Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Amriswiler Kinder sollen sich wieder am Sonntag in der Halle austoben können

Noch liegt keine konkrete Lösung auf dem Tisch. Aber Yoyo-Leiterin Esther Hausammann arbeitet an einem Konzept, das das vor einiger Zeit eingestellte Projekt «Open Sunday» ersetzen könnte.
Rita Kohn
Esther Hausammann ist Leiterin des Jugendtreffs in Amriswil. (Bild: Andrea Stalder)

Esther Hausammann ist Leiterin des Jugendtreffs in Amriswil. (Bild: Andrea Stalder)

Er spricht von einem aufgeblähten Verwaltungsapparat. Das Geld solle jedoch den Kindern und Jugendlichen von Amriswil direkt zukommen. Stadtrat Richard Hungerbühler kündigte das «Open Sunday»-Projekt und machte sich auf die Suche nach anderen Lösungen. Für die Kinder hiess das, dass in Amriswil während zweier Winter am Sonntag keine Turnhallentüren offen standen – es sei denn, sie waren in einen Verein eingebunden.

Das könnte sich nun ändern. Denn Esther Hausammann vom Yoyo bietet Hand zu einer neuen Lösung. Sie wird aber nicht einfach eine Fortsetzung des bekannten Projekts sein, sondern eine Alternative dazu. Konkret sollen Kinder jeder Schulstufe davon profitieren können. Auch die Älteren.

Auf die Bedürfnisse der Altersgruppen eingehen

Dafür müssten sich die Angebote jeweils im Turnus an eine bestimmte Altersgruppe richten, stellt sich Esther Hausammann vor. So könnte einerseits viel konkreter auf die jeweiligen Bedürfnisse eingegangen werden, andererseits käme eine breitere Gruppe in den Genuss.

Sportvereine, denen sich Kinder anschliessen könnten, gebe es in Amriswil viele, sagt Esther Hausammann. Was fehlt, ist ein niederschwelliges Angebot, das den Kindern zum einen die Möglichkeit gibt, sich am Wochenende körperlich auszutoben und zum anderen hilft, Kompetenzen zu fördern.

Die Idee, die nun auf dem Tisch liegt, könnte beide Ansprüche erfüllen. Das aber nach Möglichkeit nicht nur im Winter. «Denn es braucht auch im Sommer Raum zum Austoben», ist sich Esther Hausammann sicher.

Die Turnhalle ist in den Abendstunden offen

Schon seit Jahren bietet die Fachstelle für Jugendarbeit Yoyo ihren Besucherinnen und Besuchern an bestimmten Freitagabenden eine offene Turnhalle. Mit Erfolg, wie Esther Hausammann betont. Nach anfänglichem Zögern wird das Angebot rege genutzt. Das zeigt, wie stark das Bedürfnis nach solchen Möglichkeiten auch bei Jugendlichen ist. Und zwar das ganze Jahr über. Doch müsse nicht alles auf die Turnhalle beschränkt werden, findet Esther Hausammann. Der Aussenbereich sollte einbezogen werden können.

Um die Ideen umzusetzen, sind aber auch die örtlichen Vereine gefragt. Denn zur Betreuung der Kinder braucht es eine solide Infrastruktur. Unter dem Lead vom Yoyo könnten sich die Vereine abwechslungsweise engagieren und hätten so auch Gelegenheit, ihre eigenen Angebote besser ins Licht zu rücken und unter Umständen auch das eine oder andere Kind oder Jugendliche für den Nachwuchs zu begeistern.

Diese Idee findet auch beim zuständigen Stadtrat Richard Hungerbühler offene Ohren. Er findet, dass es wichtig wäre, den Vereinen einen möglichst grossen Spielraum bei der Gestaltung der offenen Sonntage zu gewähren. Er geht davon aus, dass die Stadt einen Projektbeitrag sprechen könnte, der den Spielraum etwas erweitert.

Das Projekt soll auf mehrere Schultern verteilt werden

«Wir brauchen Leute, um das Projekt auf gute Füsse zu stellen. Wenn die Vereine für ihre Mithilfe noch etwas bekommen, wird vieles einfacher.» Dadurch, dass das Projekt auf mehrere Schultern verteilt würde, wäre es für die einzelnen Beteiligten einfacher zu tragen, ist Richard Hungerbühler überzeugt.

Bewährt hatte sich beim einstigen Projekt die Idee, Jugendliche als Coaches beizuziehen. Daran möchte Esther Hausammann anknüpfen. Nebst einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung würden die Jugendlichen auch Anerkennung erhalten und könnten bereits wertvolle Erfahrungen machen. Die Bereitschaft, diesen Weg zu gehen, wäre da.

Nun arbeitet das Yoyo-Team daran, das Projekt konkreter auszuarbeiten. Starten könnte das Angebot voraussichtlich im Oktober, falls es nur über die Wintersaison laufen soll. Denkbar wäre aber auch, ein Ganzjahresprojekt zu bieten, das dann bereits nach den Sommerferien starten könnte. Vieles hängt nun von der Bereitschaft der Vereine ab, mitzuziehen.

In Oberaach gibt es eine Elterninitiative

Ein Angebot mit offener Turnhalle entstand bereits in Oberaach, wo der Elternrat in dieser Sache aktiv wurde. Er konnte auf die Bereitschaft der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri zählen und zweimal einen Sonntag in der offenen Turnhalle anbieten. Dass das Bedürfnis dafür gross ist, zeigte der Zulauf bei der ersten Durchführung. 25 Mädchen und Knaben nahmen die Möglichkeit wahr, sich auszutoben und einen Sonntag mit Bewegung zu verbringen.

Das Kinderprojekt «Open Sunday» war ursprünglich von der Stiftung «Idee Sport» ins Leben gerufen worden. Auch die Stadt Amriswil beteiligte sich zunächst am Projekt und konnte dafür die Turnhalle Nordstrasse nutzen. Jugendliche aus dem Yoyo hatten sich zu Coaches weiterbilden lassen und halfen dabei, die Kinder in der Halle zu betreuen. Obwohl das Projekt selber auf ein gutes Echo stiess, stieg die Stadt Amriswil aus, als sich die Kostenstruktur veränderte.

Richard Hungerbühler kritisierte damals, dass ein zu teurer Verwaltungsapparat entstanden sei. Amriswil blieb nicht die einzige Kritikerin. Gespräche mit den Verantwortlichen von «Idee Sport» brachten keine Einigung.
Heute bietet «Idee Sport» ihr Projekt nach wie vor auch in der Ostschweiz an, allerdings haben sich die Standorte auf fünf Orte reduziert. Einer davon ist in Graubünden (Landquart), vier sind im Kanton St. Gallen (Rorschacherberg, Widnau, St. Gallen Halden und St. Gallen West). (rk)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.