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Amriswiler ist Meister über Äxte und Messer

Duri Vetsch übt das Messer- und Axtwerfen als Sport aus. Inzwischen hat er mehrere Meistertitel geholt.
Rita Kohn
Duri Vetsch ist Materialwart des Feuerwehrzentrums Amriswil und Schweizer Meister im Messerwerfen. (Bild: Reto Martin)

Duri Vetsch ist Materialwart des Feuerwehrzentrums Amriswil und Schweizer Meister im Messerwerfen. (Bild: Reto Martin)

Beim Spaziergang mit dem Hund ist es passiert: Duri Vetsch hatte seinen Tomahawk dabei und warf ihn in Richtung eines toten Baumstamms. Die Axt blieb stecken. Fasziniert wiederholte der junge Bündner den Wurf. Heute ist der 32-Jährige Schweizermeister im Messerwerfen. In der Vergangenheit war er auch bereits zweimal Schweizermeister im Axtwerfen. «Es ist fast wie mit einer Chipstüte», sagt er mit einem fröhlichen Lachen. «Einmal damit angefangen will man mehr und mehr.»

Längst ist das Messer- und Axtwerfen für Duri Vetsch ernsthafter Sport, für den er auch regelmässig trainiert. Aktuell etwas weniger als früher. Das soll sich ändern. Er ist aktuell auf der Suche nach einem passenden Übungsplatz in Amriswil. Sein Sport ist bei richtiger Handhabung für die Umgebung nicht gefährlich und viel Lärm entsteht auch nicht. «Ich werde das aber mit allfälligen Nachbarn zuerst klären», stellt er in Aussicht. Das direkte Gespräch sei immer der beste Weg. Da können viele Vorurteile ausgeräumt werden.

Nicht damit gerechnet, den Job zu bekommen

Seit Dezember vergangenen Jahres arbeitet Duri Vetsch für die Stadt Amriswil als Materialwart der Feuerwehr und Mitarbeiter des Hauswartteams der Stadt und da unter anderem für das Pentorama zuständig. Ausserdem steht er teilweise für den Zivilschutz im Einsatz. Aufgaben, die dem gelernten Metallbauer Spass machen.

«Ich habe die Stelle ausgeschrieben gesehen und mich daraufhin beworben», blickt Duri Vetsch ein paar Monate zurück. Das Vorstellungsgespräch mit Stadtschreiber Roland Huser, Feuerwehrkommandant Andreas Bösch und Teamleiter Daniel Eggenberger sei zwar gut verlaufen, doch grosse Chancen rechnete sich Duri Vetsch nicht aus. «Aber schon am nächsten Tag bekam ich den Anruf.»

In Amriswil fühle er sich sehr wohl. Mit einem verschmitzten Lächeln erzählt er, dass sein Bruder die Augen verdreht habe, als er hörte, dass sich der im Bündnerland aufgewachsene Duri Vetsch ausgerechnet in Amriswil niederlassen wird. «Er hat hier die Polizeischule besucht, kennt aber Amriswil nicht so, wie ich es kenne», sagt der junge Bündner. Er wolle ihm die Stadt etwas näherbringen, sobald er vom Stadtrand von St. Gallen hierher gezogen sei. «Ich habe hier schon viele nette Leute kennen gelernt.»

Ein Übungsplatz im Bergwald

Früher hatte Duri Vetsch einen eigenen kleinen Übungsplatz auf im Wald. Damals arbeitete er als Hauswart der Jugendherberge in St. Moritz. «Ich habe den Förster gefragt, ob ich auf dem Platz üben darf», erzählt Duri Vetsch. Der war sofort einverstanden. Er fand es sinnvoll, dem jungen Mann Hand für seinen Sport zu bieten. Den Übungsplatz baute sich Duri Vetsch nach und nach etwas aus. Tische und Bänke standen bereit, um Freunde und Interessierte zu empfangen und ihnen den Sport näherzubringen.

Hängen geblieben ist aber kaum jemand. Für den jungen Sportler unverständlich. «Mich haben Messer schon fasziniert, als ich noch ein kleiner Junge war», gesteht er. Deshalb war es ein kleiner Schritt, neben den Äxten auch Messer zu werfen. Er würde sich wünschen, dass noch der eine oder andere Sportler hinzukäme. Denn in der Schweiz gibt es heute nur eine Handvoll von Axt- und Messerwerfern.


Sein Sport hat Duri Vetsch schon weit herum gebracht. «Ich war schon in Italien, England, Deutschland, Ungarn, Tschechien, und Schweden, sagt er. Man lerne sich kennen, es entstünden schöne Freundschaften über die Landesgrenzen hinweg. Seine beiden Äxte sind «Italiener» verrät er. «Da habe ich einen kleinen Betrieb kennen gelernt, der richtig gutes Werkzeug schmiedet.»

Die besten Messer sind die Unscheinbaren

Neben den Äxten in der Sportkiste liegt auch eine ganze Anzahl unscheinbarer Messer. «Ich habe schnell gemerkt, dass schön nicht gleichbedeutend mit gut ist», sagt der Sportler. Da hätten viele ganz falsche Vorstellungen. Auch davon, dass ein Messerwerfer jemanden vor die Zielscheibe stellt. «Ich würde niemals werfen, wenn ein Mensch vorne steht», betont er. Ebenso wenig trete er mit seinem Sport an Veranstaltungen auf.

Beigebracht hat sich Duri Vetsch das Messerwerfen selber. «Es gibt in der Schweiz noch keinen Coach, der das anbietet», sagt er. Ganz im Gegensatz zu Italien, wo es bereits Trainer gibt. Ihm habe aber das Nachlesen im Internet viel geholfen. «Ich habe dort eine Webseite entdeckt, die mich weitergebracht hat.» Gemeinsam mit Sportskolleginnen und -kollegen hilft Vetsch Interessierten gerne weiter.

Mehr Informationen zum Sport und Kontaktformular über die Website www.messerwerfen.ch.

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