Amriswil
«Niemand stellt Land zur Verfügung»: Die Amriswiler Bauverwaltung erklärt, weshalb sie in einem Einfamilienhausquartier zwei Unterflurcontainer erstellen will

Die Platzierung der Unterflurcontainer in Amriswil ist für die Bauverwaltung der Stadt eine knifflige Angelegenheit.

Manuel Nagel
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Joachim Düring von der Bauverwaltung der Stadt schaut auf die Karte des Gemeindegebiets mit bestehenden (grüne Punkte) und geplanten Unterflurcontainern. Die türkis eingefärbten Gebiete, in denen sich die grünen Punkte befinden, gelten als abgedeckt.

Joachim Düring von der Bauverwaltung der Stadt schaut auf die Karte des Gemeindegebiets mit bestehenden (grüne Punkte) und geplanten Unterflurcontainern. Die türkis eingefärbten Gebiete, in denen sich die grünen Punkte befinden, gelten als abgedeckt.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 31. März 2021)

Joachim Düring hat wahrlich keine leichte Aufgabe. Der technische Sachbearbeiter von der städtischen Bauverwaltung ist aktuell mit der Platzierung der Unterflurcontainer in Amriswil beschäftigt. Im Sandackerquartier stösst er nun jedoch auf Widerstand. Mehrere Anwohner haben Einsprache gegen die Pläne erhoben, wie diese Zeitung berichtete.

Das kommt für Bauverwalter Manfred Wagner nicht überraschend. «Bei der öffentlichen Planauflage der Unterflurcontainer stossen wir meist nicht auf Gegenliebe», sagt er. Auch in diesem Fall nehme man nun die Einsprachen entgegen, schaue sich die Argumente an und wäge danach ab. Andere Standorte als die geplanten könnten durchaus in Frage kommen.

Das bestätigt auch Joachim Düring. Man könne nicht alle Container miteinander planen.

Joachim Düring, Technischer Sachbearbeiter Bauverwaltung Amriswil

Joachim Düring, Technischer Sachbearbeiter Bauverwaltung Amriswil

Bild: Manuel Nagel
«Es ist eine rollende Planung.»

Das sagt Düring, der bisher schon 53 solcher UFC-Behälter an 43 verschiedenen Standorten bauen konnte. Am Schluss sollten es insgesamt 87 dieser Unterflurcontainer an 72 Standorten sein.

Maximal 200 Meter sollen Container entfernt sein

Und weil dann auf dem ganzen Gemeindegebiet für alle ein solcher UFC-Behälter in unmittelbarer Nähe – angestrebt werden maximal 200 Meter – vorhanden sein werde, gebe es letztlich auch keinen Mehrverkehr, sagt Wagner. Dieser beginne, wenn die Leute weiter als 200 Meter gehen müssten und dann den Sack mit dem Auto irgendwohin karren würden.

Theo Grob vor seinem Haus an der Sandackerstrasse (links). Er steht dort, wo der Unterflurcontainer hin soll. «Es gibt bessere Plätze», sagt Grob.

Theo Grob vor seinem Haus an der Sandackerstrasse (links). Er steht dort, wo der Unterflurcontainer hin soll. «Es gibt bessere Plätze», sagt Grob.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 31. März 2021)
«Für das Sandackerquartier wäre bei der Reithalle ein idealer Platz.»

Das sagt Theo Grob, einer der Einsprecher. Aktuell ist vor seinem Haus einer der beiden umstrittenen Container geplant. Den Platz bei der Reithalle, die auf einer Parzelle der Gemeinde steht, hat auch Düring in seiner Planung drin. Das bedeutet aber nicht, dass die Stadt dort einfach einen Container erstellen kann, denn «die Stadt hat die Reithalle im Baurecht abgegeben. Wir können nicht einfach darüber verfügen», erklärt Bauverwalter Wagner. Mit dem Reitverein sei nun eine Lösung gefunden worden, aber auch hier könne es wieder Einsprachen geben.

Bei den zwei vorerst geplanten Standorten im Sandacker sei man in der Strasse drin, weil niemand sein Land zur Verfügung stelle. Die Strassen gehören jedoch der Gemeinde. «Zudem ist die Sandackerstrasse eine überdimensionierte Quartierstrasse mit sechs Metern Breite sowie Trottoirs auf beiden Seiten», sagt Manfred Wagner. Amerikanische Verhältnisse seien das. Gleichzeitig wäre ein UFC-Behälter ein verkehrsberuhigendes Element, weil es an dieser Stelle die Fahrbahn verenge.

Bis Ende 2025 ist ganz Amriswil abgedeckt

Aber eben: Es ist möglich, dass der Container vor Grobs Haus nicht erstellt wird, wenn es mit dem Standort Reithalle klappt. Vieles sei voneinander abhängig und könne vorgängig nicht abschliessend geplant werden, sagt Joachim Düring.

Das Sandackerquartier in Amriswil ist eine beliebte Ausweichroute für Auto- und auch für Lastwagenfahrer.

Das Sandackerquartier in Amriswil ist eine beliebte Ausweichroute für Auto- und auch für Lastwagenfahrer.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, Juni 2020)

Spätestens Ende 2025 muss ganz Amriswil mit Unterflurcontainern abgedeckt sein, will man noch Subventionen erhalten. Aktuell sei man auf guten Weg, sagt Manfred Wagner und ergänzt:

Manfred WagnerBauverwalter Stadt Amriswiö

Manfred Wagner
Bauverwalter Stadt Amriswiö

Bild: Manuel Nagel
«Wir suchen den Konsens und die bestmögliche Lösung.»

Man wolle die Leute nicht verärgern und sei nicht streitsüchtig, jedoch gebe man auch nicht gleich jedem Protest nach, der eintreffe. Sowohl Wagner wie Düring machten aber die Erfahrung, dass überall, wo Unterflurcontainer erstellt wurden, diese gut akzeptiert worden seien.