Amriswiler Sekundarschüler reisten ins Bundeshaus nach Bern

Die Drittklässler aus Egelmoos durften am Freitag zum Abschluss ihrer Politikwoche im Stöckli zu Besuch sein.

Chiara Arba/Manuel Nagel
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Die Sekundarschüler aus Amriswil lauschen einer Führung im Ständeratssaal.

Die Sekundarschüler aus Amriswil lauschen einer Führung im Ständeratssaal.

Chiara Arba

«Friday for Future» mal anders. Zumindest für die Drittklässler der Sekundarschule Egelmoos, die am Freitag zum Abschluss ihrer Politikwoche ins Bundeshaus nach Bern gereist sind.

Die ganze letzte Woche über bereiteten sich die Schülerinnen und Schüler auf ihren Ausflug in die Bundesstadt vor. Sie füllten Fragebögen aus und wurden anschliessend in die jeweils für sie passende Partei eingeteilt. Es gab Diskussionsrunden und schliesslich wählten die Jugendlichen einen der ihren als Nationalrat. Schülerinnen und Schüler konnten alle politischen Prozesse auf eine spielerische Art kennen lernen.

Per Zug fuhren die Sekundarschüler nach Bern, wo sie durch die Altstadt geführt wurden. Doch der Stadtrundgang war kein gewöhnlicher, sondern durchgeführt von Surprise. Vielen dürfte die Organisation bekannt sein von der Zeitschrift, die Sozialhilfebezüger auf der Strasse verkaufen. Doch Surprise führt in Bern auch ein Café, in dem man für einen Kaffee zwei bezahlt, jedoch nur einen bekommt. Den anderen erhalten Leute, die sich keinen Kaffee leisten können.

Stadtrundgang mit einem Sozialhilfebezüger

Auch der Surprise-Stadtführer, der an diesem Freitagvormittag den Amriswiler Jugendlichen die Berner Altstadt zeigte, ist ein Sozialhilfebezüger. Der gebürtige Thuner erzählte den Schülern, wie schnell man ohne gute Ausbildung in Armut und Sucht gerät, und er führte sie zu Institutionen wie dem Sozialdienst der Stadt Bern, einem Caritas-Markt oder der Brockenstube des Blauen Kreuzes. Die letzte Station war der Treffpunkt «Azzurro», ein Lokal, in dem kein Alkohol ausgeschenkt wird. «Es ist schön zu sehen, wie viele Institutionen es in Bern für solche Menschen gibt», sagte einer der Schüler beeindruckt.

Nach etwas Freizeit stand am Nachmittag eine Führung durch das Bundeshaus an. Diese war informativ und nicht zu anspruchsvoll für die 15-Jährigen. Zu sehen bekamen sie nebst anderem auch den Ständeratssaal, das Stöckli, in dem ihnen mit einem Spiel illustriert wurde, wie der Entscheid für ein neues Gesetz fallen könnte.

Vielen Schülern imponierte aber vor allem die Schönheit des prunkvollen Gebäudes. «Der Nationalratssaal war für mich am eindrücklichsten – wegen seiner Grösse und dem riesigen Gemälde», meinte einer der Jugendlichen auf dem Heimweg zurück nach Amriswil.