Amriswiler Silvesterkonzert bei Kerzenschein

Als Kontrastprogramm zur lauten Silvesternacht ertönten in der katholischen Kirche St. Stefan die schönsten Melodien aus Opern und Musicals.

Barbara Hettich
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Thomas Haubrich, Isabel Cangelosi Lalinde, Fabio Signer und Karl Svec spielten an Silvester. (Bild: Barbara Hettich)

Thomas Haubrich, Isabel Cangelosi Lalinde, Fabio Signer und Karl Svec spielten an Silvester. (Bild: Barbara Hettich)

Draussen in der Silvesternacht krachen die Böller, in der Kirche ist es angenehm still. Organist Thomas Haubrich greift in die Tasten, die ersten Töne schweben durchs Kirchenschiff, werden lauter. Dann setzt die Trompete mit einer Fanfare ein, meisterhaft gespielt von Karl Svec. Der Auftakt mit der Ouvertüre «Intrada giocoso» von Paolo Baratto ist mehr als gelungen und vielversprechend fürs weitere Programm.

Vier Amriswiler Musiker vereint

Das Silvesterkonzert aus der Reihe der «Amriswiler Konzerte» stand ganz unter dem Motto «Oper & Orgel». Die vier Amriswiler Musiker Thomas Haubrich (Orgel), Karl Svec (Trompete), Fabio Signer (Saxofon) und Isabel Cangelosi Lalinde (Sopran) boten dazu ein abwechslungsreiches Programm. Abwechselnd durch variierende Zusammensetzungen und weil für die gewaltigen Töne die Orgel auf der Empore zum Einsatz kam, für die leichten Töne die Hausorgel im Chor der Kirche. Mit samtiger Stimme sang Isabel Cangelosi Lalinde trotz Halsschmerzen Händels «Lascia ch’io pianga» aus der Oper Rinaldo oder Puccinis «O mio Babbino caro» aus der Oper «Gianni Schicchi».

Gewaltige Töne holten Thomas Haubrich und Fabio Signer bei Mozarts «In diesen heil’gen Hallen» aus ihren Instrumenten hervor und bei Gershwins «Summertime» aus dem Musical «Porgy and Bess» hauchte Karl Svec dem Stück den nötigen Blues ein. Das Katzenduett von Rossini sangen für einmal nicht zwei Sängerinnen – Trompete und Saxofon lieferten sich einen hinreissenden Dialog.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht, rechtzeitig fürs Entkorken der Sektflaschen zum Jahreswechsel, verabschiedeten sich die «Amriswiler Klangwurzeln» mit Adolphe Adams «O Holy Night» von ihren Zuhörern, die sich ihrerseits mit lang anhaltendem Applaus für das Klangerlebnis bedankten.