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Amriswil fehlt noch ein Leuchtturmprojekt

Erstmals wartete der Wirtschaftsapéro der Stadt mit einer hochkarätig besetzten Podiumsrunde auf. Diese diskutierte über die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf Industrie und Alltag.
Manuel Nagel
Moderator Hansjörg Enz diskutiert im Pentorama mit Lukas Krüsi, Inhaber der Styromat AG, Urban Kronenberg, Vorsitzender der REA-Geschäftsleitung, Felix Nyffenegger, Professor an der Hochschule Rapperswil, und Christian Appert, Geschäftsführer der Firma Amstein + Walthert, über Digitalisierung in der Industrie. (Bild: Manuel Nagel)

Moderator Hansjörg Enz diskutiert im Pentorama mit Lukas Krüsi, Inhaber der Styromat AG, Urban Kronenberg, Vorsitzender der REA-Geschäftsleitung, Felix Nyffenegger, Professor an der Hochschule Rapperswil, und Christian Appert, Geschäftsführer der Firma Amstein + Walthert, über Digitalisierung in der Industrie. (Bild: Manuel Nagel)

«Fortschritt macht nicht sorgenfrei, er tauscht sie nur aus gegen andere Sorgen», zitierte Christoph Roth von der Wirtschaftskommission der Stadt den Philosophen Carl Peter Fröhling, als er die 170 Anwesenden begrüsste.

Nach der Podiumsdiskussion trafen sich die 17 Teilnehmer im Pentorama zum Apéro Riche und betrieben Networking. (Bild: Manuel Nagel)

Nach der Podiumsdiskussion trafen sich die 17 Teilnehmer im Pentorama zum Apéro Riche und betrieben Networking. (Bild: Manuel Nagel)

Für die 14. Ausgabe des Amriswiler Wirtschaftsapéros liessen sich die Verantwortlichen etwas Neues einfallen. Der ehemalige Tagesschausprecher Hansjörg Enz diskutierte mit drei Vertretern aus Wirtschaft und Industrie über die Digitalisierung – und welche Auswirkung diese auf uns alle hat und haben wird.

Vierter Podiumsteilnehmer dieser illustren Runde war Felix Nyffenegger, der an der Hochschule Rapperswil im Bereich der Produktentwicklung forscht und lehrt. Nyffeneggers Tätigkeitsfeld ist das Product Lifecycle Management (PLM). Das beschreibt einen Ansatz zur ganzheitlichen, unternehmensweiten Verwaltung und Steuerung aller Produktdaten und Prozesse. Was das genau bedeutet, versuchte er den Zuhörern in einem Inputreferat vor dem Podium aufzuzeigen.

Innovative Landwirtschaft

«Ich habe die Ehre, Ihnen in 30 Minuten zu erklären, was Digitalisierung ist. Ich weiss es aber selbst nicht so genau», sagte der Professor und brach damit gleich zu Beginn das Eis. Kurzweilig und wie ein Wasserfall erzählte Nyffenegger, dass gerade die Landwirtschaft in diesem Umfeld extrem innovativ sei.

«Ein Bauer muss gar nicht mehr auf dem Traktor sitzen, er kann diesen auch mit dem Handy bedienen»

sagte Professor Felix Nyffenegger von der Hochschule Rapperswil. Doch es gehe noch weiter. Man könne auch den Pflug smart machen, der mittels Sensoren etwas über den Boden lerne. Diese Erkenntnisse fliessen zurück zum Traktor, und der wiederum gebe diese Informationen weiter an die Pflanzmaschine, wie tief diese das Saatgut im Boden vergraben müsse.

Professor Felix Nyffenegger zeigt die Zusammenhänge der Digitalisierung in der Landwirtschaft auf. (Bild: Manuel Nagel)

Professor Felix Nyffenegger zeigt die Zusammenhänge der Digitalisierung in der Landwirtschaft auf. (Bild: Manuel Nagel)

«So kann man sich ein ganzes System bauen, was viel grösseren Mehrwert schafft, als wenn man nur einzelne Komponenten habe. Doch das sei noch immer nicht das Ende der Fahnenstange. Vielmehr werde in Ökosystemen gedacht, mit welchen man einen ganzen Markt abdecke. Da sei der Traktor auch verbunden mit einem Wetterdienst , mit einem Dünger- und einem Saatguthersteller, wobei Produkte automatisch bestellt werden.

Intelligente Container kommen auch in Amriswil

Hansjörg Enz leitete das Podium. (Bild: Manuel Nagel)

Hansjörg Enz leitete das Podium. (Bild: Manuel Nagel)

Einfacher ist das Beispiel mit intelligenten Unterflurabfallcontainern, die mitteilen, sobald sie voll sind und so unnötige Leerfahrten vermeiden. Welche Projekte die Stadt Amriswil in nächster Zeit anpacke, wenn man in Richtung Smart City gehen möchte, wollte Moderator Hansjörg Enz von REA-Geschäftsleiter Urban Kronenberg wissen.

«Diese Container werden auch bei uns kommen», sagte Kronenberg, doch man habe beschlossen, wenn man in Amriswil mit dem Smart-City-Gedanken beginne, dann wolle man mit etwas starten, was innovativer sei. «Ein solches Leuchtturmprojekt fehlt uns aber noch», sagte Urban Kronenberg.

Lukas Krüsi und Urban Kronenberg im Zwiegespräch. (Bild: Manuel Nagel)

Lukas Krüsi und Urban Kronenberg im Zwiegespräch. (Bild: Manuel Nagel)

Styromat-Inhaber Lukas Krüsi wurde von Enz mit der Frage konfrontiert, ob die Maschine in seinem Betrieb nicht auch in China stehen könnte und viel billiger wäre. Krüsi entgegnete, dass die Anschaffung und der automatisierte Betrieb einer Maschine in der Schweiz nicht teurer sei als dort. Das sei auch eine Chance für den Werkplatz Schweiz. Gefordert sei man hingegen bei der Handarbeit.

Felix Nyffenegger und Christian Appert. (Bild: Manuel Nagel)

Felix Nyffenegger und Christian Appert. (Bild: Manuel Nagel)

Felix Nyffenegger bekräftigte, dass die Digitalisierung ein Schlüsselelement sei, um den Industriestandort Schweiz erhalten zu können. «Davon bin ich felsenfest überzeugt», sagte er zum Schluss des Podiums.

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