz lesen ist, das wissen sowohl Macedo wie auch Grimm. Ausserordentliche Steuererträge wie in den letzten Jahren «sind Einzelfälle und sollten auch nicht budgetiert werden», so Grimm. Dennoch sei durch den Bevölkerungszuwachs in der Gemeinde von einem deutlichen Anstieg der Steuereinnahmen auszugehen.

Trotz Sparmassnahmen seien zukünftige Verluste nicht zu verhindern, sagt Grimm. Deshalb sei in der Finanzplanung ab 2023 eine Steuerfusserhöhung von 63 auf 65 Prozent geplant.

Hinweis
Die Gemeindeversammlung zum Budget 2020 findet am 5. Dezember um 20 Uhr im Pentorama statt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.