Am Krückstock zum Sieg: Ein arg dezimierter HC Thurgau setzt sich in der Verlängerung 3:2 durch

Die Revanche für die 0:3-Niederlage vom Freitag ist geglückt. Im zweiten Aufeinandertreffen mit den GCK Lions innerhalb von 72 Stunden setzte sich diesmal der HCT durch. Dabei verspielte der Leader der Swiss League in der heimischen Güttingersreuti jedoch eine 2:0-Führung.

Matthias Hafen
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Mit wenigen Aktionen nahm NHL-Profi Brandon Hagel (links, gegen Gianluca Burger) grossen Einfluss aufs Spiel.

Mit wenigen Aktionen nahm NHL-Profi Brandon Hagel (links, gegen Gianluca Burger) grossen Einfluss aufs Spiel.

Bild: Mario Gaccioli

Am Ende setzte sich die spielerische Klasse des HC Thurgau doch noch durch. In der Overtime, bei drei gegen drei, gab Jan Mosimann verdeckt einen Schuss ab und bezwang den überraschten GCK-Goalie Robin Zumbühl damit zum 3:2. Die Revanche für das 0:3 vom Freitag war gelungen. Denn auch wenn der HCT am Sonntagabend einen Punkt liegenliess, so konnten seine Anhänger froh sein, dass die Kraft überhaupt noch so weit reichte.

Gerade mal noch sechs Verteidiger brachte Headcoach Stephan Mair aufs Matchblatt fürs zweite Spiel gegen die GCK Lions innerhalb von 72 Stunden. Dies, weil sich am Freitag auch noch David Wildhaber schwer verletzt hatte. Und die Sturmreihen waren ebenfalls reichlich improvisiert. Nur zwei gelernte Center hat Thurgau verletzungsbedingt noch zur Verfügung. Immerhin waren mit NHL-Leihstürmer Brandon Hagel und Darcy Murphy zum zweiten Mal in dieser Saison zwei Ausländer in der Aufstellung.

Zwei Glanzmomente von Brandon Hagel

Hagel hätte bei seiner Heimpremiere fast alleine den Unterschied ausgemacht. Bei Spielmitte erzielte der Jungprofi der Chicago Blackhawks solo das 2:0. Er baute damit die Führung aus der 13. Minute aus, die Mattia Hinterkircher und Torschütze Patrick Spannring herrlich herauskombiniert hatten. Und im Schlussdrittel, als Thurgau seinen Vorsprung gegen die nimmermüden Zürcher wieder verspielt hatte, lancierte Hagel mit einem Traumpass seinen kanadischen Sturmpartner Darcy Murphy, der solo auf GCK-Goalie Zumbühl losziehen konnte. Doch nicht zum ersten Mal liess der als Skorer engagierte Murphy eine Grosschance aus.

Dass die beiden Teams in einem insgesamt enttäuschenden Auftritt noch in die Verlängerung mussten, hatten sie auch dem Schiedsrichter-Quartett zu verdanken, das sich in der Weinfelder Güttingersreuti unnötig in den Mittelpunkt pfiff. Das 2:2 der GCK Lions in der 46. Minute war hochumstritten. Denn Topskorer Frantisek Rehak sass zu diesem Zeitpunkt wegen eines sehr kleinlich gepfiffenen unkorrekten Anspiels auf der Strafbank. Und ein deutliches Foul an Thurgaus Florian Schmuckli Sekunden vor dem Gegentreffer blieb unbestraft.

Goalie Rüegger erneut ein starker Rückhalt

Hingegen brachte sich der HCT selber in die Bredouille, weil er beim 1:2 in der 43. Minute den Puck nicht rechtzeitig aus dem Drittel bugsierte. So musste der 20-jährige Goalie Bryan Rüegger zweimal hinter sich greifen, obwohl er einmal mehr ein starker Rückhalt war für sein Team. Dank des 3:2-Siegs in Overtime bleibt der HC Thurgau an der Spitze der Swiss League. Der Akku des dezimierten Leaders leert sich aber immer mehr.

Thurgau – GCK Lions 3:2 n. V. (1:0, 1:0, 0:2)

Güttingersreuti, Weinfelden – 50 Zuschauer – SR Potocan/Weber, Dittli/Dufner.
Tore: 13. Spannring (Hinterkircher, Moor) 1:0. 30. Hagel 2:0. 43. Brüschweiler (Hayes) 2:1. 46. Berri (Ausschluss Rehak/Teamstrafe) 2:2. 61. (60:59) Mosimann (Rundqvist, Schmuckli) 3:2.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen die GCK Lions.
Thurgau: Rüegger; Fechtig, Moor; Schmuckli, Parati; Schnyder, Soracreppa; Murphy, Fritsche, Hagel; Rehak, Rundqvist, Mosimann; Baumann, Hinterkircher, Spannring; Bischofberger, Hobi, Lanz.
GCK Lions: Zumbühl; Meier, Burger; Samuel Lukas Widmer, Andersson; Büsser, Gabriel Widmer; Landolt; Christen, Schlagenhauf, Hayes; Chiquet, Kammermann, Berni; Brüschweiler, Mettler, Berri; Mathew, Zimmermann, Graf.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hulak (Aufbautraining), Wildhaber, Moser, Brändli, Scheidegger und Loosli (alle verletzt). Aeber­hard nach Quarantäne als Ersatzgoalie zurück. GCK Lions ohne Pius Suter (abwesend), Rautiainen, Casutt, Arnicans und Riedi (alle verletzt).