Amriswil
Neue Wirte im Amriswiler «Wy Stübli»: mit Bayerischer Herzlichkeit gegen die Coronakrise

Seit August wirten Heike und Ernst Stoiber im Wy Stübli. Und obschon sie mitten in der Coronakrise begonnen haben, lief es ganz gut – bis jetzt erneut eine Schliessung der Gastronomiebetriebe beschlossen wurde.

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Heike und Ernst Stoiber bewirten seit August die Tafernwirtschaft Wy Stübli in Amriswil und sind bis jetzt dank viel Motivation gut durch die Krise gekommen.

Heike und Ernst Stoiber bewirten seit August die Tafernwirtschaft Wy Stübli in Amriswil und sind bis jetzt dank viel Motivation gut durch die Krise gekommen.

Bild: PD

Die Tische stehen etwas weiter auseinander, Heike trägt zum Servieren eine Maske und die Gäste sind am späteren Nachmittag schon eine halbe Stunde früher willkommen. Für das Ehepaar Stoiber nichts Ungewöhnliches. Denn ihren Betrieb, die Tafernwirtschaft Wy Stübli, kennen sie nicht anders. Heike und Ernst Stoiber führen das städtische Lokal seit Anfang August. Sie sind mit ihrer neuen Lebensaufgabe also mitten in der Coronakrise gestartet. Dennoch sei es gut angelaufen. Doch nun ist der erneute Lockdown für das Gastgewerbe gekommen.

Trotz der misslichen Lage haben die Bayern, die seit einigen Jahren in der Schweiz leben, ihre Fröhlichkeit nicht verloren. Heikes Lachen ist ansteckend, mit ihrer offenen und kurligen Art passt sie perfekt in das gemütliche Lokal, das an die heimische Stube erinnert. Sie und ihr Mann führen das Wy Stübli in Eigenregie. Angestellte haben sie keine. Zwar sei dies hart, aber die Verantwortung für einen Mitarbeiter wollen sie sich in der Krisenzeit nicht auch noch aufbrummen. Also steht Ernst alleine in der Küche, Heike ist für die Buchhaltung und den Service zuständig.

Gekocht werden bayerische Gerichte, herzhaft mit Liebe zum Detail. Bei Ernst Stoiber, der seine Ausbildung im Hotel Bayerischer Hof in München gemacht hat und anschliessend an verschiedenen Stationen, darunter auch am Königshof mit einem Michelin Stern, gekocht hat, kommt alles frisch auf den Tisch. Er sagt:

«Wenn ich ein Wiener Schnitzel anbiete, wird dieses frisch geschnitten, geklopft, paniert und gebraten. Da kommt nichts vorbereitet aus dem Tiefkühler.»

Und auch seine Frau Heike ist eine Fachkraft auf ihrem Gebiet. Sie hat in einem vier-Sterne-Hotel in München die Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert, war danach Rezeptionistin, Reservierungsfachfrau und dann Hausfrau und Mutter.

Das reichte ihr irgendwann aber nicht mehr. Heike Stoiber sagt von sich selbst:

«Ich bin ein Arbeitstier.»

Deshalb wusste sie sofort, als sie die Ausschreibung des Wy Stübli sah, dass das ihr Lokal werden soll. Anfangs war die Idee, dass sie die Wirtschaft mit einem angestellten Koch übernimmt. Schliesslich liess sich Ernst aber überreden und stieg mit ein. Und wie es scheint, hat ihr Konzept in Amriswil noch gefehlt. Denn die Gäste kamen. «Wir wurden nicht überrannt, aber hatten den ganzen Sommer und Herbst hindurch immer Gäste». Und genau bei diesen möchte sich das Ehepaar Stoiber bedanken. Denn letzten Endes sind es die Gäste, die dem Wirtepaar, das schon in Bayern ein Wirtshaus gemeinsam geführt hat, durch die Krise hilft. (red)