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Amriswil erarbeitet Wasser-Management

Das Seewasserwerk Kesswil der Regio Energie Amriswil (REA) ist voll ausgelastet. Die Vertragsgemeinden beziehen mehr Wasser als vereinbart. Nun muss die Zuteilung überprüft werden.
Rita Kohn
Die Brunnen der Stadt Amriswil bleiben vorläufig in Betrieb, um den Tieren den Zugang zum Wasser zu erhalten. (Bild: Rita Kohn)

Die Brunnen der Stadt Amriswil bleiben vorläufig in Betrieb, um den Tieren den Zugang zum Wasser zu erhalten. (Bild: Rita Kohn)

«Die Disziplin ist gut.» Karl Spiess, Geschäftsführer der Regio Energie Amriswil (REA) windet den Amriswilerinnen und Amriswilern ein Kränzchen. Die Leute würden weitgehend darauf verzichten, ihren Rasen zu wässern, Autos zu waschen oder den Privatpool zu füllen. Solange der gesunde Menschenverstand spiele, wolle man möglichst auf Verbote verzichten.

Dass die Situation brenzlig ist und sich mit jedem weiteren Hitzetag ohne Regen verschärft, daraus macht die REA kein Geheimnis. «Die Wasserversorgung ist zu 100 Prozent ausgelastet», sagt der stellvertretende Brunnenmeister Remo Schnyder. Ein Stromausfall zum aktuellen Zeitpunkt könnte gravierende Folgen haben. «Die Pumpen müssen quasi ununterbrochen arbeiten, um den Wasserbedarf der Region zu decken.»

Über neue Systeme nachdenken

Um die Versorgung nicht übermässig zu belasten, müssten sich Gemüse- und Obstproduzenten in der Region Gedanken über neue Bewässerungssysteme machen, sagt Remo Schnyder. So etwa ist eine Tröpfchenbewässerung auf einem Feld wassersparend und effizienter, als die herkömmliche Bewässerung via Sprenger. «Das Wasser kommt mit diesem System dorthin, wo es dringend gebraucht wird», sagt Remo Schnyder.

Für die Landwirtschaft wird es bei solchen Hitzeperioden, wie sie derzeit herrscht, besonders eng. «Eine Spitzenkuh kann bis zu 200 Liter Wasser täglich trinken», weiss Karl Spiess. Das erst recht, wenn das Gras so trocken ist wie selten. «Noch ist bei uns die Notschlachtung von Vieh kein Thema», sagt Karl Spiess. Doch sei dieses Szenario gar nicht so weit weg. Deshalb sei es sehr wichtig, sich auf künftige Hitzesommer vorzubereiten und sich Gedanken darüber zu machen, wie das Wasser möglichst effizient verteilt werden kann.

«Es wird wohl in Zukunft immer häufiger vorkommen, dass Wasser gespart werden muss», vermutet Karl Spiess. Die REA habe deshalb auch schon ein Projekt für den Ausbau der Wasserfassung im See. Ein grösseres Rohr, welches das Wasser in einer grösseren Tiefe fasst. In Ihr neues Projekt wird die REA rund 2,1 bis 2,4 Millionen Franken investieren müssen. Dass der Wasserpreis generell leicht ansteigen wird, ist bereits kommuniziert worden.

Bei Hitze ist Verkeimung ein Problem

Die REA kämpft derzeit nicht nur gegen knappe Ressourcen, sie muss auch die Qualität im Auge behalten. Denn je wärmer das Wasser ist, desto mehr wächst die Gefahr einer Verkeimung. «Leitungen mit zu wenig Durchfluss müssen wir hin und wieder spülen», erklärt Remo Schnyder. Das sei besonders dann, wenn es darum gehe, Wasser zu sparen, nicht ideal. Zum Glück gebe es aber aktuell nur wenig Leitungsbereich, auf die das zutreffe. Die REA habe die Sache im Griff. Der Konsum des Leitungswassers in Amriswil sei unbedenklich, versichern Karl Spiess und Remo Schnyder.

Froh ist man in Amriswil über zwei Quellen, die täglich um 580 Kubikmeter Wasser liefern. «Es sind keine besonders ergiebigen Quellen, aber solide», sagt Karl Spiess. Sie würden auch jetzt noch sprudeln. Anders verhält es sich mit privaten Quellen. So muss ein Landwirt, dessen Quellen versiegt ist, nun zusätzlich mit Wasser versorgt werden.

Alle müssen gleich behandelt werden

Kopfzerbrechen bereiten der REA die Gemüse- und Obstbauern der Region. «Dadurch, dass die Konsumenten immer mehr auf regionale Produkte zurück greifen würden, habe die entsprechende Produktion in der Region zugenommen», sagt Remo Schnyder.

Da brauche es nun ein klares Management, betont Karl Spiess. «Alle müssen gleich behandelt werden.» Das gelte insbesondere für die Zulieferung an die Vertragsgemeinden in der Region. Viele haben das vereinbarte Kontingent gerade wegen der Landwirtschaft bereits deutlich überschritten. Man sei mit den Gemeinden im Gespräch.

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