Grandiose Rückkehr nach langer Coronapause: Volley Amriswil dank 3:0-Sieg gegen Chênois alleiniger Leader

Die Thurgauer stellte im NLA-Spitzenkampf in Genf einmal mehr ihre Nervenstärke und Klasse unter Beweis. Trotz harzigen Starts setzten sie sich am Ende deutlich durch. Damit ist Volley Amriswil definitiv erster Anwärter auf den Meistertitel 2020/21.

Bernhard Windler
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Die Amriswiler bleiben nach der Reise nach Genf als einziges NLA-Team unbesiegt.

Die Amriswiler bleiben nach der Reise nach Genf als einziges NLA-Team unbesiegt.

Bild: Mario Gaccioli (Amriswil, 8. Oktober 2020)

Im Spitzenkampf zwischen den beiden zuvor unbesiegten Leadern setzte sich Volley Amriswil am Samstag auswärts gegen Chênois nach harzigem Start deutlich durch. Die Thurgauer verdrängten die Ungewissheit nach der langen Coronapause auf überzeugende Art. Amriswil hatte vor drei Wochen sein letztes Spiel bestritten, für die Genfer dauerte der Unterbruch gar eine Woche länger. Entsprechend war auf beiden Seiten eine Unsicherheit zu spüren.

Chênois schüttelte dieses Gefühl schneller ab. Nach kurzer Zeit führte das Team des ehemaligen Amriswiler Trainers Ratko Pavlicevic 6:2. Zwar pirschten sich die Thurgauer resultatmässig wieder heran, doch als es 18:13 zu Gunsten des Heimteams stand, hätte niemand mehr auf einen Amriswiler Satzgewinn gewettet. Die formstarken Georg Escher und Björn Höhne starteten dennoch die Aufholjagd. Als dann Thomas Zass, der verhalten in die Partie gestartet war, eine Aufschlagserie ins gegnerische Feld hämmerte, glich das Team von Trainer Marko Klok zum 23:23 aus. Vier Punkte später hatte es den Satz im Trockenen (26:24).

Aufholjagd auch im zweiten Satz

Auch im zweiten Satz lag Chênois anfänglich in Front. Amriswils 13:13-Ausgleich nach einem 9:13-Rückstand bildete aber die Wende. Nach dem 18:18 erspielte sich Amriswil bei Aufschlag Stevanovics eine Vierpunkteführung. Dieser Vorsprung hielt bis zum 25:22-Satzgewinn.

Der dritte Satz war eine deutliche Angelegenheit. Beim Stand von 3:3 schlug der Genfer Topskorer Strahinja Brzakovic einen Aufschlag ins Aus. Trotz lautstarker Proteste der Amriswiler und langen Diskussionen wollte der Schiedsrichter den Fehlentscheid der Linienrichterin nicht korrigieren. Die Folge: Der nächste Service des Serben landete im Netz. Der Unterbruch und der darauffolgende Aufschlagfehler schienen die Genfer ebenso zu lähmen, wie sie die Thurgauer beflügelten. Schnell einmal stand es 11:5 für Volley Amriswil, und spätestens nach dem 16:8 stand der Sieger fest. Das 25:13 zeigte auf, dass Chênois selber nicht mehr an den Sieg geglaubt hatte.

Ein Beweis der Klasse und Nervenstärke Amriswils

Nach Lausanne und Schönenwerd besiegte Volley Amriswil nun auch den dritten ernsthaften Konkurrenten auf dem Weg zum Meistertitel. Dabei zeigten die Thurgauer den Gegnern stets deren Grenzen auf. Dass am Samstagabend aus einem 13:18-Rückstand gegen den grössten Konkurrenten Chênois noch ein Satzgewinn wurde, beweist die Nervenstärke und die Klasse Amriswils.

Chênois – Amriswil 0:3 (24:26, 22:25, 13:25)

Centre Sous-Moulin, Thônex – Keine Zuschauer – SR Weinberger/Mordasini.
Startformation Chênois: Jovan Djokic, «Ruca» Dos Santos, Strahinja Brzakovic, Jakub Urbanowicz, Dejan Radic, Robin Rey, (Libero).
Startformation Amriswil: Quentin Zeller, Radiša Stevanovic, Thomas Zass, Björn Höhne, Georg Escher, Dima Filippov, Luca Müller (Libero).