AMRISWIL
Rotes Kreuz und Blutspender weichen in die katholische Kirche aus

Weil im Alters- und Pflegezentrum wegen der Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie derzeit keine Anlässe erlaubt sind, werden die Blutspendeaktionen ins Untergeschoss der Pfarrkirche St. Stefan verlegt.

Merken
Drucken
Teilen
Ein Mann spendet Blut.

Ein Mann spendet Blut.

Bild: PD

Aufgrund der aktuellen Situation sind Anlässe, also auch die Blutspendeaktion, im APZ aber nicht möglich, weshalb das Rote Kreuz auf das Untergeschoss der Kirche St. Stefan ausweichen musste. «Wir sind froh, dass wir die Blutspendeaktion letzte Woche bereits das zweite Mal dort durchführen konnten», sagt Max Züger, leitender Arzt des Blutspendedienst Thurgau SRK.

Amriswil ist wichtig für die Sammlung von Blutkonserven

Normalerweise kann jeder, der den Bestimmungen entspricht, ohne Anmeldung zum Blutspenden erscheinen. Aktuell ist dies nicht möglich. «Deshalb haben wir auch so gut wie keine Werbung gemacht», erklärt Züger. Mit dem Schutzkonzept können in Amriswil rund 80 Per­sonen Blut spenden. So viel, wie in allen Thurgauer Spitälern im Schnitt in einer Woche gebraucht wird.

«Aktuell haben die Spitäler nicht dringend ­notwendige Operationen zwar heruntergefahren, doch die ­Coronapatienten wiederum brauchen vermehrt Blut», erklärt Züger. Damit nicht zu viele Personen eintreffen, werden die regelmässigen Spender brieflich eingeladen. Auffallend, so Züger, sei die Solidarität der jüngeren Menschen während der Krise.

Blutkonserve zur Infusion in einer Klinik.

Blutkonserve zur Infusion in einer Klinik.

Bild: PD

Kämen sonst eher Ältere zum Spenden, erreichen ihn nun viele Anfragen von jüngeren Per­sonen, die ihr Blut spenden und so etwas Gutes tun möchten. «Wir zählen auf die Ehrlichkeit der Leute» Abgesehen von der begrenzten Anzahl zugelassener Spender gelten aktuell spezielle Regeln, wer spenden darf.

Auf die Ehrlichkeit der Spender angewiesen

Zum einen müssen die Spender derzeit ohne Begleitung erscheinen und einen Mund- und Nasenschutz tragen. Zum anderen darf nur spenden, wer nicht zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen zählt oder über 65 Jahre alt ist und wer zwei Wochen vor dem Spendetermin keinerlei Erkältungs- oder Grippesymptome sowie keinen engen Kontakt zu positiv getesteten Personen hatte.

Dies zu kontrollieren, sei für die Ärzte schwierig. «Blutspender füllen einen medizinischen Fragebogen aus, wobei wir auf die Ehrlichkeit der Leute zählen», erklärt Züger. Nach der Spende werde das Blut zudem nicht auf Coronaviren untersucht. Ein Labortest, um das Virus im Blut nachweisen zu können, stehe nicht zur Verfügung.

Nach der Impfung eine zweitägige Karenz

Aber nicht nur wer vor der Spende erkrankt, wird als Spender ausgeschlossen. Auch wer innerhalb von zwei Wochen nach der Blutspende krank wird, ist verpflichtet, das Blutspende­zentrum zu informieren. Das gespendete Blut muss dann aus Sicherheitsgründen entsorgt werden.

Ebenfalls gilt nach einer Coronavirus-Impfung eine Karenz von 48 Stunden. Wenn man nach der Impfung Symptome entwickelt, verlängert sich die Einschränkung. Übrigens: Studien zeigten, dass Personen mit der Blutgruppe 0 ein etwas geringeres Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. (red)