Amliker diskutieren über eine Mehrzweckhalle - doch braucht es diese wirklich?

Bisherige Projekte für die Errichtung einer Mehrzweckhalle in der Gemeinde Amlikon-Bissegg scheiterten an der Finanzierbarkeit. Ein neuer Versuch, sich dem Thema zu nähern zeigt: So schlecht ist das aktuelle Raumangebot gar nicht.

Christoph Heer
Drucken
Teilen
Bei der Gruppenarbeit tauschen sich die Anwesenden über verschiedene Möglichkeiten aus. (Bild: Christoph Heer)

Bei der Gruppenarbeit tauschen sich die Anwesenden über verschiedene Möglichkeiten aus. (Bild: Christoph Heer)

Die Fakten sollen auf den Tisch: Braucht die Gemeinde Amlikon-Bissegg wirklich ein grösseres Raumangebot? Stimmen aus der Bevölkerung fragen wiederkehrend nach weiteren, grösseren Raumangeboten. Der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Amlikon-Bissegg und die Schulbehörde der Primarschulgemeinde Amlikon-Holzhäusern, haben das Thema nun noch einmal aufgegriffen und am Samstag einen Ideenmorgen organisiert.

Rund 30 Einwohner folgen der Einladung und eruieren in den wenigen Stunden des Zusammenseins weitreichende Ideen, Möglichkeiten und Inputs zur aktuellen Situation.

Architektin leitet den Ideenmorgen

Nebst Gemeinderat Paul Sauter und Primarschulpräsidentin Martina Erni führt Katharina Lenggenhager, Architektin und Fachfrau für Schulraumentwicklung, durch den Morgen. Im Plenum und in Gruppenarbeiten wird getüftelt, diskutiert, Meinungen ausgetauscht und das aktuelle Raumangebot unter die Lupe genommen.

Und genau hierbei stellt sich heraus, dass die Gemeinde eigentlich gar nicht so schlecht da steht mit dem, was für Anlässe zur Verfügung stehen. «Im Bürgergemeindehaus Amlikon oder im Pfarreiheim inklusive der Kirche in Leutmerken, wäre das Potenzial gross für eine Entwicklungsstruktur. Zudem würde sich hierbei auch der finanzielle Aufwand im Rahmen halten», sagt Katharina Lenggenhager nach gut zweieinhalb Stunden des Gedankenaustauschs.

Dass ein Neubau – in welcher Form auch immer – Kosten von rund vier Millionen Franken mit sich bringt und damit die Steuerprozente belastet, wird wohl wahrgenommen. Ob man damit aber einverstanden ist, müsste sich in einer Konsultativ-Abstimmung zeigen.

Zersiedeltes Gemeindegebiet macht es schwierig

«Unser Gemeindegebiet ist derart zersiedelt, dass es schwierig wird, irgendwo ein Begegnungszentrum zu errichten. Brauchen wir das überhaupt», fragt sich ein Teilnehmer. Potenzial vermehrt nutzen Der Ideenmorgen bringt keine neuen Erkenntnisse, ausser, dass im vorhandenen Raumangebot noch viel Potenzial liegt.

«Warum dieses Pfarreiheim und die Kirche nicht mehr nutzen? Da hat es Infrastruktur und Räume genug», sagt eine Anwesende. Der Ideenmorgen beweist, dass Gesprächsbereitschaft vorhanden ist. Die zahlreichen Ideen werden nun zusammengetragen und protokolliert; die Tendenz zeigt eindeutig, dass man eher wegkommt von der Idee einer neuen Mehrzweckhalle.

Ein Begegnungszentrum, unter dem Aspekt «von uns – für uns», wäre der Gemeinde Amlikon-Bissegg allerdings zu wünschen.

In Amlikon fehlt ein Zentrum

Der Gemeinde gibt es keine Mehrzweckhalle. Nun soll ein runder Tisch mit der Bevölkerung ans Licht bringen, ob die überhaupt gebraucht wird. Mit dabei ist die Primarschulgemeinde.
Sabrina Bächi