Amriswil
Aller spannenden Dinge sind drei

Am Montag erscheint Alfons Biegers neuster Band. Er schliesst die Trilogie über die Geschichte Oberaachs ab.

Manuel Nagel
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Druckfrisch ist das Exemplar, das Autor und Historiker Alfons Bieger in den Händen hält.

Druckfrisch ist das Exemplar, das Autor und Historiker Alfons Bieger in den Händen hält.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil,
5. Februar 2021)

Nein, das sei kein Druckfehler, sagt Alfons Bieger lachend – und ist sogleich voll im Element zu erklären, weshalb denn der Titel seines Buches «Oberaich» und nicht «Oberaach» heisst. Die Auflösung erhält der aufmerksame Leser bereits auf der Innenseite des Umschlags. Dort findet sich eine kolorierte historische Karte der Herrschaft Oberaach aus dem Jahr 1728, in der man bereits die ersten Minuten verweilt und immer wieder Spannendes entdeckt. Etwa, dass es einst östlich von Oberaach einen «Weyer» von beträchtlicher Grösse gab, von dem heute nur noch die Strassennamen Weiherhof und Weiherholz zeugen.

Oder aber, dass die Hauptstrasse via Langrickenbach nach Kreuzlingen damals noch einen ganz anderen Verlauf hatte und an einer «Wachthütte» vorbeiführte, die während des Dreissigjährigen Kriegs errichtet worden war.

Um zu dieser Information zu gelangen, muss sich der Leser jedoch nicht mühsam durch die 192 Seiten kämpfen. Buchautor Alfons Bieger konzipierte den dritten Band dieser Oberaacher Dorfchronik (siehe Kasten) als leicht zu lesenden historischen Dorfrundgang, den man häppchen- respektive gebäudeweise erkunden kann.

Im Stadthaus erhältlich

Ab Montag sind alle drei Bände zur Geschichte Oberaachs beim Empfang im Stadthaus erhältlich. Es sind dies «50 Jahre Kirche Oberaach» von Andreas Oettli aus dem Jahr 2014, «Das Schlössliareal – eine Spurensuche» (2018) sowie das Heft 3, «Oberaich – ein historischer Rundgang durch Oberaach», beide von Alfons Bieger. Die Stadt Amriswil hat nicht nur die grafische Gestaltung und den Druck des aktuellen Bandes mit einer Auflage von 500 Exemplaren finanziert, sie gibt die Bücher auch kostenlos an Interessierte ab. (man)

50-Jahr-Jubiläum der Kirche als Auslöser

Somit kann man «Oberaich» nicht nur an einem trüben Wintertag als Stubenhocker entdecken. Die interessantere Variante dürfte sein, dies mit einem Spaziergang durch das Dorf zu verbinden und zu erfahren, welche Geschichte hinter dem Haus steckt, das man gerade passiert.

Band drei ist der Abschluss der Oberaacher Chronik, die 2014 ihren Anfang nahm, als Andreas Oettli den Auftrag erhielt, zum 50-Jahr-Jubiläum der Kirche eine Festschrift zu verfassen. Diese war der Auslöser für die nachfolgenden zwei Hefte von Alfons Bieger. Doch dieser sagt:

«Das Buch ist ein Teamwork von Andreas Oettli, Beat Oswald Walter Haas und mir.»

Doch eigentlich erscheint die Chronik mit rund 40 Jahren Verspätung. Bereits 1979 kam ein achtköpfiger «Arbeitsausschuss für die Erstellung einer Dorfchronik Oberaach» zusammen. Im Protokoll jener Sitzung im «Schlössli» vom 18. April ist vermerkt, dass dem damaligen jungen Lehrer im Oberaacher Schulhaus die Aufgabe «Fotos herstellen» zugeteilt und die nächste Sitzung auf Mitte September 1979 anberaumt wurde. Zu dieser Chronik ist es jedoch nie gekommen. Das Projekt versandete, bis Andreas Oettli die Kirchenfestschrift schrieb. Somit schloss sich der Kreis, denn der Name des jungen Lehrers, der damals Fotos herstellen sollte – das war Andreas Oettli.