Amriswil
Kampf gegen Unterflurcontainer: «Notfalls gehe ich vor Gericht», sagt ein Anwohner

Zwei geplante Unterflurcontainer in einem Amriswiler Einfamilienhaus-Quartier verärgern die Bewohner.

Manuel Nagel
Merken
Drucken
Teilen
Bis zu dieser Markierung soll der eine Unterflurcontainer auf die Strasse hinausragen. Theo Grob ist fest entschlossen, den Container direkt vor seinem Haus (links im Bild) nicht einfach so hinzunehmen. «Es gibt viel bessere Standorte», sagt Grob.

Bis zu dieser Markierung soll der eine Unterflurcontainer auf die Strasse hinausragen. Theo Grob ist fest entschlossen, den Container direkt vor seinem Haus (links im Bild) nicht einfach so hinzunehmen. «Es gibt viel bessere Standorte», sagt Grob.

Bild: Manuel Nagel

Theo Grob ist keiner, der auf das Maul hockt. Wenn es sein muss, dann wehrt er sich vehement. Das tut er auch jetzt, weil die Bauverwaltung der Stadt Amriswil direkt vor seinem Haus einen Unterflurcontainer geplant hat.

Am 10. März flatterte das Einschreiben der Stadt bei Theo und Brigitta Grob ins Haus. Und obwohl es nur zwei A4-Blätter enthielt, so war für Grobs der Brief dennoch dicke Post. Zwei Tage später – zugleich auch der Beginn der Auflagefrist, die am 31. März ablief – konnte Theo Grob bereits im Bauamt vorsprechen. «Ich versuchte zu erklären, weshalb ich den Standort nicht geeignet finde», erzählt Grob. Man habe darauf freundlich aber bestimmt erklärt, wieso der vorgeschlagene Platz dennoch der richtige sei.

Ein Problem für jene mit gerader Hausnummer

Und Theo Grob ärgert sich auch, dass man ihm nun vorwirft, er würde nur seine eigenen Interessen vertreten und wolle einfach keinen Unterflurcontainer vor seinem Haus an der Sandackerstrasse 11. «Das ist nicht der Fall», stellt Grob klar und erklärt auch weshalb: Alle Häuser mit ungeraden Nummern hätten ihre Sitzplätze nach Süden ausgerichtet – also von der Strasse weg. «Wir bekommen das überhaupt nicht mit. Den Lärm von der Abfallentsorgung und dem Durchgangsverkehr haben die Bewohner mit den geraden Hausnummern.» Und im Falle seiner Nachbarn vis-à-vis liege der Sitzplatz nur gerade wenige Meter vom geplanten Unterflurcontainer entfernt. «Es gibt einige im Quartier, die Einsprache erhoben haben», sagt Grob.

Auch Lastwagen weichen über den Sandacker aus

Die Unterflurcontainer selbst sind dabei nicht das Problem, das sagen sowohl Grob wie auch die Nachbarn. Viel mehr sei es der Standort. Grob sagt:

«Wir haben schon jetzt viel Durchgangsverkehr, weil Auto- und sogar Lastwagenfahrer die Sandackerstrasse als Ausweichroute benutzen, wenn die Weinfelderstrasse verstopft ist.»

Die Anwohner befürchten nun, viele dieser auswärtigen Autofahrer werden die Gelegenheit nutzen, auf dem Weg zur Arbeit auch gleich noch den Abfall im Sandackerquartier zu entsorgen.

Das Sandackerquartier im Westen von Amriswil.

Das Sandackerquartier im Westen von Amriswil.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, Juni 2020)

Der Verkehr werde bei ihnen im Quartier so noch zunehmen, ist Grob überzeugt. Auch seine Nachbarn sagen, dass sie ihrer Tochter zu den Stosszeiten am Morgen, Mittag und am Feierabend nicht mehr erlauben würden, hinaus zu gehen, weil es auf der Strasse zu gefährlich sei.

Theo Grob möchte, «dass der gute Spirit im Sandacker erhalten bleibt», wie er sagt. Schliesslich habe die Stadt unlängst das Quartier als eines der schönsten Amriswils und in seiner jetzigen Form erhaltenswert bezeichnet. Grob will vermeiden, diesen Container-Standort mit allen juristischen Mitteln anzufechten. Doch er sagt:

«Wenn es sein muss, gehe ich vor Gericht.»

Hinweis
Was die Bauverwaltung der Stadt Amriswil dazu meint, steht in der Ausgabe vom Dienstag, 6.April.